Marktübersicht: legendäres Taucheruhren-Design

Nimmt man die ganz grossen Klassiker der Luxusuhren-Hersteller – also Modelle wie die Speedmaster, Royal Oak, Overseas, Datejust, Nautilus, Tank, Navitimer, Reverso oder Monaco – etwas genauer unter die Lupe, findet man mit der Seamaster, Submariner und der Fifty Fathoms natürlich auch ein paar Uhren für den Unterwassereinsatz in der tickenden „Hall of Fame“. – Etwas weiter gefasst müssten dann natürlich noch ein paar maritime Charakter-Köpfe wie die Ploprof, Luminor, Tuna oder die Sub 300 Professional erwähnt werden, aber für diesen Beitrag sollen vor allem die umsatzstarken Dreizeiger-Modelle mit 300 Meter Wasserdichtheit und dem klassischem Design der 50er-Jahre ins Rampenlicht gerückt werden, wissend, dass vor allem Omega mit aktuell 125 Taucheruhren-Referenzen (unterteilt in 58 Planet Ocean-, 56 Seamaster Diver 300M-, 10 Seamaster 300-Referenzen und derzeit nur eine Ploprof) logischerweise nicht „eine“ Seamaster im Sortiment führt, und im Vergleich dazu Rolex mit der Submariner Date gemeinhin etwas fokussierter wahrgenommen wird (aber natürlich auch noch Edelmetall-Optionen und die Sea-Dweller und Deepsea anbietet).

Die Submariner von Rolex zählt seit über 70 Jahren nicht nur zu den populärsten Uhren überhaupt, sondern hat gemeinsam mit der Fifty Fathoms das Design der Taucheruhr definiert.

Der Einfachheit halber wurden hier deshalb die schwarze Submariner Date mit 41 mm Durchmesser und Edelstahlgehäuse (Ref. M126610lN-0001) mit der 42 mm grossen Omega Seamaster Diver 300M (Ref. 210.30.42.20.01.001), der ebenfalls 42 mm grossen Breitling Superocean Heritage Automatic 42 (Ref. AB3111241B1A1), der 42,3 mm grossen Blancpain Fifty Fathoms Automatique (Ref. 5010 1130 71S) und der 41 mm grossen Tudor Black Bay (Ref. M7941A1A0NU-0001) gepaart, wobei die Tudor Black Bay in diesem Quintett die einzige Taucheruhr ohne Datum ist (da ansonsten von Edelstahl auf die Pelagos in Titan hätte gewechselt werden müssen). Nichtsdestotrotz sehen sich die sprichwörtlichen Äpfel und Birnen damit am ähnlichsten, auch punkto Produkthistorie, Wasserdichtheit, Band und Zifferblattfarbe:

Was dabei auffällt:

Klassiker dank Konstanz

Omega hat mit der Seamaster Diver 300M von 1993 (und etwas Schützenhilfe des berühmtesten Geheimagenten der Welt) das Kunststück geschafft, den jüngsten Klassiker in dieser exklusiven Gruppe zu etablieren, während Kandidaten wie IWC durch allzu häufige Modellwechsel diesbezüglich etwas gestrandet sind (obschon sowohl die Ocean 2000 als auch die Aquatimer durchaus das Potential gehabt hätten, mittelfristig ebenfalls zu Neo-Klassikern zu avancieren).

Bei Breitling ging man singulärer und damit auch erfolgreicher vor: die Spezialistin für Fliegeruhren hatte mit der ab 2007 verfügbaren Superocean Heritage aus dem Stand einen Top-Seller etabliert (von dem es aktuell 20 Referenzen gibt), und auch Tudor konnte durch die Nähe zur grossen Schwester und dem Erfolg der Black Bay-Modelle von 2012 eindrücklich in der jüngeren Vergangenheit zeigen, wieviel Potential in der Kategorie steckt.

„Kurz gesagt: die typische mechanische Luxus-Taucheruhr heisst heute meist Submariner, Seamaster, Fifty Fathoms, Black Bay oder Superocean. Die Fifty Fathoms ist dabei ganz klar fürs Haute Horlogerie-Segment verantwortlich, während Tudor, Omega und Breitling im mittleren Preissegment zu Hause sind und die Submariner Date bereits schmerzhaft nahe an der magischen 10’000-Franken-Grenze kratzt und zeitgleich den Benchmark definiert, an dem sich die anderen Marken nach oben oder unten orientieren.“

Apropos Preis: Ironischerweise haben alle der fünf gehighlighteten Uhren ihre Tauchkarriere als Tool-Watch begonnen, mit ähnlichen Preisen, die damals für einen Atemregler aufgerufen wurden (was heute in der selben Logik einer Tissot Seastar 1000 mit Powermatic 80 entsprechen würde).

Garantierte Präzision

Ebenfalls interessant: Breitling setzt konstant auf die Zertifizierung als Chronometer durch die Contrôle Officiel Suisse des Chronomètres (COSC), Rolex setzt dem noch den Superlative Chronometer auf, Omega und Tudor auf die Zertifizierung als Master Chronometer durch das Eidgenössische Institut für Metrologie (METAS), während Blancpain kein externes Testing vornimmt. Alle Uhren sind aber mit einem exklusiven Kaliber ausgestattet, die Gangreserve reicht dabei von 55 Stunden (Omega) bis 120 Stunden (Blancpain).

Nahaufnahme einer Omega Seamaster Diver 300M Uhr mit schwarzem Zifferblatt und Edelstahlband, auf einem Holztisch präsentiert.
Tudor und Omega zertizfizieren ihre Modelle als Master Chronometer.

Bei der Garantie steht Breitling (2 Jahre) knapp hinter Blancpain (maximal drei Jahre) und Omega, Rolex und Tudor (mit je 5 Jahren internationaler Garantie ab Kaufdatum).

Design follows Function

Mit Blick auf die eingangs erwähnten Uhren dürfte wohl kein anderer Designer mehr Einfluss auf das Design der Armbanduhr gehabt haben als Gérald Charles Genta (1. Mai 1931 – 17. August 2011). Interessanterweise hat der Mann hinter dem Design der Nautilus, Royal Oak oder der Ingenieur bei Taucheruhren aber nicht den selben Erfolg für sich verbuchen können. – Vermutlich, weil bei Submariner, Fifty Fathoms und Co. weniger das Design als die Funktion im Zentrum gestanden ist.

Die Budget-Frage

Die Seamaster Diver 300M bietet mit Inhouse-Kaliber mit Co-Axial-Hemmung und 55 Stunden Gangreserve, 5 Jahren Garantie, Keramik-Lünette und -Zifferblatt ein fast unschlagbares Preis-/Leistungsverhältnis, berücksichtigt man auch Soft-Faktoren wie Markenbekanntheit und Finish. Die Uhr ist mit Kautschukband ab CHF 5’300.00 verfügbar, obschon die Datums-lose Variante mit dem gewölbten Saphirglas (ab CHF 5’800.00 mit Kautschuk- oder NATO-Band) die optisch stärkere Wahl darstellt.

Den thematischen Einstieg schaffen Interessenten bei Rolex mit der Submariner ohne Datum (Ref. M124060-0001) für aktuell CHF 8’800.00, bei Breitling geht’s bei der Superocean (am Kautschukband) bei CHF 5’800.00 los, Blancpain bietet mit der Bathyscaphe in Edelstahl das Kaliber 1315 ab einem Listenpreis ab CHF 10’300.00 an. Tudor bietet die 41 mm grosse Black Bay für CHF 4’050.00 auch mit Kautschukband an (Ref. M7941A1A0NU-0002), die CHF 200.00 Aufpreis fürs Stahlband stellen aber die bessere Wahl dar.

Nahaufnahme einer Breitling Superocean Heritage Automatic 42 Uhr mit blauem Zifferblatt und Edelstahl-Mesh-Armband auf einem Holzuntergrund.
Das für die Superocean Heritage verwendete, Chronometer-zertifizierte B31 mit 78 Stunden Gangreserve wurde gemeinsam mit der Manufacture AMT entwickelt.

Doxa dürfte mit der Sub 300T mit einem Listenpreis ab CHF 1’850.00 aktuell die günstigste der erkennbaren oder zumindest auffälligen mechanischen Taucheruhren im Sortiment haben, während Swatch seit 2023 mit der Scuba Fifty Fathoms zumindest das Design der legendären Taucheruhr der Konzernschwester für CHF 375.00 anbietet. – Mitsamt Inhouse-Werk mit 90 Stunden Gangreserve.

Nahaufnahme der Blancpain x Swatch Taucheruhr mit schwarzem Zifferblatt und Nylonband, im Hintergrund farbige Uhrenarmbänder.
Die Scuba Fifty Fathoms kann als Demokratisierung des Designs der Fifty Fathoms bezeichnet werden.

Mehr über die jüngste Generation der Fifty Fathoms von Blancpain und der Superocean Heritage von Breitling.

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