cx Swiss Military Argonaut

Die Argonautensage

cx_Swiss_Military_1000_Argonaut_SubmergedWenn ein Uhrenhersteller seit 2005 den Titel für sich beanspruchen kann, die wasserdichteste seriengefertigte mechanische Taucheruhr – und in Form der 12‘000 Feet gleichsam den dichtesten mechanischen Chronographen – im Programm zu haben, überrascht es schon ein bisschen, wenn dessen Produkt-Neuheit von 2007 „nur“ 1‘000 Meter Wasserdichtheit verspricht (also rund 3‘200 ft). Aber eben nur ein bisschen. Denn während mit der grossen Schwester ganz klar ein Extrem geschaffen wurde, bietet die (grundsätzlich nicht viel kleinere) Argonaut 1000 doch eine Portion mehr Allround-Qualitäten, reiht sich optisch harmonischer in die bisherige Kollektion ein und profitiert gleichsam von Erfahrungen und Erkenntnissen, die bei der 12‘000 Feet gesammelt wurden. Somit dürfte auch die auf 200 Exemplare limitierte Argonaut 1000 keinerlei Schwierigkeiten haben, selbst extremste Situationen wegzustecken.

cx_Swiss_Military_1000_Argonaut_Front

Und obschon beispielsweise Amazonen, Amykos, Symplegaden, Harpyien oder überhaupt das goldene Vlies selbst sicher in diese Kategorie gehören würden, so wurde die bereitgestellte Argonaut 1000 aus der Serienproduktion trotz namensgebender Sage doch eher herkömmlich getestet: nämlich als Taucheruhr unter Wasser und als Zeitmessgerät zu Land.

Der Schritt zurück als Schritt nach vorne

Im Jahr 2005 wurde der über längere Zeit gültige Rekord der bis 3‘000 Meter dichten (mechanischen) Taucheruhr gleich um 657 Meter quasi nach unten korrigiert: Der Basler Hersteller Charmex beschritt konstruktions-technisch völliges Neuland und präsentierte mit der Swiss Military 12‘000 Feet ein wahres Tiefsee-Ungeheuer: mit über 50mm Durchmesser und über 300 Gramm Kampfgewicht sorgte und sorgt der unübersehbare Chronograph unweigerlich für Aufsehen unter den bislang einzig als Dreizeigeruhren vertretenen Taucheruhren der Spitzenklasse.

Zwei Jahre später bricht Swiss Military zwar keine Rekorde, aber die auf den Namen Argonaut getaufte Uhrenneuheit von 2007 dürfte manchem potentiellen Eroberer der Tiefsee gerade deshalb Freude bereiten: Einerseits ermöglichte die gebotene Wasserdichtheit von 1‘000 Meter eine massentauglichere Dimensionierung von 46mm Durchmesser. Andrerseits bietet die Argonaut optisch viel Gemeinsamkeit mit den bislang ausschliesslich als Quarz-Modellen erhältlichen Vertretern der Kollektion (bspw. Seewolf und Navy Diver) und profitierte unübersehbar auch von den Erfahrungen, die mit dem Flagschiff 12‘000 Feet in der Praxis gesammelt wurden. Abgerundet wird das Paket mit einer engen Zusammenarbeit bei der Entwicklung mit namhaften Experten aus der professionellen Tauch-Szene.

Mit der Argonaut 1000 wurde somit ein durch und durch massentauglicher Tauch-Chronograph geschaffen, der zwar nicht in allen Kategorien mit dem fast schon mythischen Superlativ der 12‘000 Feet mithalten kann, dafür aber ein paar nicht minder anziehende Extras mitbringt:

Unaufdringliche Grösse

46mm Durchmesser (ohne Krone und Drücker) und 20mm Bauhöhe sind – selbst beim nach wie herrschenden Trend zur Grossuhr fürs Handgelenk – natürlich am oberen Limit. Aber dass „gross“ nicht gleich „untragbar“ ist, wurde auch bei der Gestaltung der Argonaut mehrfach hervorragend exerziert: Erstens ist es eine Wohltat, hier eines der wenigen Zifferblätter zu finden, das mit den Werk-Dimensionen mithalten kann. Will heissen: Das Datumsfenster befindet sich tatsächlich dort, wo es hingehört – nämlich an den äusseren Rand des Zifferblatts.

Zweitens sorgt der Glasdurchmesser von 31mm, kombiniert mit der zweigeteilten, schwarz-/metallfarbenen Drehlünette mit einem Durchmesser von 44mm nochmals für erstaunlich kaschierte Grössenverhältnisse (was u.a. an deren schwarzen Rand liegt).

Das durchwegs abgerundete Gehäuse trägt drittens ebenfalls nochmals ein rechtes Stück dazu bei, dass eine eigentlich ziemlich grosse Uhr ziemlich normal zu tragen ist.

Oder mit anderen Worten: Auf den ersten Blick wirkt die Argonaut nicht wie eine 46mm Uhr, sondern eher wie eine 42mm Uhr; insofern passt auch das mit 20mm eigentlich eher schmal ausgefallene Band perfekt zum Charakter der Uhr.

Die Kommentar-Liste der nackten Zahlen hört damit aber noch nicht auf, denn fünftens kommt die Argonaut mit begrüssenswert kurzen Hörnern fürs Band aus: Von Bandanstoss bis Bandanstoss (resp. Steg bis Steg) misst die Uhr 52mm, das Band wird somit eher selten übers Handgelenk des Trägers abstehen.

Einzig die 20mm Bauhöhe bleiben so hoch, wie sie sich auf dem Papier anfühlen. Aber glücklicherweise ist die Kombination Manschettenknopf/Taucheruhr auch im Jahr 2007 nach wie vor eine stilistisch völlig unglückliche Wahl, was die Argonaut – was die Grösse betrifft – zu einem fast schon risikolosen Kauf macht. Ausser vielleicht für Gegenstände, die sich in den Weg der Argonaut stellen, hier dürften vermutlich Türrahmen mehr zu befürchten haben, als die Uhr selbst.

Bleiben wir noch kurz bei den Zahlen und den damit verbundenen Vorurteilen, die die Argonaut 1000 mitbringt:

1‘000 Meter?

Mit den gebotenen 1‘000 Meter Wasserdichtheit könnte mancher interessierte Käufer vielleicht schnell das Gefühl haben, dass es sich angesichts einer stattlichen Zahl der über 1‘000 oder sogar der 2‘000 Meter und mehr wasserdichten Konkurrenten um wenig Neues respektive Seltenes handle. Vergessen geht bei diesem in der Tat vorschnellen Urteil jedoch, dass es sich bei der Konkurrenz fast ausnahmslos um Dreizeiger-Uhren handelt, die höchstens mit Gehäuse-unabhängigen Komplikationen wie beispielsweise der Gangreserve-Anzeige versehen wurden.

Bei den Gehäuse-technisch bedeutend aufwändiger zu realisierenden mechanischen Tauch-Chronographen aber lässt sich derzeit praktisch an einer Hand abzählen, was auf dem Markt ist; und selbst die junge Vergangenheit der 1000er bietet ein ähnlich kleines Feld vergleichbarer Kandidaten. 300, 500 und 600 Meter dominieren hier früher wie heute als Zifferblattaufdruck.

Die Argonaut gilt mit ihren 1‘000 Metern also nicht als ultimative Rekorduhr, aber sie zählt doch zu einem äusserst exklusiven Kreis. Somit dürfte der Entscheid für gerade diese Druckfestigkeit auch aus Herstellersicht mehr als logisch gewesen sein: Mit 1‘000 Meter steht der Uhr in der Tat jede erdenkliche Leistungsreserve zur Verfügung, die psychologische Marke wurde ebenfalls erreicht und angesichts des nach wie vor ungeschlagenen Schwester-Modells 12‘000 Feet hätte es wenig Sinn gemacht, gerade 2 Jahre danach für Haus-eigene Konkurrenz zu sorgen.

Übrigens: Die Chronographen-Drücker selbst bleiben – unverschraubt – bis zu einer theoretischen Tiefe von 300 Meter dicht und vor allem bedienbar (was durch die rote Markierung angezeigt wird, siehe Abbildung). Wer noch tiefer will, sollte also beim Abstieg unbedingt drauf achten, so ab 300 Meter Tiefe die Drücker zu verschrauben…

4 x 50 x 1‘998

Die Argonaut dürfte mit vier Varianten wohl für jede Stimmung eine Option bieten: Die Uhr kommt wahlweise mit gelbem, blauem, silbernen oder dem hier gezeigten schwarzen Zifferblatt. Die Auflage ist auf gerade mal 200 Exemplare (also je 50/Farbe) limitiert, die Nummerierung ist einzeln graviert auf dem Gehäuseboden zu finden.

Somit handelt es sich – verglichen mit den meist vierstelligen Pseudo-Limitierungen am Markt – tatsächlich um eine extrem kleine Auflage, die dem Träger ein hohes Mass an Exklusivität garantieren dürfte. Zu einem Stückpreis von EUR 1‘998.00 (Stand 2007) kommt auf den ersten Blick nochmals ein Garant für ein weltweit tiefes Partner-Look-Risiko dazu – aber, um nochmals die derzeit erhältlichen Alternativen am Markt ins Spiel zu bringen, der Preis bewegt sich hier klar im unteren Drittel der Skala. – Ein vergleichbarer, COSC-zertifizierter mechanischer Chronograph mit 1‘000 Meter Wasserdichtheit und mit diesem Lieferumfang ist schwierig zu finden, und der Prestige-Faktor eines Markenschriftzugs schlägt dann anders zu Buche, als der rein kaufmännische Faktor.

Fazit: Natürlich sind knapp 2‘000 Euro kein Pappenstil, aber wer bereit ist, diesen Betrag anzulegen, erhält dafür extrem viel markante Uhr, gepaart mit nicht ganz so extrem viel Prestige. Und es soll ja genügend Uhrenfans geben, die mittlerweile genau dieses Verhältnis als ihr goldenes Vlies erkoren haben, wenn sich auf Uhrenfahrt begeben…

Und damit verabschieden wir uns für den Moment von den nüchternen Zahlen und werfen einen Blick auf die einzelnen Elemente der Argonaut 1000:

Drehring

Es wird genügend Uhrenfans mechanischer Uhren geben, die genau auf dieses Revival schon lange gewartet haben: Eine weitere Drehlünette wieder mit nachleuchtenden Ziffern und Markierungen. Und es dürfte genügend Taucher geben, die genau das schon zu oft vermisst haben: Eine satt sitzende, selbst mit Neopren-Handschuhen bedienbare Drehlünette. Sie alle können sich freuen – die Argonaut bietet beides.

Die einseitig drehbare, stark kontrastierende, geschwärzte Lünette ist in Zehn-Minuten-Schritten mit scharfkantigen Reitern versehen, die unter allen Bedingungen Halt bieten. Und die mit Leuchtmasse gefüllten Zahlen und Markierungen leuchten, in Kombination mit Stunden- und Minutenzeiger, schon bei unmerklich reduzierten Lichtverhältnissen, während sich die aufgesetzten Stunden-Indexe des Zifferblatts etwas mehr Zeit zum Leuchten lassen.

Die innere Hälfte des Drehrings besteht aus einer metallfarbenen Einlage mit durchgängigen Minutenstrichen, die mit 5 endenden Zeiten sind jeweils ausgeschrieben. Die Rastung selbst ist in den standardmässigen 60 Schritten (mit angenehmem Widerstand und sattem Klang) gehalten; eine Verdoppelung auf 120 hätte zwar die Haptik nochmals aufgewertet, wäre punkto Funktionalität aber irrelevant gewesen. Plus hätte dies zu einem unerwünschten Kompromiss bei der Bedienung geführt, und der Ring hätte bedeutend leichtgängiger ausfallen müssen. – Angesichts dessen Exponiertheit ein unglücklicher Effekt, der unweigerlich zu Fehlmanipulationen geführt hätte.

Ebenfalls viel zu selten anzutreffen: Die Leuchtmarkierung bei 12 Uhr sitzt auch tatsächlich exakt auf 12 Uhr.

Fazit: Auch wenn die kleineren Leuchtdreiecke auf dem Ring funktional unnötig sind, wer beim Drehring nach Fehlern sucht, sucht erfolglos. Einzig die Zukunft mag aufzeigen, wie sich die Leuchtmasse im Drehring punkto Haltbarkeit und Verfärbungen verhält und wie die geschwärzte Lünette diese Farbe vor allem an den Kanten behalten wird.

Tauchzeit

Im Vergleich zur 12‘000 Feet verfügt die Argonaut nicht nur über einen bedeutend markanteren Minutenzeiger, er wurde auch gleich mit der Pfeilspitze unmissverständlich zu der Rolle befördert, die ihm im Taucheinsatz zusteht: Die Angabe der verstrichenen Zeit seit Beginn des Tauchgangs in Kombination mit dem Drehring. Diese Aufgabe meistert er perfekt, und wer genau hinsieht, wird an der im Vergleich zum Stundenzeiger fast identisch ausgeführten Vertiefung/Form für die Leuchtmasse seine Freude haben.

Und wer unbedingt noch so etwas wie Kritik (jenseits des persönlichen Geschmacks) hören will: Das gewählte Zeiger-Layout führt natürlich unweigerlich zu einer erhöhten Präsenz auf dem Zifferblatt; somit verdecken die weissen Zeiger natürlich mehr Fläche der Chrono-Totalisatoren. Insgesamt aber ein tolerierbarer und geglückter Kompromiss, der schlussendlich zu mehr Ablesbarkeit bei den Primärfunktionen „Uhrzeit“ und „Tauchzeit“ führt. Und aus rein geschmacklicher Perspektive hätten sowohl der Stundenzeiger als auch der Minutenzeiger ein bis zwei Millimeter länger ausfallen können, so dass die Spitze des Minutenzeigers in die Mitte der Totalisatoren und die Spitze des Minutenzeigers besser auf die Begrenzung des Datumsfensters gepasst hätten.

Etwas inkonsequent fiel die Wahl bei der Bestückung mit Leuchtmasse beim Zeiger der permanenten Sekunde aus (Totalisator bei 9 Uhr): Zwar wird insgesamt eindeutig Zwischen „Zeit“ (weiss) und „Stoppzeit“ (rot) unterschieden, aber der kleine Sekundenzeiger hätte streng genommen ebenfalls mit Leuchtmasse versehen werden sollen, während die zentrale Stoppsekunde darauf hätte verzichten können. Nicht ganz so gravierendes Resultat: Der Taucher, der sich punkto Uhr unbedingt an gewisse Industrienormen halten möchte, und der vor dem Nachttauchgang – notabene in absoluter Dunkelheit – noch einen Funktions-Check machen möchte, müsste dies mit dem zentralen Sekundenzeiger des Chronos (rot) machen. Also den unverschraubten Drücker betätigen.

Und da wir gerade bei der Farbe sind: Rot zählt zu den Farben, die unter Wasser am schnellsten verschwinden – das aufgesetzte Wappen und die bspw. für Dekostopps nützliche Chrono-Funktion werden somit mit zunehmender Tiefe unsichtbarer. Das heisst: Normalsterbliche Taucher erhalten mit der Argonaut eine Uhr, die bei Abnahme des Farbspektrums mit zunehmender Ablesbarkeit der Zeit überzeugt, während Taucher, die beim Aufstieg mehrere Dekostopps einlegen müssen, erst bei den letzten Stopps auf den Chrono setzen sollten – so sie denn so leichtsinnig gewesen sollten, einen Tieftauchgang ohne Tauchcomputer gewagt zu haben.

Wem das jetzt zu kompliziert war: Die Bilder rechts zeigen ziemlich gut, dass die Argonaut auch unter dem Wasserspiegel in mehrfacher Sicht Freude beim Ablesen macht und dass es sich bei der angebrachten Kritik eher um Haarspalterei handelt.

Die Extras

Die lackierte schwarze Holz-Box, in der der Käufer einer Argonaut seine Uhr findet, ist dermassen gewaltig (und übrigens identisch zur 12‘000 Feet), dass sie auch in diesem Fall mit entsprechend Zubehör gefüllt sein will: Die Argonaut kommt nicht nur mit allen erdenklichen Papieren (darunter auch der vielerorts unterschlagene COSC-Schein) und Instruktionen, sondern auch mit zwei Band-Optionen: Stahl und Kautschuk.

Das Stahlband: Die massive Schliesse des Stahlbands verfügt natürlich über eine ausklappbare Tauchverlängerung; zuverlässig gehalten wird es durch den Schnappverschluss, zwei gefederte Stifte und zusätzlich durch einen ebenso massiven Sicherheitsbügel. Für den Taucher empfiehlt sich diese Option nur bei sehr dünnem Neopren-Anzug oder noch besser, für den Einsatz ohne Verlängerung direkt auf der Haut. Ansonsten viel Heavy Metal (das Band alleine wiegt schon knapp 100 Gramm), der Trage-Komfort ist trotz fehlender Feineinstellung sehr hoch, und die Verarbeitungsqualität der durchwegs verschraubten Glieder ist auf sehr hohem Niveau.

Das Kautschukband: Wer generell mit einem Nasstauch-Anzug unterwegs ist, wird mit dem ebenfalls mitgelieferten schwarzen Kautschukband die perfekte Kombination finden – es ist genügend lange ausgefallen, um praktisch über jeder Stärke Neopren zu passen. Einzig die mit einem Federsteg befestigte Dornschliesse hätte konsequenterweise ebenfalls mit einem verschraubten Stift gelöst werden können. Hätte können: In der Praxis erwies sich das Band als extrem robust und verteilte mögliche Beanspruchungen hervorragend auf mehrere Stellen.

Die Verlängerung: Die dritte Option ist entweder für Popeye den Matrosen oder für Tauchgänge mit Trockentauchanzügen gedacht: Das Kautschukband kann damit nochmals erweitert werden – ein zusätzliches Band-Stück aus Kautschuk wird hierzu zwischen Dornschliesse und Band eingesetzt und bringt das Band damit schon fast auf Hüftumfang.

Nachdem sich das Kautschukband nicht nur optisch sehr vorteilhaft auf den Gesamt-Auftritt der Uhr auswirkt, sondern sich mit grosser Wahrscheinlichkeit bei einer Mehrzahl der Käufer auch zur bevorzugten Variante für den Einsatz im und unter Wasser behaupten dürfte, soll an dieser Stelle noch auf eine Eigenheit desselben eingegangen werden: Nachdem die zwei Fixationsschlaufen (siehe Abbildung) nicht aus Kautschuk, sondern aus Stahl ausgefallen sind, musste das angenehm harte Band um eine stoppende Wulst erweitert werden, um erstens den Kontakt der Schlaufen mit der Uhr zu vermeiden, und zweitens, um zu verhindern, dass sich die äussere Schlaufe hinter das Ende des Bands schiebt und somit mühsam wieder über das Band geschoben werden muss. Ein weiterer begrüssenswerter Effekt dieser Lösung: Das Band lässt sich insgesamt viel komfortabler anlegen und sitzt bombenfest am Handgelenk.

Aber: Diese grundsätzlich positive Lösung für den Neopren-Anzug könnte sich nun – was beim Verfasser glücklicherweise nicht eingetreten ist – je nach Handgelenkumfang als potentielle Druckstelle auf nackter Haut entpuppen. Wenn dies passiert, gibt’s drei Möglichkeiten. – Die Radikalste: Mit einem Skalpell den Stopper vorsichtig entfernen.

Die minimal-invasive Option braucht mehr Zeit, dafür weniger Mut: Dornschliesse und Fixationsschlaufen entfernen, Band umdrehen (damit der Stopper auf die Aussenseite kommt), Schlaufen und Schliesse wieder drauf, fertig. Einziger Unterschied: Das erhaben platzierte Hersteller-Logo auf dem Band ist nun nicht mehr zu sehen.

Die dritte Option verdanken wir dem glücklichen Umstand, dass die Argonaut – im Vergleich zu ihrer grossen Schwester – dank regulärer Bandanstösse an jedes 20mm-Band passt. Somit hat der Besitzer unlimitierte Möglichkeiten, den Look seiner Uhr zu verändern.

Trockenkammer

Zwischen den beiden Bändern liegt logischerweise das massive Gehäuse, in diesem Fall eher funktional und dem Zweck angepasst mit gebürstetem Finish ausgeführt. Erst die Rückansicht offenbart dessen wahre Grösse, die Vorderseite weiss dank runder Seiten, mehrstufigen Bandanstössen und der Lünette sehr gut die beachtlichen 46mm Durchmesser zu kaschieren. Die überaus wuchtigen Bandanstösse sind eher ungewohnt dick, tragen aber viel zum unverkennbaren Auftritt des Zeitmessers bei.

cx_Swiss_Military_1000_Argonaut_Caseback_Submerged

Wie es sich bei einer bis 1‘000 Meter dichten Taucheruhr gehört, zählt ein (bereits bei der 12‘000 Feet verwendetes) integriertes Heliumventil bei 9 Uhr ebenfalls zum Leistungsumfang, genau so wie eine griffige Krone mit 8mm Durchmesser, die sich sicher und tief ins Gehäuse verschrauben lässt und so perfekt geschützt auf Tauchgänge geht. Die Chronographen-Drücker selbst lassen sich – wie eingangs schon erwähnt – manuell verschrauben. Auch hier: Alles genau so, wie man sich das wünscht. Und dass das Heliumventil wie geplant funktioniert, setzen wir – mangels Test-Möglichkeit – jetzt einfach mal voraus.

Aufgrund der komplexen Bauart der Uhr soll an dieser Stelle vielmehr darauf hingewiesen werden, wie wichtig generell ein Abspülen mit Süsswasser ist, wenn die Uhr im Salzwasser verwendet wurde: Aufgrund der zahlreichen Elemente (Drücker, Zwischenraum der Krone zur Gehäuseöffnung, Lünette etc.) lohnt es sich bei der Argonaut 1000 ganz besonders, danach möglichst sämtliche Sand- und Salz-Rückstände zu entfernen.

Innere Werte

Das verwendete Valjoux 7750 muss aufgrund der derzeitigen Länge dieser Review und aufgrund der millionenfachen Verbreitung glücklicherweise nicht näher vorgestellt werden (für Neueinsteiger: das bewährteste mechanische Chronographen-Werk aus hiesiger Produktion). Es kommt auch bei der Argonaut 1000 in der Chronometer-Ausführung zum Einsatz, der Gang im realen Einsatz ist entsprechend erfreulich.

Die Kritik

Mancher wird’s schon geahnt haben: Die Uhr macht es einem wahrlich nicht leicht, Negatives zu finden. Nach mehreren Tauchgängen, wachsender Begeisterung für die Eigenständigkeit des Designs, problemloser Angewöhnung an Gewicht und Grösse bleibt der einzige wirkliche Kritikpunkt, dass etwas fehlt und etwas zuviel dabei ist: Es fehlt nämlich ein zusätzlicher Schraubenzieher, mit dem sich das Stahlband nicht nur Abnehmen, sondern auch verstellen lässt; und den Stopper am Kautschukband hätte man sich sparen können.

Fazit

Mit der Argonaut 1000 bietet Swiss Military einen der ganz wenigen Extrem-Taucher-Chronographen an, der sich zusätzlich auch extrem gut für Landgänge eignet, dabei ein extrem eigenständiges aber dennoch eingängiges Design bietet und noch im bezahlbaren Rahmen liegt. Die Verarbeitung ist funktional, aber durchwegs hohem Niveau, und mit einer Limitierung von gerade mal 200 Stück ist die Chance wirklich extrem klein, dass man ein solches Exemplar zweimal in freier Wildbahn antreffen wird.

 

Technische Daten

Anbieter: Charmex of Switzerland / Montres Charmex S.A.
Marke: Swiss Military
Modell: Argonaut 1000
Limitierung: 200 Exemplare total
Preis: Euro 1’998 (2007)
Varianten: 4 – Eine Variante mit gelbem, blauem, silbernen oder eine mit schwarzem Zifferblatt
Wasserdichtheit: 1000 Meter
Vorstellungsjahr: 2007
Dimensionen: ca. 46mm Durchmesser ohne Krone, 49mm mit; 20mm Höhe
Funktion: Stunde, Minute, kleine Sekunde bei 9 Uhr, Datumsfenster bei 3 Uhr; Chronograph mit zentraler Sekunde, 30-Min-Totalisator bei 12 Uhr, 12-Stunden-Totalisator bei 6 Uhr
Glas: Saphirglas
Zifferblatt: Hochglanzlackiertes Zifferblatt mit abgesetzten Totalisatoren mit Radial-Muster; aufgesetzte, umrandete Stundenindexe, aufgesetztes Wappen, gefasstes Datumsfenster mit weisser Datumsscheibe bei 3 Uhr; Stundenindexe, Drehring-Markierungen, Stunden-/Minutenzeiger und Pfeilspitze Chrono-Sekundenzeiger nachtleuchtend (SuperLuminova)
Gehäuse: Massives Edelstahlgehäuse mit dreifach abgedichteter, verschraubter Krone (8mm Durchmesser) mit massivem Flankenschutz, verschraubbare Chronographen-Drücker, einseitig drehbare, rastende (60 Schritte) Taucherlünette (aussen geschwärzt) mit Leuchtdreieck bei 12 Uhr, integriertes Heliumventil bei 3 Uhr; massiver, verschraubter Gehäuseboden mit Gravur
Werk: Valjoux 7750 mit COSC-Zertifikat, 25 Rubine, 28’800 A/h (4 Hz), Schwungmasse mit Pérlage und Logo dekoriert. 30 mm Durchmesser, 7.9 mm Höhe; rund 47 Stunden Gangreserve, Incabloc Stosssicherung, Etachron Feinregulierung; keine Zierschliffe ausser Schwungmasse
Gewicht Uhr mit ungekürztem Stahlband: ca. 315g
Gewicht Uhr mit Kautschukband: ca. 217g
Band: Gebürstetes Stahlband mit massiven Gliedern, verschraubt; massive Sicherheitsfaltschliesse, Bügel und integrierter Tauchverlängerung; Logo-Gravur auf und in Faltschliesse Bandanstossbreite: 20 mm
Kautschukband: Wellenfalz, zweifaches Logo-Relief auf beiden Seiten; Edelstahl-Faltschliesse und -Fixationsschlaufen; Bandanstossbreite: 20mm
Zubehör: Überkarton, schwarze Holzbox (L:31 x B:22 x H:8 cm) lackiert mit Logo-Druck, gelbes Kunst-Leder-Futter, Schraubenzieher, Bedienungsanleitung, Garantie, Zertifikat und COSC-Zertifikat; Leder-Badge, Kautschukband und Kautschkuk-Verlängerung
Garantie: 2 Jahre
Dieser Artikel wurde erstmals im Jahr 2007 veröffentlicht.

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