Oris Sixty-Five

The (not so) Roaring 60’s

Spätestens seit der Vorstellung der ProDiver im Jahr 2009 (Ref. 674.7630.71.54.MB) oder dem Aquis Tiefenmesser im Jahr 2013 (Ref. 01 733 7675 4154-Set RS) hat Oris einiges an Respekt verdient, wenn es um die Entwicklung zeitgemässer Taucheruhren mit hohem Nutzwert und interessanten Funktionen geht. Seit der im Jahr 2015 vorgestellten Neuauflage eines Modells aus den 60er-Jahren gesellt sich zum Respekt aber auch eine gehörige Portion Charme – selbst wenn die als „Oris Divers Sixty-Five“ bezeichnete Uhr (Ref. 01 733 7707 4064-07 4 20 18) mit 100 m Wasserdichtheit kaum mit ihren grossen Schwestern mithalten kann.

Oris_Sixty_Five_Diver_Front_Baselworld_2015

Alles eine Frage der Positionierung

Oris ist nicht der erste Anbieter, der mit der Wiederbelebung eines historischen Modells neue Zielgruppen erschliessen will, kann aber als eine jener Marken gesehen werden, die dafür vergleichsweise lange im Archiv suchen müssen: denn auch bei mehr als 100 Jahren Firmengeschichte findet sich kaum ein Modell, das sich als grosser Klassiker für eine Re-Edition eignen würde – zumindest, wenn es um Taucheruhren geht.

Oris wählte zur Baselworld 2015 eine Taucheruhr der 60er-Jahre, welche im Lancierungsjahr ihr fünfzigjähriges Jubiläum (deshalb auch der Name „Sixty-Five“) feierte (aber natürlich nicht die letzten 50 Jahre durchgehend erhältlich gewesen war). Und im Vergleich zu dem in Sammlerkreisen eher wenig diskutierten Oldtimer konnte die Reinkarnation sogar einiges wettmachen, was schon vor 50 Jahren nicht unbedingt als State-of-the-Art gegolten hatte: Die Neuauflage bringt 40 mm Durchmesser, Datum, Superluminova, ein Edelstahlgehäuse, eine beschichtete Lünette (DLC) und vor allem ein wunderbar abstehendes, gewölbtes Saphirglas mit.

Die Wasserdichtheit von 100 m und der auch aus heutiger Sicht immer noch moderate Durchmesser wurden indes beibehalten – eventuell nicht nur aufgrund der historischen Korrektheit, sondern auch, weil die Herstellung des Saphirglases gewisse Restriktionen im Pflichtenheft verlangte und/oder man professionellen Tauchern ganz einfach mit anderen Zeitmessern zur Verfügung stehen möchte.

Dafür erhalten Kunden für 1‘750 Franken viel Nostalgie. Und als Highlight das bereits erwähnte Saphirglas, das in Kombination mit dem ebenfalls gewölbten Zifferblatt einen mehr als gelungenen Effekt am Handgelenk erzielt.

Erfolgreicher Start

Die vorerst mit zwei Band-Optionen erhältliche Uhr (Tropic- oder Textilband) wurde praktisch ausnahmslos positiv aufgenommen, und das nicht nur von Käufern, die sich von Uhren jenseits der 42 mm verabschiedet hatten. Somit war es eigentlich nur logisch, dass das Angebot weiter ausgebaut werden würde: bereits im November 2015 stellte Oris eine weitere Zifferblatt-Version vor, die unter der Bezeichnung „Deauville“ ein blau-graues Zifferblatt umfasste.

Oris_Sixty_Five_Diver_Deauville_Date_2_2015Im Vergleich zum schwarzen Schwestermodell tritt die Datumsscheibe und auch dessen Positionierung hier viel stärker in den Vordergrund, dafür bietet es eine nicht ganz alltägliche Farbwahl für all jene Kunden, die schon genug Uhren mit schwarzem Zifferblatt gesehen haben.

Ob sich demnächst noch ein grün-graues o.dgl. Zifferblatt dazu gesellen wird, wird sich weisen. Indes scheint mindestens ein passendes Stahlband bereits in Planung zu sein.

Wenig Risiko

Angetrieben wird die eher flach bauende Uhr von einem Oris-Kaliber 733, welches auf dem SW200-1 beruht (welches wiederum dem 2824 angelehnt ist) und durch Oris mindestens mit einer personalisierten Schwungmasse verändert zum Einsatz kommt.

Das Edelstahl-Gehäuse ist seitlich poliert, die Oberseite ist mit einem Strichschliff versehen und der Boden herkömmlich verschraubt.

Oris_Sixty_Five_Diver_Deauville_Caseback_2_2015

Selbstverständlich ist das abstehende Glas und die nicht minder abstehende, verschraubte Krone etwas exponiert – aber Durchmesser, Wasserdichtheit und Gewicht könnten dafür sorgen, dass sich die Sixty-Five nur selten in allzu grosse Gefahrenzonen begibt.

Erfreulich ist das für die Ära typische Tropic-Band aus Kautschuk: es kommt ausreichend lange daher und sollte kaum zu Engpässen am Arm führen.

Eine Art Fazit

Es gibt wenig Gründe, die Sixty-Five Diver von Oris nicht zu mögen. Und mit der jüngsten Zifferblattfarbe entfällt auch das letzte Argument, dass Taucheruhren allzu oft viel zu ähnlich aussehen.

Beide Versionen bieten einen äusserst charmanten Retro-Look und – mit Blick auf die 60er – trotzdem einen sehr zurückhaltenden Auftritt am Arm. Und wem das nicht zusagt, Oris kann bekanntlich auch ganz anders.

 

Galerie (Grossansicht nach Klick):

Technische Details

Hersteller: Oris SA
Modell: Oris Divers Sixty-Five
Gehäuse: 40 mm grosses Edelstahlgehäuse poliert/gebürstet; einseitig drehbare, rastende Lünette (120 Klicks) mit DLC und Aluminium-Einlage; gewölbtes Saphirglas, verschraubte Krone, Schraubboden mit Oris-Logo-Gravur: 100 Meter Wasserdichtheit
Werk: Oris 733 (Basis SW 200-1) mit schwarzer Datumsscheibe
Zifferblatt: gewölbtes Zifferblatt, SL-beschichtet
Referenz/Versionen: Schwarzes Zifferblatt mit schwarzem Tropic-Kautschukband: 01 733 7707 4064-07 4 20 18, schwarzes Zifferblatt mit beigem Textilband: 01 733 7707 4064-07 5 20 2, blau-graues Zifferblatt „Deauville“ mit schwarzem Tropic-Kautschukband: 01 733 7707 4065-07 4 20 18, blau-graues Zifferblatt „Deauville“ mit schwarzem Textilband: 01 733 7707 4065-07 5 20 24
Markteinführung: 2015
Preis: CHF 1‘750.00 (Stand 2015)

 

Dieser Artikel wurde erstmals im Jahr 2015 veröffentlicht.