Die Stiefschwester: Porsche Design P’6780 Diver

Eine der kürzlich in Basel gezeigten Neuheiten, die mancherorts eher für Stirnrunzeln gesorgt hat, ist die P’6780 Diver von Porsche Design. Denn:

eterna_concept_diver

© Eterna

Bei der Tochtermarke Eterna wurde mit der KonTiki Diver (Ref. 1594.41.40.1154) schliesslich schon im Jahr 2005 eine Taucheruhr mit aufklappbarem Gehäuse in Basel präsentiert (siehe Abbildung links).Die 2010 präsentierte P’6780 von Porsche Design (rechts abgebildet) wirft aber noch ein paar andere Fragen auf, die z.T. weniger mit dem Produkt, als vielmehr mit Markenführung zu tun haben.

pd_diver
© Porsche Design

Der ursprüngliche Verdacht, Porsche Design stünde nach wie vor für eher progressive Modelle, während die Marke Eterna nun eher über eine klassische Modell- resp. Kollektionsgestaltung positioniert werden würde, lässt sich trotz der zeitgleich präsentierten Heritage Super KonTiki nicht erhärten – die oben gezeigte KonTiki Diver wird momentan nämlich noch immer auf der Website des Grechner Traditionsbetriebes geführt.

Ebenfalls leicht irritierend ist die Aussage in der Pressemitteilung, die…

“The P’6780 Diver succeeds the well-known Ocean 2000 – Porsche Design’s first diving watch, designed by company founder Prof. F. A. Porsche in 1983.”

, nachdem hier nun offensichtlich eine nicht unbedeutende Schaffhauser Komponente mit drei Buchstaben ausgelassen wird, die bei der damaligen Konstellation von 1978 bis 1997 eine ziemlich gewichtige Rolle gespielt hat.

Aber lassen wir die Vergangenheit. Die gegenwärtige P’6780 bietet schliesslich auch so noch genug Gesprächsstoff: Beispielsweise überrascht, dass der unter dem Saphirglas platzierte Drehring zwar mit einem sportlich gelben Farbakzent die ersten 15 Minuten hervorhebt, dafür die im Prinzip wichtigere Dreiecks-Markierung zur Auszeichnung des Tauchbeginns eher minimalistisch zu Gunsten der ungewohnten 0 ausgefallen ist:

Porsche_Design_Diver_6780_Front_Baselworld_2016

Durch den Verzicht auf die Gangreserveanzeige ist das Zifferblatt der bis ebenfalls 1’000 Meter wasserdichten Uhr zwar ruhiger ausgefallen, dafür kommt das im Vergleich zum ETA 2897 eher wenig seltene ETA 2892-A2 zum Einsatz.

Das 46,8mm x 17mm grosse Gehäuse besteht aus Titan (äusseres Element) und Edelstahl (eigentliches, ausklappbares Gehäuse), bei der Kontiki wurde der innere Container schwarz eloxiert.

Und wie bei der Stiefschwester schon umgesetzt, lässt sich der Drehring der P’6780 nur dann bedienen, wenn das innere Gehäuse hochgeklappt wird.

Die Uhr dürfte vermutlich zu einem Preis von €6’950 im Sommer 2010 in den Geschäften auftauchen; aber nachdem es bei der Eterna KonTiki dafür rund 3 Jahre gedauert hat, glaube ich das erst, wenn ich ihr tatsächlich in freier Wildbahn begegnet bin. ;-) Wie auch immer: Persönlich überzeugt mich von den beiden Stiefschwestern eher die etwas aufgrender gestaltete Variante der KonTiki, auch wenn deren offizieller Listenpreis ebenfalls bislang erfolgreich allfällige Kaufgelüste bekämpft hat.

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