Certina: von der DS-2 Super PH500M zur PH2000M

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Während Certina mit der im Sommer 2026 in vier Varianten lancierten DS Super PH2000M intern einen neuen Tiefenrekord aufstellen konnte, führte die hohe Nachfrage nach dem neuen Titan-Modell in manchen Märkten kurzfristig sogar zur Einführung von Wartelisten. Kein Wunder: die DS Super PH2000M bietet ein enorm attraktives Preis-/Leistungsverhältnis und führt in der nunmehr dritten Generation auch die Geschichte eines Modells weiter, das vor 58 Jahren nicht minder stark überzeugte: die DS-2 Super PH500M.

500M versus 1000M versus 2000M

Schon kurz nach Einführung des „Double Sécurité“ (DS) Konzepts im Jahr 1959 tauchten bei Certina die ersten bis 200 Meter wasserdichten Taucher-Modelle in der Kollektion auf. Die Antwort des Schweizer Uhrenherstellers auf die neuen Anforderungen des Sättigungstauchens folgte schlussendlich 1968 in Form der DS-2 Super PH500M (Ref. 5801 123), die mit einem zusätzlich armierten Glas ausgestattet worden war (erkennbar an der polierten Verschraubung mit 14 Kanten) und einer Wasserdichtheit von bis zu 500 Metern. Das 43 mm grosse Modell verfügt zudem auch über eine innovative Drehringsperre: die Lünette lässt sich nur dann bewegen, wenn diese gleichzeitig vom Taucher heruntergedrückt wird.

Familientreffen: die DS-2 Super PH500M von 1968 (rechts), die DS Super PH500M von 2021 (links) und die DS Super PH2000M von 2026 (vorne) in Form der auf 1’959 Stück limitierten Auflage für die Sea Turtle Conservancy (STC). Alle drei Modelle verfügen über eine Drehringsperre, die Inlays sind aber zwischenzeitlich von Bakelit auf Aluminium und Keramik angepasst worden.

Diese „Spezialuhr für Berufstaucher“ wurde unter anderem erfolgreich während des vom United States Office of Naval Research (ONR) geleiteten Projektes Tektite 1 (15. Februar bis 15. April 1969) getestet und legte damit den Grundstein für eine Familie von extrem wasserdichten Taucheruhren der Marke, darunter natürlich auch die bis 1’000 Meter wasserdichte DS-2 Super PH1000M (Ref. 5801 302) der 70er-Jahre. – „PH“ steht dabei erneut für „pression  hydrostatique“, also französisch für „hydrostatischer Druck“

Die DS Super PH500M von 2021 verfügt über ein poliertes Edelstahl-Gehäuse und ein Drehring-Inlay aus eloxiertem Aluminium, im Innern kommt das von der ETA gelieferte Powermatic 80.611 mit 80 Stunden Gangreserve zum Einsatz. 

Erstmals neu aufgelegt wurde die DS-2 Super PH500M von Certina im Jahr 2020 in Form einer limitierten Auflage mit orangem Zifferblatt (Ref. C037.407.17.280.10), das hier abgebildete Serienmodell mit schwarzem Zifferblatt (Ref. C037.407.18.050.00) folgte im Sommer 2021, das blaue Sondermodell für die Sea Turtle Conservancy (STC) im Jahr darauf (Ref. C037.407.18.040.10).

Das bis 1’000 Meter wasserdichte Schwestermodell war indes schon 2004 mit einer auf 1’888 Stück limitierten Auflage reanimiert (Ref. 633.7128.42.61) und zu diesem Zeitpunkt auch erstmals mit einem integrierten Heliumventil ausgestattet worden.

Die dritte und vorerst letzte Variante der Neuauflage der DS Super PH1000M wurde der STC gewidmet (Ref. C024.907.17.041.10 von 2024).

Die bedeutend erfolgreichere Umsetzung mit etwas flacherem Gehäuse folgte 2023 mit der DS Super PH 1000M mit schwarzem Zifferblatt (Ref. C024.907.18.051.00) und einer gelben „Limited Edition“ (Ref. C024.907.17.281.10), die Petrol-farbene STC-Umsetzung folgte 2024 (Ref. C024.907.17.041.10).

In neue Tiefen und Richtungen mit der DS Super PH2000M

Mit der im Sommer 2026 lancierten DS Super PH2000M zitiert die Schweizer Uhrenmarke nun also nochmals die DS-2 Super PH500M von 1968, integriert bei der Gelegenheit aber auch gleich ein paar neue Elemente: das bis 2’000 Meter wasserdichte Gehäuse ist kantiger und erstmals in Titan (Grade 2) umgesetzt geworden (und damit leichter als das ihrer Vorgängerinnen), der orange Minutenzeiger verfügt erstmals über eine grosse Pfeilspitze, und nebst Schwarz (Ref. C050.607.44.051.02) und Gelb (Ref. C050.607.44.361.02) gibt’s erstmals auch ein weisses (Ref. C050.607.44.011.02) sowie bei der STC-Edition ein blaues „dégradé“ Zifferblatt mit Sonnenschliff (Ref. C050.607.44.041.10).

Die DS Super PH2000M verfügt über aufgesetzte Indexe und erstmals über einen auffälligen Minutenzeiger mit Pfeilspitze.

Alle vier aktuell erhältlichen Varianten verfügen nebst aufgesetzten Stab-Indexen auch über ein seitlich integriertes Heliumventil, das Gehäuse ist abwechselnd poliert und satiniert, der Drehring weiterhin nur durch Herunterdrücken einstellbar.

Während alle drei Generationen einen Gehäusedurchmesser von 43 mm haben, ist die DS Super PH2000M etwas länger (L2L) und aufgrund der höheren Druckfestigkeit auch etwas dicker ausgefallen.

Nimmt man noch das mitgelieferte Titan-Band und die Keramik-Lünette sowie die bessere Nachtablesbarkeit dazu, ist der Preisunterschied von CHF 340.00 zur weiterhin verfügbaren DS Super PH500M schnell erklärt. Weniger einfacher wird’s beim Heliumventil: auch wenn das Feature mit Blick auf die jüngere Vergangenheit Certinas grundsätzlich konsequent ist, der Blick auf die Entstehungsgeschichte der Uhr zeigt, dass die Uhr damals explizit entwickelt worden ist, um eben genau ohne auszukommen.

Unter dem Strich überzeugen aber beide aktuell verfügbaren Modelle auf der ganzen Linie: Die DS Super PH2000M bietet objektiv einiges mehr und wirkt mit vergleichsweise wenig Aufpreis auch einiges hochwertiger, dafür ist die etwas monochromere DS Super PH500M näher am Original von 1968, gerade punkto Zeigersatz. Ungeachtet dessen ist beiden Nachfolge-Modellen hoch anzurechnen, dass die Verschraubung des Glases heute weniger dominant ist als beim Original.

Double Security neu interpretiert

2025 führte Certina erstmals eine neue Generation des DS Konzepts ein, das nun auch bei der DS Super PH2000M zum Einsatz kommt: statt auf einem Gummiring gelagerten Werk (bei beiden das Powermatic 80) fokussiert die Marke bei diesem „New DS Concept Extreme Shock Resistance“ vor allem auf ein optimiertes Zusammenspiel aller Komponenten, dazu gehören bspw. ein verschraubter Werkhaltering und eine ultra-dünne Zifferblatt-Trägerplatte, die eine erhöhte Resistenz vor Schlägen bieten soll. Dazu verfügt die DS Super PH2000M im Vergleich zur DS Super PH500M auch über ein leicht gewölbtes Saphirglas.

Einzig beim Gehäuseboden wird die DS Super PH2000M von ihren beiden Vorgängerinnen klar in den Schatten gestellt, auch wenn dieser neu zweiteilig ist und damit ausgerichtet werden kann. (Anmerkung: die hier gezeigte STC-Edition weicht diesbezüglich etwas von den drei unlimitierten Modellen ab, die ebenfalls die klassische Schildkröte zeigen, aber auf planem, sandgestrahlten Grund. Und: Die hier gezeigte originale DS-2 Super PH500M hat noch Schutzlack auf dem Gehäuseboden.)

Wer nun das Thema noch etwas analytischer angehen möchte:

Die drei Generationen im direkten Vergleich

Modell:DS-2 Super PH500MDS Super PH500MDS Super PH2000M
Referenz:5801 123C037.407.18.050.00C050.607.44.041.10
Einführung:196820212026
Gehäuse:EdelstahlEdelstahlTitan (Grade 2)
Drehring:BakelitAluminiumKeramik
Drehring-Sperre:Ja (beidseitig drehbar)Ja (einseitig rastend drehbar)Ja (einseitig rastend drehbar)
Glas:MineralSaphirSaphir
Durchmesser:43 mm43 mm43 mm
Länge:48 mm48,2 mm50,18 mm
Höhe:ca. 16 mm14,95 mm16 mm
Gewicht (ohne Band)85 Gramm90 Gramm83 Gramm
Heliumventil:neinneinja
Bandanstoss:20 mm20 mm20 mm
Werk:Kal. 25-651Kal. 80.611Kal. 80.611
Preis:k.A.*CHF 895.00CHF 1’235.00

* originale DS-2 Super PH500M bewegen sich je nach Zustand im mittleren vierstelligen Bereich und müssten in den 60er-Jahren etwas weniger als CHF 400.00 gekostet haben.

Mehr über die DS Super PH2000M / die DS Super PH2000 im Taucheinsatz / mehr über die DS Super PH500 / weitere Beiträge über Certina.

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