In gerade mal neun Jahren hat sich die in Paris ansässige Uhrenmarke Baltic vom Kickstarter-Microbrand zu einem etablierten Anbieter mit Showrooms in London, Paris und New York gewandelt. Ähnlich international ist auch die Herstellung der „timeless pieces, of the highest quality, for fair prices“: Produziert wird laut Website in Hongkong, die Montage der Uhren erfolgt im französischen Besançon, die Accessoires kommen aus Italien. In den Jahren 2021 (Pulsometer Chronograph Monopusher) und 2024 (Premier Quantième Perpétuel) gesellte man sich gar unter die Teilnehmer der Only Watch Auktion und gewährte damit einen Blick auf ein mögliches Hochpreis-Segment.
„This name has a special meaning for me as it refers to my fathers’ roots on the northern coast of Poland.“
Etienne Malec (Gründer von Baltic)
Zurück in die Gegenwart: Seit Ende 2018 ist die bis 200 Meter wasserdichte Aquascaphe in der Kollektion zu finden und hat sich – wenig überraschend – rasch zu einem Topseller der jungen Marke entwickelt. Mit der nun lancierten, zweiten Generation des Modells (Mk2, kurz für „Mark II“) beweist Baltic eindrücklich, dass man nicht nur ein untrügliches Gespür für Retro-Design hat, sondern vor allem auch verstanden hat, wie wichtig Details sind. Mehr dazu gleich im Anschluss.

Die neue Aquascaphe Mk2 gibt’s in vier Zifferblatt-Farben (blau, silber, grün und grau) in 37 oder 39,5 mm, das Edelstahl-Gehäuse ist bis 200 Meter wasserdicht, die Lünetten-Einlage wie auch das Deckglas ist aus Saphir. Im Unterschied zur nunmehr Aquascaphe Classic genannten (und immer noch verfügbaren) Vorgängerin fällt vor allem der Verzicht auf die cremefarbene Leuchtmasse und das Sandwich-Zifferblatt, die ausgeprägtere Krone und die durchgehend markierte Lünette auf, grundsätzlich wurde aber jedes Teil der Uhr überarbeitet.

Bei den Bändern stehen u.a. fünf Kautschuk-Farben sowie zwei Metallbänder zur Wahl, als Werk kommt wieder das 9039 von Miyota mit 42 Stunden Gangreserve zum Einsatz. Interessant: der Bandanstoss und die Bauhöhe ist bei beiden Gehäuse-Grössen identisch.
„Every component has been upgraded to deliver a more advanced, desirable, and technically improved version of our iconic watch, while preserving the original’s spirit.“
Baltic Watches
Und damit zu den eingangs erwähnten Details: dass die Lünette im „Ruhezustand“ alternierend mit dem Zifferblatt funktioniert, also die 15-, 30- und 45er-Markierung übernimmt, während das Zifferblatt die verbleibenden Fünf-Minuten-Schritte anzeigt, sieht man bei Taucheruhren leider viel zu selten. Und dass die Minuten-Markierungen auch passgenau in die Lünette übergehen (und die Uhr damit theoretisch der DIN 8603 entspricht), zeigt, wie viel Präzision auch in der Produktion erreicht worden ist – bei einer mechanischen Uhr mit einem Listenpreis von 630 Euro.
An der Länge der Zeiger gibt’s ebenfalls wenig auszusetzen, und die durchbohrten Hörner dürften Puristen viel Freude machen (obschon die Bänder von Baltic allesamt mit Schnellwechsel-Federstegen kommen). Ganz perfekt ist auch diese Uhr natürlich nicht: das Dreieck bei 12 Uhr ist etwas weniger markant als die Markierung bei 12 Uhr, und die haptisch interessante 120er-Rastung der Lünette beisst sich in 50% der Fälle etwas mit der ausgeprägten 60er-Einteilung auf dem Zifferblatt und dem Lünetten-Inlay. Dazu kommt ein zwar zuverlässiges, aber halt auch wenig exklusives Werk.
Fazit: Die Design-Evolution der Aquascaph ist insgesamt gelungen, die Uhr wirkt – trotz Retro-Look – zeitgemässer, vor allem mit dem strukturierten Zifferblatt der grauen und silberfarbenen Variante. Mit 20 mm Bandanstossbreite wirkt die 39,5 mm grosse Option etwas ausgewogener, beide dürften aber grundsätzlich an fast jedes Handgelenk passen. Persönlicher Favorit ist die graue Aquascaph Mk2 mit 39,5 mm Durchmesser und dem (hier nicht gezeigten, aber ebenfalls erhältlichen) Tropic-Band der Vorgängerin. Damit zu den Bildern der 39-mm Varianten (Grossansicht nach Klick):











Technische Daten Aquascaph Mk2
| Version: | Ø 37,0 mm | Ø 39,5 mm |
| Einführung: | 2025 | 2025 |
| Gehäuse: | bis 200 Meter wasserdichtes Edelstahl-Gehäuse (316L) mit einseitig rastender Lünette (120 Klicks), gewölbtes Saphirglas und Saphir-Inlay für die Lünette, massiver Gehäuseboden, verschraubte Krone | bis 200 Meter wasserdichtes Edelstahl-Gehäuse (316L) mit einseitig rastender Lünette (120 Klicks), gewölbtes Saphirglas und Saphir-Inlay für die Lünette, massiver Gehäuseboden, verschraubte Krone |
| Abmessungen: | Länge (L2L): 45 mm Höhe: 12,9 mm (10,7 mm ohne Glas) Bandanstoss: 20 mm | Länge (L2L): 47 mm Höhe: 12,9 mm (10,7 mm ohne Glas) Bandanstoss: 20 mm |
| Werk: | Miyota 9039 mit 42 h Gangreserve | Miyota 9039 mit 42 h Gangreserve |
| Varianten: | wahlweise mit blauem, grauem, grünen oder silberfarbenem Zifferblatt | wahlweise mit blauem, grauem, grünen oder silberfarbenem Zifferblatt |
| Band: | Kautschuk-Band mit Dornschliesse in fünf Farben oder „Beads of Rice“ oder „Flat Link“ Metallbänder mit Faltschliesse | Kautschuk-Band mit Dornschliesse in fünf Farben oder „Beads of Rice“ oder „Flat Link“ Metallbänder mit Faltschliesse |
| Garantie | 24 Monate | 24 Monate |
| Preis: | ab €630.00 | ab €630.00 |
In Bewegung gibt’s die Uhr hier zu sehen.


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