Hanhart: Aquasphere „Ocean Fade“

Posted by

·

·

Die 42 mm grosse Aquasphere von Hanhart wurde 2024 als blaue „Free Fall“ Umsetzung erstmals vorgestellt und erhält mit der „Ocean Fade“ jetzt erstmals eine Zifferblatt-Variante mit vertikalem Farbverlauf. Verfügbar ist die bis 300 Meter wasserdichte Taucheruhr wahlweise mit einer Lünette mit schwarzer oder blauer Keramik-Einlage (mit roter Markierung), mit Stahl- (Ref. 777.271-6428 oder 772.271-6428), Kautschuk- oder Textilband (Ref. 777.271-3338 oder 772.271-3338), die Preise starten bei umgerechnet rund CHF 1’255.00 (respektive exakt €1’490.00) am Textilband.

Die bis 300 Meter wasserdichte Aquasphere „Ocean Fade“ mit blauer Keramik-Lünette und farblich passendem Kautschukband mit Faltschliesse (Ref. 772.271-3338) kostet €1’590.00.

Als Werk kommt bei der „Ocean Fade“ das Soprod P024 (Festina) zum Einsatz, die „Free Fall“ verfügt indes noch über das gleich dimensionierte Sellita SW200-1 mit identischer Gangreserve von 38 Stunden.

Die Aerosphere führte das neue Gehäuse quasi ein, verfügt aber – im Unterschied zur Aquasphere – über eine Datumsanzeige bei 3 Uhr.

Einen ersten Vorgeschmack auf das neue Taucheruhren-Modell gab es 2024 bereits mit der Aerosphere (limitiert auf je 150 Stück mit Gravur des Marinefliegergeschwaders 3 „Graf Zeppelin“ auf dem Gehäuseboden und 150 Stück für das Hubschrauber-Marinefliegergeschwader 5), das Heliumventil bei 10 Uhr liess damals schon erahnen, dass das Gehäuse mehr für die Tiefe konzipiert worden war. Hanhart hatte bei Gehäusen schon früher das Prinzip der Mehrfach-Nutzung angewendet:

Eine deutsch-schweizerische Beziehung

Das 1882 von Johann Adolf Hanhart (1856 bis 1932) in Diessenhofen übernommene Uhrengeschäft ist seit 1934 in Gütenbach im mittleren Schwarzwald zu finden:

„Das Werk in Gütenbach verfügt in der Produktion über eine hauseigene Werkzeugfertigung sowie Teilemacherei. Nach der Entwicklung und Konstruktion entstehen von kleinsten Zahnrädern bis hin zu Platinen verschiedenste Teile mechanischer Uhrwerke am Standort im Schwarzwald.“

Hanhart

In der jüngeren Zeitgeschichte wurde 2009 mit der 44 mm grossen Primus eine betont moderne Kollektion vorgestellt, mit dem für das Unternehmen charakteristischen roten Drücker, variablen Bandstegen und Varianten für den Einsatz im Wasser („Diver“), auf der Strasse („Racer“) und natürlich der Luft („Pilot“). – Eine grundsätzlich clevere Lösung, da mit einem Basis-Gehäuse und der richtigen Lünette gleich eine ganze, modulare Kollektion zur Verfügung stand – in einer Zeit, in der Hanhart mit ebenso grossen Ambitionen wie schnell wechselnden Besitzern und Geschäftsführern von sich reden machte.

Die 44 mm grosse Primus Diver Blue (Ref. 742.270-1320) mit HAN3809 (Basis ETA 7750 oder Sellita SW500) ist bis 100 Meter wasserdicht, verfügt aber im Vergleich zur Aquasphere über ein Datum (und den Zusatz „Swiss Made“). Das Design wurde 2009 vorgestellt und ist mit der Aquasphere dekliniert worden.

Seit 2014 ist Hanhart wieder im Portfolio der GCI Management GmbH, die Unternehmens-Führung liegt seitdem unverändert bei Felix Wallner, der Fokus bei den Armbanduhren stärker auf Klassikern wie dem Flieger-Chronographen 417 ES, der durch Steve McQueen zu Berühmtheit gelangte.

Sowohl die DLC-beschichtete Primus Diver Dark (Ref. 742.510-1020) als auch die unbeschichtete Primus Diver schwarz (Ref. 742.210-1020) sind auf der Website des Uhrenherstellers noch aufgeführt, aber mit dem Vermerk „sold out“, was den Schluss nahe legt, dass die Primus-Reihe und insbesondere die Taucheruhren-Umsetzung durch das Dreizeiger-Modell Aquasphere abgelöst wird, während Chronographen vermehrt der Luft und der Strasse gewidmet sind. Damit wird auch das Problem des mit 100 Meter wasserdichten Gehäuses der Primus gelöst, die Aquasphere ist schliesslich bis 300 Meter wasserdicht.

Solide Dreizeigeruhr für den Unterwasser-Einsatz

Die Aquasphere „Free Fall“ mit mattblauem Zifferblatt und Edelstahl-Band (Ref. 772.270-6428) ist seit 2024 verfügbar, der Listenpreis liegt bei €1’690.00.

Im Vergleich zur Primus ist die nach innen abfallende Lünette bei der Aquasphere durch eine konventionelle, nach aussen leicht abfallende Einlage ersetzt worden, die Schriftart ist im militärischen Spray-Schablonen-Stil gehalten. Einzig der 12-Uhr-Index ist mit arabischen Zahlen umgesetzt, für den Rest kommen aufgesetzte Trapez-Indexe zum Einsatz. Ein weiteres Zitat zur Primus findet sich nicht nur bei den überdurchschnittlich langen Zeigern, sondern auch den nach innen vertieften Bandanstössen.

Assembliert werden die Aquasphere-Modelle im Werk in Gütenbach, hier die Variante mit schwarzer Lünette. Das Edelstahl-Gehäuse ist bis 300 Meter wasserdicht und mit einem Heliumventil ausgestattet.

Der mit sieben Schrauben gesicherte Gehäuseboden ist graviert und zeigt eine Unterwasser-Landschaft – immerhin keinen Taucherhelm, aber woher die Luftblasen-Säulen im Hintergrund stammen, wird nicht ganz klar. Die Aufzugskrone ist konventionell verschraubt und gut geschützt, die Lünette etwas überstehend und recht leichtgängig. Damit zu den Bildern (Grossansicht nach Klick) der blauen Ref. 772.271-3338 und der schwarzen Ref. 777.271-3338:

Technische Daten Aquasphere „Ocean Fade“

Hersteller:Hanhart
Modell:Aquasphere
Einführung:2024
Gehäuse:bis 300 Meter wasserdichtes Edelstahl-Gehäuse mit einseitig rastender Lünette (60 Klicks) mit blauem oder schwarzem Keramik-Inlay und verschraubter Krone; Saphirglas; mit sieben Schrauben befestigter Gehäuse-Boden; Durchmesser: 42 mm; Höhe: 12,95 mm; Länge (L2L): 49 mm
Werk:Soprod P024 mit 38 Stunden Gangreserve
Band:Wahlweise mit Edelstahl-, Kautschuk- oder Textilband verfügbar; Bandanstossbreite: 20 mm
Varianten:„Ocean Fade“ mit schwarzer oder blauer Lünette; „Free Fall“ mit blauer Lünette und mattblauem Zifferblatt
Garantie:2 Jahre
Preis:€1’490.00

In Bewegung gibt’s die Uhr hier zu sehen: Link

2 Kommentare zu „Hanhart: Aquasphere „Ocean Fade““

  1. Avatar von Huber Wolfgang
    Huber Wolfgang

    Wo ist der weicheisenkäfig und welche unruhspirale hat sie

    1. Avatar von rruegger
      rruegger

      Beides wird mit abschliessender Sicherheit nur Hanhart selbst beantworten können, vor allem nach dem Wechsel von Sellita zu Soprod. Ich tippe auf Glucydur-Unruh mit Incabloc, einen zusätzlichen Weicheisenkäfig bei einer Taucheruhr täte ich indes nicht erwarten.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Entdecke mehr von Dive into Watches

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen