Vintage VDB No Limit

Thüringer Jahrgangs-Spezialität

Wenn die Erfurter Marke Vintage VDB wie bei der No Limit von einer Serienproduktion spricht, so handelt es sich dabei immer noch um eine verschwindend kleine Auflage, die pro Version gerade mal im zweistelligen Bereich liegt. Damit erhalten Fans der Marke jährlich die Chance, für vergleichsweise moderate Preise eine Vintage VDB Uhr zu kriegen, die sich zudem auch bei den Dimensionen etwas mehr am Mainstream orientiert. Mit Betonung auf „etwas“, mehr dazu gleich im Anschluss.

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Das 2015er Modell trägt den Namen „No Limit“ und wurde in insgesamt fünf Versionen aufgelegt, die Stückzahlen liegen jeweils zwischen 10 und 80 Uhren , womit insgesamt 230 Uhren mit diesem Gehäuse auf den Markt gekommen sind.

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Die einseitig rastende Lünette ist zwar wie gewohnt zwölfkantig ausgeführt, aber spürbar flacher und erstmals mit einer Riffelung versehen worden, was dieses Modell auf den ersten Blick zum bislang zivilsten Entwurf macht. Auf den zweiten Blick wird die „No Limit“ sowohl ihrem Namen als auch ihrer Herkunft aber natürlich mehr als gerecht: 17 mm Höhe und 46 mm Durchmesser sind an sich schon eine stattliche Nummer; dazu kommen noch die weit abstehenden Bandanstösse, was die Uhr auf 56 mm Länge anwachsen lässt.

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Ein kräftiges Handgelenk verlangt aber nicht nur die Uhr: Das Band ist 28 mm, die Dornschliesse gar sagenhafte 37 mm breit, was schon fast einen Einsatz um die Hüfte realistisch werden lässt.

Insgesamt erfreulich ist die ebenso sicht- wie spürbare Weiterentwicklung von Vintage VDB, wenn es um die eigentliche Kernkompetenz der Marke geht: das Gehäuse, wenn auch in diesem Fall nicht mit unterschiedlichen Schliffen und polierten Flächen versehen, ist nochmals etwas raffinierter ausgefallen und bei genauerem Hinschauen auch alles andere als simpel: Das Spiel mit harten Kanten und runden Elementen, der Mix zwischen abgeflachten Übergängen und einer insgesamt sehr reduzierten Formensprache (bei unübersehbarem Auftritt am Handgelenk) ist gelungen, das „Erfurt“ auf dem Zifferblatt zudem ein charmantes Bekenntnis zur Herkunft der Uhren.

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Gebürstete Zeiger und die Passgenauigkeit der ebenfalls zwölfkantigen Krone (die sich auch sonst optisch an der Lünette orientiert) bei der Aussparung am Gehäuse sind darüber hinaus nette Details, wie auch die 120er Rastung der Lünette keine Wünsche offen lässt.

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Dafür sind 200 Meter Wasserdichtheit und das verbaute ETA 2824 vermutlich jetzt nicht die ausschlaggebenden Merkmale für den Kauf, Puristen dürften sich darüber hinaus ein etwas kleineres Logo auf dem Zifferblatt wünschen und Taucher definitiv eine andere Kontrastfarbe als Rot. Objektiv und and Land gibt’s aber kaum etwas an der „No Limit“ auszusetzen, vor allem nicht angesichts der tiefen Stückzahlen und des Preises von 1’405.00 Euro für die hier gezeigte Version mit sandgestrahltem Gehäuse.

Einziger Wunsch: das laut Hersteller ebenfalls im Lieferumfang enthaltene Haifischleder-Armband könnte man für kommenden Editionen vielleicht durch eine artenschutztechnisch etwas weniger bedenkliche Alternative ersetzen.

Fazit: Vintage ist an der „No Limit“ nur der Look; vor allem aber kriegt man für einen attraktiven Preis eine ebenso attraktive Chance, die sympathische Marke aus Erfurt auf eine Art kennenzulernen, so dass Folgekäufe kaum ausbleiben dürften.

Impressionen (Grossansicht nach Klick):

Technische Details:

Hersteller: Vintage VDB, Erfurt
Modell: No Limit
Gehäuse: Dreiteiliges, sandgestrahltes Edelstahlgehäuse mit Schraubboden; 46 mm Durchmesser, 17 mm Bauhöhe, 200 Meter wasserdicht, einseitig rastender Drehring mit Aluminium-Einlage (120 Klicks), 28 mm Bandanstoss, Saphirglas
Werk: ETA 2824
Auflage: 40 Exemplare
Varianten: poliertes Edelstahlgehäuse (80 Exemplare, 1’520.00 Euro), PVD-beschichtetes Gehäuse mit orangem Zifferblatt (40 Exemplare, 1’5865.00 Euro), kratzresistenteres „Military“ Gehäuse (10 Exemplare, 2’140.00 Euro), Bronze-Gehäuse mit grünem Zifferblatt (60 Exemplare, 2’325.00 Euro)
Lancierungsjahr: 2015
Preis: ab 1’405.00 Euro