Die Schweizer Uhrenmarke Fortis brachte im Frühjahr 2026 erstmals zwei Modelle der 44 mm grossen und bis 500 Meter wasserdichten Marinemaster mit einem schwarz beschichteten Gehäuse („Diamond-like carbon„, kurz „DLC“) auf den Markt. Die hier vorgestellte M-44 COSC Black Resin DLC (Ref. F8120031) kombiniert dabei goldfarbene Zifferblatt-Elemente mit einem durchgehend mattschwarzen Auftritt, während die Marinemaster M-44 COSC Gravity Black DLC (Ref. F8120030) weisse Leuchtmasse, silberfarbene Zeiger und einen unbeschichtete Gehäuseboden und Kronen aufweist.
Die aktuelle Marinemaster (resp. eigentlich„der“ Marinemaster, gemäss Sprach-Gebrauch bei Fortis) wurde 2021 erstmals vorgestellt, drei Jahre nach der Übernahme des Unternehmens durch Jupp Philipp. Das Design des „perfekten Begleiters für jedes Outdoor-Abenteuer“ stammt von Xavier Perrenoud, der unter anderem schon für Armin Strom, Corum, Hublot oder TAG Heuer Projekte begleitet hat. Bei der Marinemaster standen für ihn vor allem Ergonomie und ausgewogene Proportionen im Zentrum und dass man die Qualität des Produktes auch mit geschlossenen Augen spüren könne.

Die Kollektion ging damals mit bewusst von der Natur inspirierten Farben wie „Woodpecker Green“, „Ocean Blue“ oder „Rockstone Gray“ an den Start und teilt sich in zwei Modelle auf: die bis 300 Meter wasserdichte M-40 mit 40 mm Gehäusedurchmesser und UW-30 (Basis: Sellita SW 200-1 mit Chronometer-Zertifikat und durchgehend weisser Datumsscheibe), die es ab CHF 2’950.00 zu kaufen gibt, und die bis 500 Meter wasserdichte M-44 mit 44 mm grossem Gehäuse, das zudem über eine Krone bei 10 Uhr zur Drehring-Entriegelung verfügt und von einem Kenissi-Kaliber (Werk 11) mit 70 Stunden Gangreserve und Chronometer-Zertifikat angetrieben wird. Hier starten die Preise dann bei CHF 4’250.00.
„Wir wollten ein Muster für das Zifferblatt, welches Elemente aus der Natur reflektiert und sich nahtlos in die Farben und Marken-Guidelines integrieren lässt.„
Xavier Perrenoud

Beide Modelle sind grundsätzlich mit einem „Horizon“ Kautschuk- oder Metallband („Block Bracelet“ mit „Slide Clasp“) mit identischer Bandanstossbreite (21 mm) verfügbar, wobei es vermutlich noch kein DLC-beschichtetes Metallband für die beiden hier gezeigten Modelle mit Beschichtung gibt.
Tragbarkeit im Mittelpunkt
Im Gegensatz zum Vorgänger resp. Uhren ganz generell mit klassischen Hörnern verfügt die aktuelle Marinemaster über einen geraden Gehäuseabschluss, das Band ist also quasi ins Gehäuse integriert und seitlich verschraubt, zwischen Gehäuse und Band ist so keine Lücke zu sehen, und die Länge ist mit 43 resp. hier 48 mm vergleichsweise kompakt ausgefallen. Dazu kommt ein Kautschukband, das den Spagat zwischen Geschmeidkeit und Tragekomfort gut schafft, aber – mit Blick auf dickere Neopren-Anzüge – jetzt auch nicht überlang ausgefallen ist.
Wer sich für eine der beiden DLC-beschichteten Varianten entscheidet, muss zwar für den Moment auf das Stahlband verzichten, das schwarze Kautschukband dürfte aber mit Blick auf Kratzer ohnehin die bessere Option sein.

Fortis verwendet den Produktnamen „Marinemaster“ (resp. zu Beginn noch „Marine Master“) übrigens seit 1954, 1977 wurde der Begriff in der Schweiz registriert, dann aber ab 1998 nicht mehr erneuert. Seit 2020 ist die kombinierte Version „Fortis Marinemaster“ im Einsatz, womit auch erklärt ist, wie und warum Seiko seit der SBDX001 mit dem selben Namen am Markt auftreten kann: der Name war zeitweise nicht geschützt und zu Beginn auch nur für den japanischen Markt bestimmt.
Damit zur M-44 COSC Black Resin DLC: wie alle Modelle mit diesem Durchmesser ist die „Gear Bezel“ Lünette beidseitig rastend drehbar (bei der M-40 einseitig); der vergleichsweise stark verzahnte Rand ist überdurchschnittlich griffig (selbst im Wasser), die Lünette hat aber aufgrund der schwarzen DLC-Beschichtung logischerweise etwas an Ablesbarkeit eingebüsst. Das Zifferblatt ist dafür aufgrund des Durchmessers der Uhr und der vergleichsweise schmalen Lünette überurchschnittlich gross.

Die Drehringsperre bei 10 Uhr ist auch hier ein interessantes technisches Detail, das den professionellen Charakter der Uhr unterstreicht (und die Abgrenzung zur kleineren M-40 deutlicher macht), vereinfacht die Bedienung am Arm aber definitiv nicht (obschon die Krone im angelegten Zustand mit etwas Angewöhnung auch mit dem Daumen recht einfach aufgeschraubt werden kann). Die Verarbeitungsqualität ist durchgehend hoch, die Haptik der Schraubkrone, das Gewicht, das Finish der Zeiger oder die Bedienung der Lünette zeigen schnell, dass Fortis bei der Marinemaster M-44 keine Kompromisse gemacht hat. Dazu gehört auch das von Kenissi bereitgestellte Werk mit Chronometer-Zertifikat und 70 Stunden Gangreserve, das weiterhin nur bei einer kleinen Zahl von Marken verfügbar ist. Prominentester Vertreter ist dabei natürlich Tudor mit den ähnlich bepreisten Black Bay- und Pelagos-Modellen, wobei Fortis ein etwas modernes Design verfolgt und aufwändigere Details anbietet, Tudor dafür bei der Markenbekanntheit und klassischen Design-Merkmalen punkten kann.

Fazit: mit der Marinemaster M-44 hat Fortis eine zeitgemässe, erstaunliche kompakte Sportuhr mit hoher Wasserdichtheit im Sortiment, die jetzt dank DLC-Beschichtung nochmals etwas mehr „Tool Watch“ Charakter bietet. Umgekehrt sind die unbeschichteten, ab CHF 4’250.00 erhältlichen Modelle potentiell etwas einfacher punkto späterer Gehäuse-Aufbereitung. Die Drehringsperre bei 10 Uhr ist ein spannendes technisches Detail (und thematisch passender als ein Heliumventil), erhöht aber nicht zwingend die Praxistauglichkeit der Lünette. Unter dem dem Strich ist es ziemlich schwierig, an der Uhr etwas auszusetzen, das über den persönlichen Geschmack hinausgeht, Fortis hat hier bei Ausstattung und Verarbeitungs-Qualität insgesamt keine Experimente gemacht (dazu gehören auch 5 Jahre Garantie), und nach zahlreichen Preiserhöhungen bei Mitbewerbern mit vergleichbaren Kenissi-Werken wirkt die Uhr in doppeltem Sinne fair bepreist. Damit zu den Bildern (Grossansicht nach Klick):











Technische Daten Marinemaster
| Hersteller: | Fortis Watches AG |
| Modell: | Marinemaster M-44 Chronometer Black Resin DLC |
| Referenz-Nummer: | F8120031 |
| Einführung: | 2026 |
| Gehäuse: | 44 mm grosses und bis 500 Meter wasserdichtes Gehäuse aus Edelstahl, hier mit DLC-Beschichtung, Höhe: 14 mm; Länge (L2L): 48 mm; Gewicht: 102 Gramm; verschraubte Krone, beidseitig rastende Lünette mit „Fortis Lock System“ Sperrfunktion (Krone bei 10 Uhr); Saphirglas mit beidseitiger Entspiegelung |
| Werk: | Werk 11 (Kenissi) mit 70 Stunden Gangreserve und Zertifizierung durch die Contrôle Officiel Suisse des Chronomètres (COSC) |
| Band: | schwarzes „Horizon“ FKM-Kautschuk mit Dornschliesse; Bandbreite: 21 mm |
| Varianten: | Marinemaster M-44 Black Resin mit Block-Stahlband (Ref. F8120018) oder mit Horizon-Kautschukband (Ref. F8120017) Marinemaster M-44 Ocean Blue mit Block-Stahlband (Ref. F8120022) oder mit Horizon-Kautschukband (Ref. F8120021) Marinemaster M-44 Woodpecker Green mit Block-Stahlband (Ref. F8120020) oder mit Horizon-Kautschukband (Ref. F8120019) Marinemaster M-44 Amber Orange mit Block-Stahlband (Ref. F8120014) oder mit Horizon-Kautschukband (Ref. F8120013) Marinemaster M-44 Black Resin Gold Limited Edition mit Gold-Lünette und Horizon-Kautschukband (Ref. F8120015); limitiert auf 50 Exemplare Marinemaster M-44 Gravity Black DLC mit Horizon-Kautschukband (Ref. F8120030) |
| Garantie: | 5 Jahre |
| Preis (2026): | CHF 4’550.00 / €4’950.00 |

