Die Speedmaster von Omega ist vieles, aber bekanntlich keine Taucheruhr (und kommt hier entsprechend selten vor). Umgekehrt gibt’s leider immer noch zuviele Flug- oder Weltraum-thematische Museen, in denen der legendäre Chronograph praktisch nicht oder nicht gebührend thematisiert wird, und da ist das Space Center in Houston eine angenehme Ausnahme: Mindestens ein Dutzend Speedmaster der Schweizer Uhrenmarke ist quer durchs Museum zu sehen, darunter auch eine X-33 von Claude Nicollier, dem bekanntlich ersten Schweizer Astronauten, der es während seiner aktiven Karriere auf insgesamt vier Shuttle-Mission gebracht hat.

Der zweite Grund, warum dieser Beitrag hier nicht versehentlich gelandet ist: Bevor es ins Weltall geht, trainieren Astro- und Kosmonauten erst einmal im Wasser den Umgang mit der Schwerelosigkeit. Oder mit anderen Worten: Bevor bei einem Astronauten der National Aeronautics and Space Administration (NASA) die bis 50 Meter wasserdichte Speedmaster an den Arm kommt, muss zuerst mal im Wasser geübt werden, mitsamt dem rund 150 Kilogramm schweren EVA-Anzug (Extravehicular Activity):

Seit den 60er-Jahren gehören stundenlange Tauchgänge zum Trainingsprogramm angehender Astronauten, aktuell dürften etwa fünf dedizierte Unterwasser-Anlagen weltweit im Betrieb sein, die grösste davon in Houston: In den späten 80er-Jahren begann die NASA damit, nach einem grösseren Trainingsgelände für ihre Astronauten zu suchen, und 1995 wurde das aktuelle Neutral Buoyancy Laboratory (NBL) im Sonny Carter Training Center in der Nähe des Johnson Space Centers (JSC) in Houston, Texas, in Betrieb genommen. Der 62 Meter lange, 31 Meter breite und 12 Meter tiefe Indoor-Pool fasst 23 Millionen Liter Wasser und beinhaltet u.a. Module in Original-Grösse der International Space Station (ISS). Begleitet werden die Astronauten jeweils von einem „Safety Diver, Utility Diver and Float Camera Diver.“ Diese vierköpfigen Teams werden alle 2 Stunden ausgewechselt, geatmet wird ein Gemisch aus Nitrox und 46% Sauerstoff, jährlich werden „4 million cubic feet (113267 cubic meters)“ von Nitrox verbraucht. Taucher des NBL bringen es pro Jahr auf 500 bis 600 Stunden im 30 Grad warmen Wasser. Die Anlage verfügt auch über eine eigene Dekompressionskammer.






Das NBL wird offenbar auch unabhänig des Weltraumprogramms vom Militär mitgenutzt, der durch schwarze Bälle abgedeckte Bereich ist demzufolge nicht einsehbar. Weitere Impressionen (Grossansicht nach Klick):











Mehr über das JSC gibt’s bei Interesse hier.


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