IWC Aquatimer (2004)

Welcome to the Family: Eine Übersicht zur 2004 lancierten IWC Aquatimer Familie (Ref. 3534/3548/3548/3719/3723)

Manch einer vermutete schon früh, dass aus Schaffhausen bald eine neue Taucheruhr mit der Bezeichnung Aquatimer zu erwarten sei. Aber nur wenige erwarteten, dass es 2004 gleich eine ganze Uhrenlinie geben würde.

Ein erster Trockentauchgang mit den neuen fünf Taucheruhren für echte Froschmänner:

Spekulativ, Teil I

Die ersten zaghaften Gerüchte über ein mögliches Ende der GST Aquatimer (Ref. 3536) tauchten bereits zu Beginn des Jahres 2002 in den einschlägigen Internet-Foren auf, nachdem ein etwas zu enthusiastischer Händler offenbar etwas zu offen mit einem seiner Kunden geplaudert hatte.

Kurze Zeit später wurde spekuliert, IWC verfolge mit der Aquatimer gar eine neue Uhren-Linie, um die gesamte GST-Linie zu ersetzen – und schon wurden auch Diskussionen über eine „Deep Two“ laut, die von sibyllinisch antwortenden Mitarbeitern der IWC nur noch geschürt wurden. Und zu Beginn des Jahres 2003 wurden die Spekulationen insofern komplettiert, als dass die nächste Aquatimer nur noch als Titan-Version gefertigt werde… und so weiter und so fort. Kurz gesagt: Es brodelte wie schon lange nicht mehr in der Gerüchteküche, was in Sammlerkreisen einen nicht ganz unerwarteten Run auf die letzten GST Aquatimer auslöste. Was aber doch eher überraschte: So mancher genau dieser Last-Minute-Käufer hatte als eingefleischter Submariner-Jünger die IWC GST Aquatimer gerne immer wieder mal lautstark als Kopie abgetan.

Szenewechsel: die Produktion der GST Titan-Version (Ref. 3536-001) wurde zur Jahresmitte 2003 eigentlich eingestellt (dann aber aufgrund der plötzlich stark einsetzenden Nachfrage nochmals aufgenommen), die des Stahlmodells mit schwarzem Zifferblatt (Ref. 3536-002) kurze Zeit später, vermutlich Dezember 2003.

Nochmals Szenewechsel: Am 13. November 2003 wurde im ebenso passenden wie geschichtsträchtigen Monaco die Sponsoring-Kooperation von IWC mit der Cousteau Society bekannt gegeben (Anmerkung: Jacques-Yves Cousteau war u.a. Leiter des monegassischen Ozeanographischen Museums), natürlich ohne auch nur ein Wort über eine mögliche neue Taucheruhr zu verlieren… Am selben Tag lief deren mit Turbo-Sails bestückte Forschungsschiff Alcyone aus, um bis Ende Januar 2004 auf den Spuren Cousteaus die Korallenriffe des Roten Meers zu untersuchen – unter dem Titel „Silent World Revisited“ war auch so mancher Veteran, u.a. Claude Wesly, von früher an Bord. IWC gilt hierbei als „Official Sponsor of the Cousteau Society’s Expeditions“ – ein Titel, den in der Vergangenheit so mancher Uhrenhersteller vergeblich (wieder) zu erlangen suchte. Was die an Bord befindlichen Taucher rund um den Expeditionsleiter Jean Jaubert an Uhren dabei hatten, sollte somit noch ein paar Monate geheim bleiben: Erst am 10. Februar 2004 wurde während einer Pressekonferenz in Hurghada endlich vorgestellt, was denn da im Verborgenen entwickelt worden war, und am 19. April 2004 konnte sich auch die restliche Fachwelt anlässlich des Salon International de la haute Horlogerie (SIHH) in Genf von den handfesten Tatsachen überzeugen: Vorgestellt wurde eine Aquatimer als Dreizeiger-Uhr in Titan (Ref. 3538), wasserdicht bis 2000 Meter sowie in Stahl (Ref. 3548), wasserdicht bis 1000 Meter – und somit die erste 1000er aus Schaffhausen. Ebenfalls ein Chronograph (Ref. 3719) in Stahl und Titan sowie als Höhepunkt ein stattlich dimensionierter Minuten-Schleppzeiger-Chronograph (Ref. 3723) in Titan. Die drei letzt genannten Modelle jeweils wasserdicht bis 120 Meter.

Die Zifferblätter der Stahlvarianten wurden wie gewohnt insgesamt eleganter mit aufgesetzten Indexen und weissen Akzenten (z.B. Markierungsdreieck und 15-Minuten-Segment, Ziffern etc.) gestaltet, die Zifferblätter der Titan-Variante ebenso gewohnt sportlich mit kontraststarken gelben Akzenten.

Sämtliche Aquatimer-Modelle verfügen über einen innen liegenden Drehring, der über eine zweite Krone bei 4 bedient wird. Bei den zwei Chronographen-Modellen übernimmt die Krone somit eine technisch aufwändige Doppelfunktion – die der Chrono-Rückstellung (drücken) und der Lünetten-Einstellung (drehen) – eine prinzipiell ähnliche Umsetzung, wie sie bereits bei der Deep One zum Einsatz kam. Ebenfalls wurde eine auf 1953 Stück limitierte Serie Aquatimer mit dunkelblauem Zifferblatt und orangefarbenen Elementen (Ref. 3548) vorgestellt, um die Verbindung IWC/Cousteau weiter zu untermauern.

Auf dem Gehäuseboden findet sich somit passenderweise das gravierte Logo der Alcyone. Die Limitierung stellt (wie auch die Coral Reef Expedition selbst) eine Hommage an die im Jahre 1953 durchgeführte Expedition Cousteaus dar.

In ihrer Gesamtheit ersetzen die Wassersportler tatsächlich die 1997 lancierte GST-Linie, und Spekulationen über zukünftige wasserfeste Aquatimer-Varianten mit weiteren Komplikationen sind zwar verfrüht, aber sicherlich nicht ganz fehl am Platz.

Spekulativ, Teil II

Nach rund 6 Jahren Laufzeit drängt sich natürlich die Frage auf, weshalb ein Modell resp. eine ganze Linie bereits wieder ersetzt wird: War die GST Aquatimer ein kommerzieller und/oder technischer Flop? Sollte durch neue Modelle nur ein Impuls erreicht werden? Oder war die GST Aquatimer dermassen viel versprechend, dass man ihr noch mehr Präsenz verlieh?

Wie bereits erwähnt, die Submariner-Fraktion unterstützte natürlich die Flop-These und war froh, die Palastrevolution in letzter Minute abgewendet zu haben. – Aber, ketzerisch gefragt, macht es wirklich Sinn, als Hersteller einem „Flop“ noch mehr Gewicht innerhalb der Gesamtkollektion zu verleihen? – Erst recht, wenn aus Fachhandelskreisen regelmässig zu hören war, dass die GST Aquatimer zu den Topsellern der Linie gehörte?

Abschliessend lässt sich für den Aussenstehenden nur vermuten, worin die genauen Gründe für eine Neulancierung lagen, aber nebst der begrüssenswerten neuen Vielfalt für den Käufer sollte man Folgendes bei der Urteilsbildung berücksichtigen: Erstens wurde mit dem innen liegenden Drehring wieder konsequent an das Erbe der Ref. 1812 und 1816/1822 angeknüpft und somit wurde eine (historisch betrachtete) Design-Inkonsistenz korrigiert. Ebenfalls erfährt das Modell nun wieder die namentliche Eigenständigkeit, die bereits vor Jahrzehnten demonstriert wurde, indem die Aquatimer keiner Linie untergeordnet wurde. Gleichzeitig wurde aber auch ein produktionstechnisch schwer zu bewältigender Brocken, u.a. die Herstellung der aufwändigen Drehlünette, für immer und ewig behoben.

Oder mit anderen Worten: Die aktuelle Aquatimer-Kollektion stellt die Quintessenz aller bisherigen IWC-Innovationen im Taucheruhrenbereich dar.

Dass aus dem einen Modell nun gleich deren (vorerst) drei wurden (die gleich noch die gesamte GST-Linie ersetzten), lässt ebenfalls einige Rückschlüsse über das (erhoffte) Potential des Namens Aquatimer zu. Und in Kombination mit der Cousteau Society dürfte auch noch einiges an „Mythos-Potenzial“ drin liegen, um der „neuen“ Linie einen reibungslosen Tauchgang in den rauen Gewässern der Uhrenindustrie zu verschaffen. Ein weiterer positiver Effekt: Da die Aquatimer Automatic und die Aquatimer Chrono-Automatic nun auch ohne Stahlband, d.h. alternativ mit dem neu vorgestellten Kautschukband erhältlich sind, sank der Eintrittspreis in die Liga der Schaffhauser Wassersportler signifikant. Ebenfalls dürfte, auf die gesamte Branche bezogen, einmal mehr bewiesen worden sein, dass es sich heute kein Hersteller, und sei er noch so für elegante mechanische Uhren bekannt (wie z.B. Jaeger-LeCoultre), leisten kann, auf eine explizit fürs nasse Element konzipierte sportliche Uhr(en-Linie) zu verzichten. Mit anderen Worten: Die Taucheruhr erlebt tatsächlich ein Comeback. Und: Taucheruhren aus Schaffhausen heissen nun ganz einfach wieder Aquatimer.

Déjà-vu

Die grösste Veränderung im Vergleich zur GST Aquatimer sowie der Ocean ist unbestritten der nunmehr wieder innen liegende Drehring, der mit der jüngsten Aquatimer sowohl eine Unternehmens-bezogene wie umso stärker auch eine Branchen-bezogene Renaissance erlebt. – So wie bereits einmal in den 60ern lässt sich nämlich seit wenigen Jahren wieder ein Trend zum innen liegenden Drehring beobachten. Nicht ganz unüberraschend: Einerseits darf diese Interpretation der Nullzeitberechnung natürlich als Emanzipierung gegenüber der dominierenden Ur-Taucheruhr-Form (oder um es geradeheraus zu sagen: Rolex) verstanden werden, andrerseits entspricht er wahrscheinlich eher dem Zeit-Geschmack einer breiten Käuferschaft, die zwar eine sportliche, aber bitte nicht zu sportliche Uhr sucht.

Allzu erfolgreich, so lehrt uns die Geschichte, war der erste Versuch mit innen liegenden Drehringen nicht. Eine technisch sinnvolle aber unpraktikable Lösung wurde erstmals mit der Seastar (Ref. 1000) von Aquastar präsentiert, deren patentierte Krone gleich mehrere Funktionen übernahm (Zeit-Einstellung und Drehring-Einstellung), die Cricket Nautical von Revue Thommen nahm das selbe Konzept im Jahre 1991 erneut auf. Generell verschwanden zu Beginn der 70er-Jahre aber fast ausnahmslos alle Uhren mit innen liegendem Drehring wieder vom Markt.

Und ob er sich dieses mal durchsetzen wird, hängt wahrscheinlich direkt mit der Arbeit der IWC-Ingenieure zusammen – schliesslich nimmt man IWC eher ab, eine funktionale Instrumenten-Uhr zu fertigen, als manch anderem Hersteller. Genau das war nun aber gewiss keine einfache Aufgabe, auch wenn die Vorteile des innen liegenden Drehrings auf der Hand liegen: Dieser liegt zwar gut geschützt (und konnte so im Falle der IWC jetzt auch grosszügig mit Leuchtmasse bestückt werden) vor sämtlichen äusseren Einflüssen (Salzkristalle, Sand, Schläge etc.) unter dem Glas und kann praktisch nicht versehentlich verstellt werden. Ausserdem wirkt die Uhr durch das grössere Glas/Zifferblatt insgesamt ruhiger.

Die Nachteile dieser Lösung lassen sich aber ebenfalls nicht von der Hand weisen, respektive liegen genau in der Hand der Benutzers: Die Bedienung einer Lünette im realen Taucheinsatz über eine Krone ist weniger einfach als bei einem herkömmlichen Drehring, da kann die Krone noch so gross und griffig sein. Ausserdem dürfte der konstruktive Ansatz einer separaten Krone (= weitere Gehäuseöffnung), gerade bei einer bis zu 2000 Meter dichten Uhr, kein Kinderspiel gewesen sein. Ganz zu schweigen davon, dass diese zweite Krone nicht verschraubt ist und ihre Dichtigkeit mit zunehmendem Umgebungsdruck gesteigert wird (drei O-Ring-Dichtungen, die mit steigender Tiefe immer stärker zusammengepresst werden). – Was sich übrigens beim Dreizeigermodell auch an Land nachstellen lässt, indem der künftige Besitzer einfach Druck auf die Krone ausübt. Die IWC-eigene Lösung sieht nun vor, dass der oberflächengehärtete Drehring ebenso einfach wie clever über die unverschraubte Stellkrone bei 4 bedient wird – und zwar rastend in nur einer Richtung (in der Gegenrichtung dreht sie leer). Die verschraubte Krone bei 2 dient der Zeit- und Datum-Einstellung. Beim Chronographen- und Schleppzeiger-Modell übernimmt der Drücker bei 4 wie schon beschrieben ebenfalls diese Funktion (drehen), aber ausserdem wie gewohnt die Funktion der Zeigerrückstellung (drücken). Die Gründe für eine unverschraubte Krone zur Einstellung des Drehrings liegen einerseits in der Bedienerfreundlichkeit, andrerseits in der minimierten Materialermüdung von Kronengewinden und Co. Aber das war noch nicht alles: Sobald beim Dreizeiger-Modell Druck auf die Stellkrone des Drehrings ausgeübt wird, werden nicht nur die Dichtungen stärker verpresst – der Drehring wird dadurch auch noch gesichert – will heissen, kann nicht mehr verstellt werden.

Fazit: Die Aufgabe wurde gelöst, eigentlich schon damals mit der Deep One. Cleverer (und aufwändiger) hätte sich ein innen liegender Drehring wohl kaum realisieren lassen. Somit dürfte mit der jüngsten Aquatimer erstmals ein (im Vergleich zum aussen liegenden Drehring) nahezu identisch sinnvoller Drehring-Mechanismus bei einer Uhr im mittleren Preissegment eingesetzt worden sein, der erstmals mehr Vor- als Nachteile bietet (alleine schon dank der eingesetzten Leuchtmasse).

Dennoch: Den (Idioten-)sicheren äusseren Drehring des Vorgängers zu schlagen, dürfte ebenso schwierig werden, wie auch abhängig vom persönlichen Geschmack des Trägers sein. Hinzu kommt: Die Krone und somit der Drehring können rein theoretisch in ganz unglücklichen Fällen beim Abstieg unabsichtlich verstellt werden, was beim Vorgänger schlichtweg unmöglich war. Dass eine versehentliche Verstellung nur minimale Auswirkungen auf den Tauchgang hat, entkräftet diese „Kritik“ aber wieder enorm.

Finde die 10 Unterschiede

Weitere Unterschiede zur GST Aquatimer (Stahl) lassen sich beim Band ausmachen: Erstens wird nun erstmals zum Stahlband auch ein fürs Tauchen ungemein sinnvolleres Kautschukband angeboten. Mit CHF 250.- fürs Band und nochmals CHF 120.- für die Schliesse hätte man sich aber einen etwas sportlicheren Preis gewünscht. Zweitens wurde das gesamte Stahlband satiniert, wohingegen der Vorgänger noch polierte Zwischenstücke hatte. Das Velcro-Band ist nach wie vor vereinzelt als Option erhältlich.

Auf der Aufzugskrone prangt nun kein Fisch mehr, sondern die Punze „Probus Scafusia“ (Bewährtes aus Schaffhausen). Das bombierte Saphirglas ist mittlerweile entspiegelt, der Sekundenzeiger verfügt nun erstmals über eine Leuchtmarkierung (sowohl an Zeigerspitze wie -gegengewicht), und das traditionelle U-Boot auf dem Gehäuseboden ist einer zivileren Text-Gravur gewichen. Genau dieser Gehäuseboden ist beim Dreizeiger-Stahlmodell übrigens deutlich flacher ausgefallen, schliesslich hat die Stahlversion 50% ihrer ehemaligen Tiefentauglichkeit eingebüsst. Dadurch dürfte manchem Käufer ein Stein vom Herzen fallen, da das Stahlmodell auch etwas flacher auf der Haut liegt. Und 1000 Meter Wasserdichtheit sind ja noch immer mehr als genug (apropos: Auffallend ist hingegen, dass lediglich bei der Titan-Version der Dreizeiger-Uhr eine Tiefenangabe auf der Uhr zu finden ist).

Ebenfalls positiv sieht’s an der Innovationsfront aus, wenn der Chronograph- und das Schleppzeiger-Modell ins Zentrum der Begierde rückt – schliesslich handelt es sich hierbei um völlige Neu-Konstruktionen unter der Familienbezeichnung Aquatimer – bei der Aquatimer Minute Memory zusätzlich mit der Weltexklusivität eines neuen Modul-Aufbaus beim Werk. Besondere Erwähnung verdient somit auch der patentierte Kippschalter bei 8 Uhr zur ebenso ungewohnten wie erfreulichen Bedienung des Schleppzeigers, sowie bei beiden Modellen die Kombination Drücker/Lünetten-Bedienung bei 4 (wird der Rückstelldrücker bedient, wird das Zahnrad zur Führung des Drehrings durchgedrückt und kuppelt quasi aus). Die Funktion des Minuten-Schleppzeigers ist schlichtweg so genial, wie sie akustisch schon andeutet, wenn sie aktiviert wird: So muss (z.B. zur Messung von Dekompressionszeiten) nur die Wippe bedient werden, die dichtungstechnisch immer heikle Chronographen-Funktion (Drücker) muss unter Wasser erst gar nicht beansprucht werden.

Das Ganze funktioniert so: Wird die Wippe gedrückt (1), trennen sich die übereinander liegenden Minutenzeiger; sprich der kleinere untere Zeiger bleibt stehen, der obere Minutenzeiger setzt seinen Weg fort. Beim erneuten Drücken (0) der Wippe springt er wieder unter den Minutenzeiger.

Ebenso ist es mehr als beruhigend, dass die Charakterstärke der GST-Modelle insgesamt nicht angetastet wurde und die „Alten“ dadurch so gar nicht alt aussehen.

Hausaufgaben gemacht?

Eindeutig ja: Das Dreizeigermodell hat trotz des nahezu perfekten Vorgängers nochmals einiges an Verbesserung erfahren, und mit der neuen Komplikation (Schleppzeiger-Chronograph) wurde eine funktional überzeugende Lösung eingeführt. Und wer jemals einen Drehring an der GST Aquatimer auf Rechnung ersetzen lassen musste, wird sich wahrscheinlich königlich über den neu innen liegenden Drehring freuen. – Ein Drehring, der übrigens zweifelsohne auch dazu beigetragen hat, dass die gesamte Linie massiv an Eigenständigkeit gewonnen hat.

Aber damit auch Haarspalter noch etwas zu kritisieren haben: Genau der Drehring kann im Gegensatz zum Vorgänger im schlechtesten Fall versehentlich minimal verstellt werden, solange noch kein genügend grosser Umgebungsdruck den Drehring von der Stellkrone entkoppelt (– ein Restrisiko, das noch nicht einmal mit den herkömmlichen äusseren Drehringen mit Rastung zu vergleichen ist und das in Zeiten des Tauchcomputers gleich nochmals locker in Kauf genommen werden kann), und von der Haptik her verfügt der innen liegende Drehring der neuen Aquatimer über etwas zu viel Spiel (was aber nicht als Qualitätsmangel zu verstehen ist: Der auf Rubinen gelagerte Drehring musste schwimmend realisiert werden, um u.a. Reibungskräfte möglichst klein zu halten). Zurück zum Wesentlichen: Die einzige wirkliche Kritik an den neuen Uhren für echte Froschmänner bleibt die selbe, die schon beim Vorgänger berechtigt war: In der Ausführung mit Metallband sucht der Käufer noch immer vergeblich nach einer serienmässig mitgelieferten Band-Option fürs Tauchen.

Was die GST Aquatimer betrifft: Sie dürfte nun definitiv zum Sammelobjekt avanciert sein. Und ihr Abtauchen selbst angesichts der nicht minder starken Thronfolger bleibt bedauerlich, obschon alt und neu kaum miteinander verglichen werden können.

Dieser Artikel wurde erstmals im Jahr 2004 veröffentlicht.

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