Hands-On: Panerai Submersible QuarantaQuattro „Grigio Roccia“

Während bei Panerai die Submersible – der einzigen Uhrenlinie der Marke, die mit einem klassischen Taucher-Drehring kommt – bislang nur in 42 oder 47 mm erhältlich war, gab’s zur Watches & Wonders 2022 u.a. auch die Einführung einer 44 mm grossen Option. Drei Modelle der neuen Submersible QuarantaQuattro, darunter die hier gezeigte „Grigio Roccia“ (grauer Fels) mit schwarz-grauem Zifferblatt (Ref. PAM01288), verfügen zudem erstmals über ein Zifferblatt mit vertikalem Farbverlauf, entweder mit grauem, smaragd-grünem „Verde Smeraldo“ (Ref. PAM01287) oder mit tief-blauem Zifferblatt „Blu Profondo“ (Ref. PAM01289). Alle drei kommen zudem mit einer farblich passenden Keramik-Einlage für den Drehring und farblich abgestimmten Bändern aus wiederverwertetem PET (Polyethylenterephthalat). Erwähnenswert ist auch die farblich passende Kautschuk-Beschichtung der Krone (hier schwarz).

Zeit für Nachhaltigkeit?

Laut Panerai bestehen 7,8 Gramm des Armbands aus recycelten Materialien, was 68% des gesamten Armbandgewichts (11,5 Gramm) entspricht. Zusätzlich wird die Uhr mit einem zweiten Armband aus wiederverwertetem Kautschuk geliefert, beide mit Schnellwechselsystem. Ähnlich sieht’s beim bis 300 Meter wasserdichten Gehäuse aus eSteel aus:

„…die Submersible QuarantaQuattro eSteel, besitzt ein Gehäuse aus Panerai eSteel, einem Material der nächsten Generation, das dieselben Eigenschaften besitzt wie gewöhnlicher Stahl, aber zu 95% aus recyceltem Stahl besteht.“

Panerai

Dabei muss sicher erwähnt werden, dass bei fast allen Produkten aus Edelstahl heute schon mehr als 50 Prozent recycelter Stahl zum Einsatz kommt, dass die Recycling-Quote bei Edelstahl ohnehin enorm hoch ist und Luxusuhren per se recht nachhaltig sind). Last but not least bietet das junge Uhren-Unternehmen ID Watch SA seit 2020 ebenfalls Uhrengehäuse aus zu 100% recyceltem Edelstahl, der im Umkreis von 200 km gesammelt wurde.

Die Submersible QuarantaQuattro (hier die PAM01287) kommt mit einem 44 mm grossen und bis 300 Meter wasserdichten Gehäuse aus eSteel – einem Edelstahl mit überdurchschnittlich hohem Anteil von wiederverwertetem Stahl. Und auch die neue Verpackun sowie die Bänder sind weniger Ressourcen-intensiv.

Aber zurück zu Panerai: Auch die aus FSC-zertifiziertem Papier gefertigte neue Verpackung besteht zu mindestens 72% aus recycelten Materialien. Die im Vergleich zu den vorherigen Versionen „um 53% leichtere neue Verpackung“ verringert laut Panerai „den CO2-Ausstoss um 48%, das entspricht 4 kg CO2 pro Produkt.“

Ebenfalls etwas eingespart, wenn auch nicht aus Umweltschutzgründen, wurde beim Werk: das P.900 (ehemals OP XXXIV) verfügt hier nicht mehr über eine Stoppsekunde, kann also im Prinzip nicht sekundengenau eingestellt werden. Das von der Richemont-Tochter Manufacture Horlogère ValFleurier bereitgestellte Werk kommt mit kleiner Sekunde bei 9 Uhr, 72 Stunden Gangreserve (mit einem Federhaus) und einer Frequenz von 28’800 Halbschwingungen pro Stunde. Es liegt hinter einem massivem Stahlboden und kann mit der Krone bei drei Uhr bedient werden. Der für Panerai typische Kronenbügel, das Zifferblatt und der Gehäuseboden tragen alle den Hinweis auf den verwendeten Stahl, was spätestens beim Zifferblatt vermutlich nicht jedem als ganz passend auffallen dürfte.

Fazit: Für eine (ehemalige) Tool-Watch mit Kampfschwimmer-Gravur auf dem Gehäuseboden wirkt die Wahl eines Zifferblatts mit Farbverlauf etwas inkonsequent, das Resultat sieht aber in der Tat hervorragend aus. Von den drei Modellen mit dégradé Zifferblatt dürfte die „Grigio Roccia“ die konventionellste Option darstellen, während die grüne Submersible die ungewöhnlichste und die blaue die auffälligste Wahl sein dürfte. Mit 44 mm trägt sich die Uhr bequem (der Kronenabruck auf dem Foto ist eher ein Zufall), ist aber immer noch nichts für kleine Handgelenke. Und mit einem Listenpreis von CHF 10’800.00 auch nichts für kleine Budgets. – Dass sich eine Uhrenmarke bewusst für einen Rückschritt beim Werk entscheidet, ist vor diesem Hintergrund erst recht nicht nachvollziehbar. Und auch wenn es in die Richtung „Äpfel mit Birnen vergleichen“ geht: Eine 43,5 mm grosse Omega Seamaster 300 mit Keramikgehäuse und Master-Chronometer-Zertifikat (Ref. 210.92.44.20.01.003) kostet CHF 8’600.00. Damit zu den Bildern (Grossansicht nach Klick):

Technische Daten

Hersteller:Officine Panerai
Modell:Submersible QuarantaQuattro ESteel Grigio Roccia
Referenz:PAM01228
Lancierungsjahr:2022
Gehäuse:Bis 300 Meter wasserdichtes, 44 mm grosses Edelstahlgehäuse mit einseitig rastender Lünette mit Keramik-Einlage; Kronenschutzbügel
Werk:Kaliber P.900 mit 72 Stunden Gangreserve, kleine Sekunde bei 9 Uhr, Datumsanzeige
Band:Graues Textilband mit Dornschliesse, 24 mm Bandanstossbreite
Varianten:mit grünem Zifferblatt „Verde Smeraldo“ (Ref. PAM01287), mit blauem Zifferblatt „Blu Profondo“ (Ref. PAM01289)
Preis:CHF 10’900.00

Mehr über die Submersible QuarantaQuattro: Link

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