Hublot Oceanographic

The King of Over-Engineering: King Power Diver Oceanographic 4000 / Oceanographic 1000

Hublot_Oceanographic_4000_Ti_Front_Bahnhofstrasse_2012

Es gibt Uhren, die man ungern wieder aus der Hand gibt. Das muss nicht mal unbedingt mit einem besonders ausgewogenen Design zusammenhängen, sondern kann durchaus in einer unerklärlichen Mischung begründet sein, die sämtliche Aspekte der Uhr umfasst und sich entsprechend schwer in Worte fassen lässt.

Die im Jahr 2011 lancierte Hublot King Power Oceanographic 4000 gehört für mich eindeutig in diese Kategorie: Sie langweilt nicht. Ständig hat man das Gefühl, eine Funktion, ein Detail, eine Schraube, eine Kante oder sonst irgendeinen Hebel noch nicht ausgiebig erforscht zu haben. Und während man sich in derselben Zeit vielleicht an mancher vordergründig „schönen“ Uhr längst satt gesehen hätte, bleibt bei der mit spürbar grossen Ambitionen entwickelten Oceanographic eine gewisse Spannung – im Guten wie im Schlechten…

Bivers Uhrknall

Im Falle von Hublot ist man natürlich automatisch versucht, von einer Renaissance zu sprechen, seit der charismatische Jean-Claude Biver im Jahr 2004 das Ruder übernommen hat. In Tat und Wahrheit dürfte die Marke mit dem Bullauge seit dem im doppelten Sinne lancierten „Big Bang“ im Jahre 2005 aber mittlerweile auf einem Niveau angekommen sein, das in der Geschichte des vergleichsweise jungen Unternehmens nie zuvor erreicht worden war.

Insofern ist die 2011 präsentierte Oceanographic 4000 auch nicht die erste Taucheruhr von Hublot, aber dafür die mit Abstand ernsthafteste. Damit mag der 2004 lancierten, eigenwillig gestalteten Subaquaneus (Ref. 1950.140.1) vermutlich gerade Unrecht getan worden sein, aber der wenig spürbare kommerzielle Erfolg der als Extrem-Modell positionierten Uhr mit Drehringsperre dürfte es rechtfertigen, eher auf die aktuellen Entwicklungen zu fokussieren, die nach ein paar wenig inspirierten Big Bangs mit Drehring nach 18 Monaten Entwicklungszeit zur bedeutend eigenständigeren Oceanographic geführt haben…

Und Entwicklungen gibt es bei der Oceanographic wahrlich genug zu vermelden: 4‘000 Meter Wasserdichtheit (getestet auf 5‘000 Meter) bedeuten im Geburtsjahr 2011 zwar keinen eigentlichen Rekord mehr, aber dennoch eine mehr als respektable Leistung (auch angesichts des vergleichsweise komplexen Gehäuses).

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Und verewigt die Uhr als vermutlich erste mechanische Taucheruhr mit innenliegender Lünette, die eine solche Tiefe nachweisbar aushält. Ihr verdankt sie auch die charakteristische Krone mit Schutzbügel bei 2 Uhr, enorme 48mm Gehäuse-Durchmesser sowie eine mehr als stattliche Bauhöhe, bei der alleine schon 6.5mm aufs entspiegelte Saphirglas entfallen. Kurz gesagt: Die Uhr ist in sämtlichen Aspekten laut, und das auch durchaus gewollt.

Fusion und Funktion

Selbstverständlich ist die Frage mehr als berechtigt, wann aus „gut gemeint“ gar „zu viel des Guten“ wird. Beispiel gefällig? – So lässt sich der innenliegende Drehring der Oceanographic 4000 erstmalig nur einseitig bedienen, in der Gegenrichtung läuft die Krone im Leeren. Völlig korrekt natürlich und technisch zudem mehr als interessant, aber gerade Taucheruhren mit innenliegender Lünette begründeten diese beidseitige Konstruktion ja bislang genau mit der Unmöglichkeit des Verstellens durch äussere Einflüsse. Und das sogar mit Recht. Nun gut, man kann ja schliesslich nie sicher genug sein, und bei dem Preis der Uhr darf man schliesslich ruhig auch etwas mehr Raffinesse und Innovation erwarten. Was vermutlich dazu führte, die besagte Krone bei 2 Uhr auch gleich noch verschraubt auszulegen. Und abschliessend – man kann ja nie wissen – gut platziert unter einem aufklappbaren Schutzbügel mit Ring gegen seitliche Stösse zu versorgen. Also alles in allem drei happige Sicherheitsstufen, die vermutlich jedes Abschussprotokoll von Interkontinentalraketen wie eine Einladung zum Kindergeburtstag erscheinen lassen…

Oder mit anderen Worten: So gefährlich ist das Tauchen nun auch wieder nicht, und die Handhabung der Uhr sollte nicht komplexer sein als der Umgang mit Mischgas-Tauchgeräten. Damit aber genug Dampf abgelassen, Themenwechsel: In der Gehäuseflanke bei der 10-Uhr-Position findet sich bei sämtlichen Modellen das automatische Heliumventil (HEV), das natürlich bei einer Uhr dieses Kalibers ebenfalls nicht fehlen durfte, aber einzig bei einer sehr überschaubaren Zielgruppe Verwendung finden wird.

Kurz gesagt: Konstruktiv ist die Oceanographic eine insgesamt mehr als respektable Leistung, praktisch in Zeiten von Tauchcomputer und Co. natürlich ein anachronistischer Superlativ, was aber wiederum hervorragend zu Hublot (wie auch zur Luxusuhrenindustrie per se) passt und auf einer Website wie dieser deshalb kaum erwähnt geschweige denn verteidigt werden müsste.

Deshalb etwas subjektiver: Die Oceanographic ist auf ihre eigene Art charmant dekadent, wofür man ihr noch nicht mal böse sein mag. Sie ist durchs Band auf ihre ganz eigene Art beeindruckend, angefangen bei der Optik, der Materialwahl bis hin zu den gebotenen Features.

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Unbestreitbar praktisch hingegen ist das Bandwechselsystem von Hublot: Durch Reindrücken der mit einem Dreieck markierten, gefederten Fläche auf dem Bandanstoss entriegelt sich das Band und lässt sich relativ schnell und mühelos wechseln. Dies freilich zu Lasten zukünftiger Bandoptionen von Drittanbietern, da mit einem proprietären Anschluss natürlich auch nur passende Bänder verwendet werden können.

Aber der einfache Wechsel hatte ja auch einen Grund: Für den (potentiellen) Einsatz unter Wasser liefert Hublot nämlich ein jeweils auf das gewählte Modell abgestimmtes alternatives Band mit, das nun auf Knopfdruck über den Tauchanzug geschnallt werden kann.

Die Oceanographic bietet somit in der Summe eine Fusion aus entweder Karbon, Gold (Gehäuse) resp. Titan (Gehäuse resp. -boden) mit Verbundkunstharz (Zwischengehäuse), Saphirglas, Edelstahl (HEV) und Kautschuk (Kronenüberzug und Band) sowie einem Nylon-artigen Band fürs Tauchen.

Mission impossible

Wer sich mit Hublot etwas eingehender beschäftigt, weiss auch, dass nebst allerlei Materialfusion auch die Flut an Sondereditionen und Farbvarianten relativ schnell nicht mehr zu bewältigen ist. Nichtsdestotrotz soll hier dennoch im Sinne der Geschichtspflege kurz der Versuch unternommen werden, so etwas wie eine zeitliche Abfolge zumindest in die Gründungsmitglieder der neuen Familie zu bringen:

Gestartet wurde im Frühjahr 2011 mit der Dreizeigerversion in Titan (Ref. 731.NX.1190.RX, siehe Abbildung rechts ganz oben) zu einem Stückpreis von CHF 17‘900.- sowie zeitgleich einer nochmals spürbar teureren Version im leichteren Karbonfaser-Gehäuse (Ref. 731.QX.1140.RX, rechts unten abgebildet) zu CHF 23‘900.-, beide vermutlich limitiert auf 1’000 und 500 Exemplare. Der Name „Oceanographic“ wurde bei der eher dezenten Präsentation in Basel noch nicht wirklich aktiv kommuniziert.

Im Juni folgte dann der quasi offizielle Launch im ebenso renommierten wie geschichtsträchtigen Musée Océanographique in Monaco, und vermutlich auch die endgültige Etablierung des damit verbundenen Kollektionsnamens.

Unklar ist, ab wann auch der Gehäuseboden diese Kooperation spiegelte (frühe Bilder zeigen einen massiven Boden mit Hublot-Logo, spätere den rechts abgebildeten), oder ob es sich bereits um je zwei Editionen handelte (erwähnte ich eigentlich schon, dass eine Modell-Übersicht bei Hublot schwierig zu erstellen ist?).

Für die Only Watch 2011 Auktion im Sommer 2011 steuerte Hublot dann bereits ein erstes Sondermodell (Ref. 731.QX.1130.GR.OWM11) in einmaliger Ausführung bei (Karbon-Gehäuse und rote Farbakzente, LOT 22), das anschliessend für Euro 33‘000.- einen neuen Besitzer fand.

2012 folgte mit der „All Black Blue“ (Ref. 731.QX.1190.GR.ABB12) eine Karbon-Variante mit blauen Akzenten, während die „Carbon Denim“ (Ref. 731.QX.5190.GR) ein durchgängig blaues Zifferblatt aufweist. Mit der hier abgebildeten „King Gold White“ (Ref. 731.OE.2180.RW) lancierte Hublot dann im selben Jahr eine auf 100 Stück limitierte weiss-goldene Version, wobei das verwendete Gold als Besonderheit mit einem 5% Platinanteil aufgewertet wurde (die Zwischenstücke sind mit Ausnahme der Karbon-Variante jeweils aus gefärbtem Verbundkunstharz, bei der Krone kommt wie schon erwähnt zusätzlich Kautschuk zum Einsatz).

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Als bedeutend maskulinerer Gegenpart erweist sich hier die schwarz-goldene King Gold (Ref. 731.OX.1170.RX).

Mit der „King Power Alinghi“ wurde 2012 das achte bekannte Modell (farblich nicht ganz unähnlich dem Only Watch Modell, aber mit entsprechendem Alinghi-Logo auf dem Zifferblatt) mit 100 Exemplaren in die Kollektion aufgenommen, um – für eine Taucheruhr dieses Kalibers vielleicht eher unpassend – das Sponsoring-Engagement der Marke im Segelsport zu würdigen.

Und was in weiser Voraussicht die Weiterführung einer solchen Liste noch mehr verunmöglichen dürfte, präsentierte Hublot dann zum Jahresausklang 2012 mit der „Caribbean Special Edition“: rund 100 Exemplare mit blauer Leuchtmasse, die sich auf neun Inseln der Karibik verteilen (mit entsprechender Bodengestaltung): 15 Stück für Aruba (Ref. 731.NX.1170.GR.CAR12), St. Thomas (Ref. 371.NX.1170.GR.CST12) und St. Maarten (Ref. 731.NX.1170.GR.CSM12), je 10 für Barbados (Ref. 731.NX.1170.GR.CBA12), die Caymans (Ref. 731.NX.1170.GR.CCA12), Cozumel (Ref. 731.NX.1170.GR.CCO12), 5 für Curaçao (Ref. 731.NX.1170.GR.CCU12) und Puerto Rico (Ref. 731.NX.1170.GR.CPR12) und 20 für Nassau (Ref. 731.NX.1170.GR.CNA12).

Hublot_Oceanographic_4000_Carbon_Jeans_Front_Monaco_2014

Apropos Blau: Im Februar 2013 folgte dann eine, wenn nicht die erste wirklich polarisierende Variante der Oceanographic, aber immerhin in einer überschaubaren Auflage von 21 Stück: Die „Oceanographic 4000 Jeans“ (Ref. 731.QX.2700.NR.ZEC13) mit Karbon-Gehäuse und – wie der Name schon andeutet als eigentlichem Clou – einem Zifferblatt aus Jeansstoff. Die Uhr ist exklusiv über die Boutiquen von Zegg & Cerlati erhältlich.

Im August 2013 kam mit der ‚La Copa Del Rey de Vela‘ eine weitere blaue Karbon-Variante anlässlich der renommierten Segelregatta dazu. Und kurz vor Weihnachten 2013 bescherte uns Hublot 20 weiss-gelbe Uhren für das Hotelresort „Cheval Blanc Randheli“ (Ref. 731.NE.2179.NR.CBR13).

Im Herbst 2014 wurde es dann etwas unlogisch: Als „Exo4000“ wurde eine auf 100 Exemplare limitierte Karbon-Variante (Ref. 731.QX.EXO14) präsentiert, die anlässlich einer Expedition zum Antikythera-Wrack und dem Einsatz eines Panzertauchanzugs geschaffen wurde. Die Logik erklärt sich damit, dass der auf der Antikythera gefundene antike Rechenschieber-Mechanismus die Inspiration für eine ganz und gar nicht tauchfähige Hublot gewesen, war und ein solcher Tauchanzug vieles benötigt, aber definitiv keine Armbanduhr auf der Aussenhülle (immerhin wurde damit ein längeres Band eingeführt).

Beim Chrono sieht die Sache noch etwas einfacher aus: An der Baselworld 2013 und damit ein Jahr nach Vorstellung erhielt die Oceanographic 1000 noch ein Schwestermodell im Karbonfaser-Gehäuse (Ref. Ref. 732.QX.1140.RX), limitiert auf 1’000 Exemplare. Und im Laufe des Jahres ein auf 200 Stück limitiertes Modell mit Goldgehäuse und schwarzem Zifferblatt (Ref. 732.OX.1180.RX) sowie eines mit weissem Blatt (Ref. 732.OE.2180.RW).

Sämtliche 4000er verfügen über einen massiven Gehäuseboden aus Titan (Härtegrad 2), im Innern kommt das als HUB1401 bezeichnete Inhouse-Kaliber zum Einsatz.

Auf 180

Das verwendete automatische Werk verfügt über eine Gangreserve von rund 42 Stunden, verfügt über 23 Lagersteine und besteht insgesamt aus 180 Bestandteilen, die meisten davon in entweder vergleichsweise eher ungewohnten Materialen ausgeführt und/oder geschwärzt.

Bedient wird das mit HUB1401 bezeichnete Kaliber über die zweite, ebenfalls verschraubte Krone bei 4 Uhr. Mangels persönlicher Erfahrungswerte mit dem automatischen Werk soll auf eine Bewertung an dieser Stelle verzichtet werden. Daten, Herkunft und Aufbau lassen aber im Sinne von „in dubio pro reo“ grundsätzlich schon mal Gutes vermuten, basiert die Entwicklung doch primär auf dem Valjoux 7750.

Die Grundsatzfrage

Die Oceanographic ist eine typische Uhr der Kategorie „sie könnte schon, wenn man denn nur mögen wollen täte“. Selbstverständlich wird sie nicht nur angesichts ihres Preises eher selten am Arm eines passionierten Tauchers zu finden sein – Käufer dieser Uhr lassen vermutlich eher für sich tauchen. Und selbstverständlich ist das ebenso komplexe wie verwinkelte mehrteilige Gehäuse mit all seinen Kanten und Vertiefungen (ähnlich dem Anflug durch den Graben des Todessterns) eher ungeeignet für Salzwasser-Verkrustungen, Kontakt mit Tauchequipment und dergleichen.

Selbstverständlich ist sie mit ihren 48mm auch äusserst knapp an der Grenze des Tragbaren (und definitiv weit weg von Understatement), und selbstverständlich ist der innere Drehring dermassen gesichert, dass der Versuch eines Einsatzes im Wasser vermutlich unweigerlich zu Wutanfällen, gefolgt von Weinkrämpfen führen würde. Aber irgendwie ist sie halt trotzdem einfach nur – und man möge die Wortwahl entschuldigen – geil. Vielleicht auch nur zum stundenlangen Befummeln auf dem Sofa einer Yacht im Hafen an der Côte d‘Azur. Vielleicht. Irgendwie muss man sich die Zeit in einem solch unwirtlichen Habitat ja schliesslich vertreiben können, und das gedankliche Eintauchen ist in diesem Fall gefahrlos bis 4’000 Meter möglich…

Vermutlich wird sich aber ein überproportional grosser Teil der wahren Träger dieser Uhr wohl kaum je solche Gedanken machen, und das könnte vielleicht nicht nur der grösste, sondern auch zentralste Kritikpunkt an der Oceanographic 4000 sein. Und damit zur grossen kleinen Schwester:

Eine Neue mit zwei neue Kronen

Hublot_Oceanographic_1000_Carbon_Front_Baselworld_2013Erneut eher inoffiziell zeigte Hublot an der Baselworld 2012 erstmals eine komplett neue Erweiterung der Oceanographic-Familie: Die King Power Oceanographic 1000 (Ref. 732.NX.1127.RX), immer noch bis 1‘000 Meter wasserdicht. Sie bringt als zusätzliche Komplikation einen Chronographen mit zentraler Minute und Sekunde mit – eine Funktion, die fürs Tauchen ebenso praktisch wie naheliegend ist, spart man mit Aktivierung bei Tauchbeginn doch fast schon den Drehring ein (resp. gewinnt neue Möglichkeiten zur Dekopausen-Messung).

Das Gehäuse der unten abgebildeten Version ist mehrheitlich in Titan gehalten (beim Schwestermodell in Karbon), die Krone zur Bedienung der innenliegenden Lünette (ebenfalls einseitig rastend) wanderte auf die 10 Uhr-Position, und der aufklappbare Schutzbügel ist etwas weniger prominent ausgefallen.

Das verwendete Werk unter der Bezeichnung HUB4160 kommt im Vergleich zum Dreizeigermodell entsprechend angewachsen mit 234 Teilen und 25 Lagersteinen daher, die Gangreserve liegt aber unverändert bei rund 42h.

Der Chrono braucht nicht nur mehr Teile, sondern macht auch doppelt Freude: dank seines zentralen Minutenzeigers und dank der Umsetzung der verschraubbaren Drücker, die alleine schon einen Testbericht verdient hätten. Ebenfalls ein Faktor, der sich beim zu erwartenden Preis natürlich bemerkbar machen wird; zum Zeitpunkt dieses Artikels war die Oceanographic 1000 weder offiziell lanciert, noch Zahlen kommuniziert worden, aber erwartungsgemäss dürfte der Stückpreis spürbar über CHF 20‘000.- liegen.

Hublot_King_Power_Oceanographic_1000

Insgesamt wirkt der Chrono im Vergleich zum Schwestermodell etwas (wenn man das überhaupt noch so nennen kann) ziviler und weniger einschüchternd im Auftritt, was vermutlich durch den etwas flacheren Aufbau und den durch die Drücker optisch etwas verteilteren Gesamteindruck erklärt werden kann.

Hublot_King_Power_Oceanographic_1000_Caseback

Andrerseits ist und bleibt auch die Oceanographic 1000 eine wahre Königin, wenn es ums stilgerechte Zelebrieren von Over-Engineering geht. Aber das ist auch in diesem Fall irgendwie ok.

Hublot_King_Power_Oceanographic_1000_Dial

Fazit. Oder so.

Beide Uhren sind herrlich irrational, ungemein faszinierend und erfreulich eigenständig, dabei so typisch Contemporary Hublot wie’s nur geht. Beide gibt man nur ungern wieder aus der Hand, trotz oder vielleicht gerade deswegen.

Und wäre die Preisgestaltung beim Dreizeigermodell in Titan eher in Richtung der Deepsea resp. Fifty Fathoms ausgefallen, bestünde vielleicht eine reale Chance, trotz aller Unvernunft hier irgendwann mal richtige Unterwasser-Aufnahmen der Uhr zu sehen. So aber werde zumindest ich mir wohl oder übel eher eine Möglichkeit suchen, mich bei zu erwartenden Entzugserscheinungen mit der Kollektion vorerst stundenweise auf Leihbasis abgeben zu können…

Oder anders gesagt: Manchmal ist Over-Engineering nicht nur unvernünftig, sondern unerklärlicherweise auch unwiderstehlich.

Technische Daten

Hersteller: Hublot
Modell: Oceanographic 4000 / 1000
Referenz: siehe Lauftext
Markteinführung: 2011 (Oceanographic 4000) / 2012 (Oceanographic 1000)
Funktionen: Stunden, Minuten, Sekunde, Datum
Wasserdichtheit: 4000 Meter / 400 bar resp. 1000 Meter / 100 bar
Werk: HUB1401 / HUB4160
Gehäuse: siehe Lauftext
Glas: Saphirglas entspiegelt
Grösse: 48mm
Drehring: innenliegend, einseitig rastend
Krone: verschraubt
Band: Kautschuk / weitere Varianten erhältlich
Preis: ab CHF 17’900.- (2012)

 

Anmerkungen: Die Abbildungen in diesem im Jahr 2012 erstmals veröffentlichten Artikel zeigen im Fall der Oceanographic 1000 und der Oceanographic 4000 „King Gold White“ teilweise Vorserienmodelle, die sich in Einzelheiten vom Serienmodell erfahrungsgemäss unterscheiden können (beispielsweise punkto Limitierung).

 

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