Omega Seamaster 300

Oder die berechtigte Frage: Sind die echt?

Omega_Vintage_Seamaster_300_CasebackEs gibt drei Gründe, weshalb ein Uhrenliebhaber beim Anblick einer Omega Seamaster 300 aus der Ära der ersten Speedmaster-Gehäuse-Adaption zweifeln sollte: Erstens, weshalb eine Uhr die Bezeichnung „300“ erhält, wenn diese lediglich auf 200 Meter Tauchtiefe ausgelegt ist. Zweitens, warum Omega auf die Idee gekommen ist, dieses punkto Design, Werk und Verarbeitung perfekte Modell über die Jahre zu verändern, wo doch Rolex mit der Submariner bewiesen hat, wie man ein Modell nachhaltig pflegt (und was Omega mit der Moonwatch ebenso umsichtig getan hat). Und drittens stellt sich bei der Begegnung mit diesen rund 40 Jahre alten Klassikern unweigerlich die Frage, ob es sich um ein Original handelt. Denn sollte je ein Beweis für die Schädlichkeit von „Fakes“ gesucht werden, so liesse sich anhand der Seamaster 300 Modelle eindrücklich aufzeigen, zu was das (meist) fernöstliche Treiben geführt hat: verunsicherter Käufer.

Die Seamaster 300 der hier vorgestellten Gehäusefamilie darf sich somit mit dem zweifelhaften Ruf schmücken, zu den eher häufiger gefälschten Uhren im „Vintage“ Markt zu gehören. – Ein dermassen erschreckend grosser Anteil sog. Marriages (also Zusammenbau unterschiedlicher/gefälschter Komponenten unterschiedlicher Uhren) ist mittlerweile zu finden, dass selbst Kenner die Finger von Fern-Käufen lassen ähnlich der Fifty Fathoms. Gründe liegen einerseits in der enormen Popularität, andrerseits in ziemlich einfach zu beschaffenden Originalwerken sowie der stattlichen Anzahl von verkauften Uhren über einen längeren Zeitraum. Es ist also im besten Fall genug Material vorhanden, um aus zwei miserablen Stücken ein halbwegs korrektes Stück zusammenzubasteln. Und wo die entsprechenden Teile fehlen, wird kurzerhand auf Nachbauten zurückgegriffen.

Mit den folgenden Haupt-Unterscheidungsmerkmalen sollen dem jagenden Sammler deshalb ausnahmsweise nicht Beschriebe geboten werden, sondern ein paar Basis-Merkmale vermittelt werden, anhand derer sich ein Fake erahnen lässt. Und schliesslich gibt es genügend Websites, welche sich mit der Vorstellung des Modells befassen:

  • Die 9 auf dem Zifferblatt muss geöffnet sein, die 6 dementsprechend auch, bei Fakes sind sie durchgehend geschlossen.
  • Die Leuchtmasse der Stundenmarkierungen muss die Minuterie überdecken, bei Fakes lassen sich oft noch die überdeckten Minuten-Indices am äussersten Rand erkennen.
  • „Swiss Made“ muss unter der 6 Uhr Markierung stehen, nicht oberhalb.
  • Die Ziffern des Bakelit-Drehrings sowie die 12er und 5er Markierungen bestehen aus Leuchtmasse, sind je nach Alter also etwas gelblicher und in jedem Fall unter einer transparenten Schicht, das gibt dem Ganzen eine schöne optische Tiefe.
  • Die Bodengravur „WATERPROOF“ ist bei Fakes oftmals mit einem spitz zulaufenden „A“ ausgeführt; Originale haben aber ein flaches A.

Dann gibt’s noch etliche Unterschiede, z.B. in den Proportionen der Zeiger, aber da müsste man Original und Fälschung nebeneinander halten können.

Wie gesagt, dies nur ein paar Merkmale welche dazu beitragen können, ein falsches Bauteil mehr oder weniger schnell und bequem zu entlarven. Dennoch stellt eine solche Liste natürlich keine Garantie dar für Marriages oder für konstant besser werdende Fakes. – So sind bereits erste Exemplare mit offenen Stundenziffern zu sehen, welche jedoch noch über unsauber überdeckte Minuten-Indices verfügen.

Noch.

 

Dieser Artikel wurde erstmals im Jahr 2002 veröffentlicht.

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