Für den tausendfünfhundertsten Beitrag auf diveintowatches.com könnte es wohl kaum eine passendere Neuheit geben: Mühle Glashütte feiert im 2019 ihr 150jähriges Jubiläum und stellt dazu die attraktivste Taucheruhr in der Geshichte der Marke in Basel vor. Die Sea-Timer BlackMotion (Ref. M1-41-83-NB) basiert auf der Yacht-Timer Bronze (Ref. M1-41-72-NB), bringt aber entsprechend viel „Stealth“ ans Handgelenk. Die wichtigsten Eckdaten: SW 200-1, 300 Meter wasserdichtes Edelstahlgehäuse mit Titancarbid-Beschichtung (TiC) und Sichtglasboden, 44 mm Durchmesser, Listenpreis EUR 2’200.00. Bilder:

Nebst einer mehr als überzeugenden Kollektion von mechanischen Dreizeiger-Uhren bringt Bulova im 2019 auch drei neue Farben der im letzten Jahr erfolgreich wiederbelebten Snorkel raus (die technischen Daten bleiben ansonsten unverändert): Türkis/Schwarz, Blau/Gelb und Blau/Orange:

Im Innern des 44 mm grossen Gehäuses ist das Miyota 821D verbaut, preislich liegen die neuen Versionen ebenfalls unter USD 800.00. Mehr über das Modell hier.

Vergleichsweise günstiger ist da das ganz neue Modell von Doxa, die Doxa 200 Sub. Die Uhr wird es zuerst als limitierte Jubiläumsedition (130 Stück) mit farblich abgesetztem Sekundenzeiger und passender Gravur geben. Das Gehäuse misst 42 mm und bleibt bis 200 Meter wasserdicht, im Innern tickt ein ETA 2824-2. Davon wird es später im Jahr noch eine unlimitierte Version mit blauem und schwarzem Zifferblatt geben, um USD 990.00 (die limitierte ist etwas teurer):

Doxa feiert im Jahr 2019 sein 130-jähriges Jubiläum und lanciert unter neuer Führung an der Baselworld die erste Sub in Edelmetall (18K 4N), und vermutlich auch gleich die teuerste Uhr, die’s von der Marke in den letzten 130 Jahren gegeben hat: Die auf 13 Stück limitierte Doxa Sub 200 T-Graph „130th Anniversary Celebration“ (Ref. 805.40.351LE.13) misst 43 mm Durchmesser und ist entweder mit einem Armband aus 18 Karat Gold oder mit einem orangen Kautschukband erhältlich. Am Edelmetall-Band steigt der Preis auf um die 70’000 Dollar. Das Gehäuse des neuen T-Graphs basiert auf den identischen Massen des Originals, im Innern tickt passenderweise ein Valjoux 7734 mit Handaufzug. Dazu die Pressemitteilung: „Die historischen Uhrwerke wurden von der Schweizer Familie Jenny, seit über zwanzig Jahren Eigentümerin der Marke DOXA, 30 Jahre lang sorgsam aufbewahrt.“ Bilder:

Wenig überraschend und sehr erfreulich: Die Marke aus Hölstein zeigt an der Baselworld gleich mehrere neue Varianten innerhalb der beiden Taucheruhren-Kollektionen „Aquis“ und „Sixty-Five“ (die auf 500 Stück limitierte ProDiver Dive Control wurde ja bereits schon vor der Messe gezeigt). Stellvertretend für die präsentierten Neuheiten:

Modelle:

  • Oris 65 Diver mit 40 mm Durchmesser, blauem Blatt, Lederband und Bronze-Lünette (Ref. 01 733 7707 4355-07 5 20 45)
  • Oris 65 Diver mit Metallband (Ref. 01 733 7707 4355-07 8 20 17 – überraschenderweise mit Mittelgliedern aus Bronze)
  • Oris Aquis Date im 39.5 mm Gehäuse mit grau-grünem Zifferblatt (Ref. 01 733 7732 4137-07 5 21 12FC)
  • Oris 65 Diver mit grünem Zifferblatt (hier als Ref. 01 733 7707 4357-07 4 20 18 am Tropic-Band)
  • Oris Aquis Date Relief im 43.5 mm Gehäuse (Ref. 01 733 7730 4153-07 5 24 11EB)
  • Oris Aquis Date mit grünem Zifferblatt und 39.5 mm Durchmesser (Ref. 01 733 7732 4157-07 4 21 64FC)
  • Oris Aquis GMT (43.5 mm) mit blauem Blatt (Ref. 01 798 7754 4135-07 5 24 10EB)
  • Die auf 2’000 Stück limitierte Aquis Date „Ocean Clean“ im 39.5 mm Gehäuse (Ref. 01 733 7732 4185-Set)

Breitling hat zur (vermutlich letzten Teilnahme des Unternehmens an der) Baselworld 2019 gleich 73 neue Referenzen präsentiert, 15 davon entfallen auf die neue Superocean-Kollektion. Es gibt ein 48 mm grosses Modell, zwei 46 mm grosse Uhren mit „Black Steel“ Gehäuse (DLC), vier 44 mm grosse Modelle, sechs 42 mm grosse sowie vier Damenmodelle mit 36 mm Durchmesser. Bei den Zifferblättern stehen blau, weiss, hellblau, orange und schwarz zur Verfügung. Stellvertretend gezeigt werden hier die bis 200 Meter wasserdichte Superocean Automatic 36 mit hellblauem Blatt (Ref. A17316D81C1S1, CHF 3’350.00 auf Basis ETA 2824-2/Breitling B17), die 42 mm grosse und bis 500 Meter wasserdichte Superocean Automatic 42 mit orangem Blatt und Kautschukband (Ref. A17366D71O1S1, CHF 3’350.00 auf Basis ETA 2824-2/Breitling B17), die Superocean Automatic 42 mit weissem Blatt und Stahlband (Ref. A17366D81A1A1, CHF 3’800.00) die beiden 46 mm grossen, bis 2’000 Meter wasserdichten Superocean Automatic 46 (Ref. M17368B71B1S1 und Ref. M17368D71C1S1, beide je CHF 4’450.00 auf Basis ETA 2824-2/Breitling B17) und das 48 mm grosse und bis 2’000 Meter wasserdichte Spitzenmodell mit seitlichem Schieber bei 9 Uhr zur Arretierung der Lünette (Bilder zeigen noch einen Prototypen). Die beiden 46 mm grossen Uhren sind mit einem integrierten Heliumventil bei 9 Uhr ausgerüstet. Bilder:

Erstes Fazit: Die neue Kollektion hat grundsätzlich für jeden etwas dabei, vor allem die beiden Black Steel Modelle punkten dabei mit dem ausgewogensten (sprich vergleichsweise ausbalanciertestem) Zifferblatt-Design, sind aber mit 46 mm schon etwas dominant am Arm.

Einer der (vielen) Vorteile der Baselworld sind die zahlreichen, eher seltenen Marken im näheren Umfeld der Messe, die man sonst kaum zu Gesicht kriegt. Ein Beispiel: Die Marke Triton, die mit der bis 500 Meter wasserdichten und 40 mm grossen Subphotique kürzlich ihr Comeback feiern konnte. Mittlerweile gibt es davon auch eine weitere Version mit grünem Zifferblatt und ein noch klassischer gestaltetes Modell. Im Gegensatz zum Standardmodell kommt hier aber kein Heliumventil zum Einsatz. Bei den Werken greift Triton auf das Soprod M100 zurück, Preise bewegen sich nahe der 5k-Grenze. Ein paar Bilder:

Tudor überrascht an der Baselworld mit der Neuauflage eines Prototypen aus den 60er-Jahren (und bestätigt damit auch endlich offiziell dessen Echtheit). Das Original aus den 60er-Jahren:

Die neue Umsetzung unter dem Namen „Black Bay P01“ (Ref. M70150-0001) verfügt als Besonderheit über ein Anschlagsystem für die (beidseitig drehbare) Lünette und bleibt bis 200 Meter wasserdicht. Bilder:

Im Innern des 42 mm grossen Gehäuses tickt das MT5612, der Listenpreis liegt bei CHF 3’750.00

Zusätzlich präsentiert Tudor noch eine weitere Bronze-Black Bay mit dunklem Blatt (Ref. M79250BA-0002). Das Gehäuse misst unverändert 43 mm, im Innern tickt das MT5601. Listenpreis ist CHF 3’850.-

Wie erwartet zeigte Seiko an der Baselworld endlich offiziell die auf 2’500 Stück limitierte Neuauflage der legendären 6105. Mit über 4’000 Dollar Listenpreis ist die SLA033J1 (resp. SBDX031) leider bereits recht teuer, aber optisch und haptisch ein Traum. Die Krone wurde konventionell umgesetzt, im Innern kommt das 8L35 zum Einsatz. Nicht minder attraktiv: die neuen Spring Drive-Marinemasters (LX Line) und die überarbeitete Sumo mit neuem 6R35-Werk (mit erhöhter Gangreserve), die’s unter anderem erstmals auch in grün mit farblich passender Lünette geben wird (SPB103J1). Bilder:

Interessantes Detail: der integrierte Bandanstoss des Kautschukbandes, die prominente Krone und die Lünette an den Spring Drive-Modellen der neuen LX Line, die optisch etwas überarbeitet worden sind:

Die oben gezeigten blauen Zifferblätter (Turtle, SRPD21K1 und Samurai, SRPD25K1) sind Teil der neuen “Save the Oceans” Reihe.

Die einstige Tool-Watch in Reinkultur kriegt im 2019 ein Schwestermodell in Bi-Color (Rolesor-Gelbgold). Die 43 mm grosse Ref. 126603 ist unverändert bis 1’220 Meter wasserdicht und hat ein integriertes Heliumventil bei 9 Uhr. Im Innern tickt das Kal. 3235, der Preis beträgt CHF 15’300.00.

Carl F. Bucherer hat mit der „Black Manta“ eine neue Version der Scubatec im Angebot, die erstmals mit einem schwarz beschichteten (DLC) Titangehäuse ausgerüstet ist (Ref. 00.10632.28.33.99). Beim Band wurde unter anderem auf rezykliertes PET zurückgegriffen. Die Uhr ist bis 500 m wasserdicht und misst 44.6 mm im Durchmesser. Bilder:

Es handelt sich dabei um die zweite Uhr, die dem Thema Manta gewidmet ist, heuer jedoch ohne Limitierung und individueller Gravur wie bei der Vorgängerin. Mehr über die Patravi Scubatec hier.

Die englische Marke Bremont hat fürs 2019 unter anderem auch ihr Spitzenmodell leicht überarbeitet: Die 2010 lancierte, bis 2’000 Meter wasserdichte Supermarine 2000 kommt neu in zwei Versionen – als S2000 Red (mit rot unterlegter Lünette für die ersten 20 Minuten) und als S2000 Yellow mit farblich entsprechender Umsetzung. Ebenfalls wurde bei der roten Version ein passender Ring bei der Krone angebracht (bei der gelben ist er schwarz), und die Tiefenangabe auf dem Zifferblatt sowie die Spitze des Minutenzeigers sind in rot respektive gelb gehalten. Erstes Fazit: Während der Farbakzent und das ruhigere Zifferblattdesign der Uhr gut stehen, ist die Zeigerspitze in rot oder gelb noch etwas gewöhnungsbedürftig. Bilder (Vorserienmodelle):

Die wichtigsten Details: Das mehrteilige Gehäuse misst unverändert 45 mm, im Innern ist das Cal. BE-36AE im Einsatz (Basis ETA 2836-2), und der Boden ist neu mit einer Schiffschraube versehen (vermutlich inspiriert von der Trafalgar-Klasse). Der Listenpreis liegt bei USD 5’595.00.

Maurice Lacroix erweitert die Aikon-Kollektion um ein sportlicheres Modell mit Drehring: Die Aikon Venturer kommt mit schwarzem oder blauem Zifferblatt und ist wahlweise mit Kautschuk- oder Stahlband erhältlich. Die schwarze Zifferblatt-Version hat eine schwarze Manschette um die Krone, bei der blauen ist die verschraubte Krone aus regulärem Edelstahl. Preislich geht’s bei CHF 1’850.00 los, fürs Stahlband werden nochmals CHF 140.00 fällig. Der Gehäuse-Durchmesser beträgt 43 mm, die Wasserdichtheit 300 Meter, als Werk kommt das SW200 von Sellita zum Einsatz. Der Lünetteneinsatz dürfte aus Keramik sein:

Erstes Fazit: während die Pontos optisch sicher etwas eigenständiger war, punktet die Venturer mit einem massentauglicheren Gesamtauftritt, hat dafür aber (zumindest in der Kommunikation) nicht mehr den Anspruch, als Taucheruhr ernst genommen zu werden. Am Handgelenk wirkt die Uhr sehr gut, und die Verarbeitung ist auf vergleichsweise hohem Nivea. Idealerweise mit Stahlband nehmen.

Nach dem thematischen Abstecher nach Italien geht’s jetzt wieder zurück ins Wasser: 2017 hatte die US-Marke Shinola mit der „Lake Erie Monster“ ein auf 500 Stück limitiertes, mechanisches Taucheruhrenmodell angekündigt, das mit einem Listenpreis von USD 2’250.00 auch preislich Kurs auf ganz neue Gewässer nahm. Mittlerweile ist daraus fast schon so etwas eine Kollektion geworden: Die „Lake Superior Monster Automatic“ (Ref. 20097178-SDT-003890091) mit schwarzem Zifferblatt und Stahlband (USD 1’450.00), die hier abgebildete „Lake Michigan Monster Automatic“ (Ref. 20097179-SDT-003890095) mit blauem Zifferblatt und Kautschukband (USD 1’250.00) sowie die „Lake Huron Monster Automatic“ (Ref. 20097180-SDT-003890099) mit orangem Zifferblatt und schwarzem Band (USD 1’250.00) sind momentan auf der Website gelistet.

Derzeit gibt’s drei Zifferblattfarben bei Shinola, orange scheint aber bereits vergriffen zu sein.

Das Gehäuse misst in allen Fällen 43 mm und hält das verbaute SW200-1 bis 300 Meter trocken. Das Design selbst ist wenig überraschend, die Flanken erinnern etwas an die Supermarine von Bremont. Und das Datumsfenster bei 4 Uhr wirkt auf den ersten Blick etwas deplatziert.

Das Gehäuse misst 43 mm und bleibt bis 300 Meter wasserdicht.

Oder mit anderen Worten: in diesem Preissegment gibt’s einige Alternativen.

Hands-On: Bulgari Octo L’Originale

Uhren, die im wahrsten Sinne des Wortes mutig genug sind, anzuecken, sind eher selten zu finden. Und nachdem der letzte redaktionelle Seitensprung auf diveintowatches.com mittlerweile auch schon wieder 11 Jahre zurück liegt, soll heute ein solches Modell etwas genauer behandelt werden, dass auch als Nicht-Taucheruhr Wellen schlägt:

Die Bulgari Octo L’Originale Solotempo kommt als Dreizeigeruhr mit Titangehäuse.

Die Bulgari Octo basiert auf einem Produktdesign der Gerald Genta SA, das nach der Übernahme im Jahr 2000 von Bulgari (resp. deren Mutter LVMH) in die aktuelle Produktpalette integriert, optisch laufend modernisiert und damit zu einer der kommerziell erfolgreichsten Modellfamilien der italienischen Marke geworden ist. Unter anderem auch, weil mit der Octo innerhalb der Finissimo-Kollektion in den letzten Jahren gleich mehrere uhrmacherische Rekorde gebrochen wurden (darunter das flachste Tourbillon und die flachste Automatik-Uhr). Verantwortlich dafür sind u.a. Guido Terreni (Managing Director Bulgari Uhren) und Fabrizio Buonamassa Stigliani (Director Bulgari Watches Design Center), der im Jahr 2001 vom Fiat Style Center in Turin zu Bulgari wechselte und das m.M. grosse Kunststück geschafft hat, ein „fremdes“ Design zu einem unverkennbaren Bulgari-Aushängeschild zu machen:

Fabrizio Buonamassa Stigliani an der Watches & Wonders 2019

Umso mehr, weil ein Grossteil der Luxusuhren-Hersteller beim Designprozess eher in die Vergangenheit schaut. Bei der Octo handelt es sich indes um ein vergleichsweise progressives Design, auch wenn die Inspiration zum Oktagon laut Bulgari in der Decke der Basilica Nova in Rom zu finden ist.

Die Octo L’Originale vor einer Designskizze der Octo Finissimo und einem Sportwagen

Oder mit anderen Worten: Während der Begriff „Designer-Uhr“ in der Regel eher etwas abschätzig für Uhren verwendet wird, die im unteren Preissegment mit wenig attraktivem Innenleben zu finden sind, merkt man der Octo an, welchen Stellenwert die Arbeit am Aussehen eingenommen hat (nur schon, weil man den Zusatz „Automatik“ auf dem Zifferblatt weggelassen hat). Und dass es eben doch die Summe der Details ist, die am Ende über den Erfolg eines Produktes entscheiden.

Bulgari entschied sich, das Titangehäuse der L’Originale in der für das Material typischen grauen Umsetzung zu belassen, das Zifferblatt ist ebenfalls aus Titan.

Es gibt nebst der Finissimo (ultraflach) u.a. auch noch die Roma (etwas weniger kantig), die Ultranero (schwarzes Gehäuse), Velocissimo (Chronograph) sowie die Modelle für Maserati. Das hier gezeigte Modell ist die Octo L’Originale Solotempo mit Titangehäuse (Ref. 102858), die 2018 in Genf erstmals gezeigt worden ist (zuvor hatte man Titan den ultraflachen Modellen vorbehalten). Im Prinzip handelt es sich um das selbe Modell, das 2012 erstmals den Namen Bulgari und Octo in einem Produkt zusammenbrachte. Das 41 mm grosse Gehäuse kommt mit einer verschraubten Krone und ist bis 100 Meter wasserdicht. In Kombination mit dem schwarzen Kautschukband ist die Uhr auch für sportliche Träger geeignet. Durch den Sichtglasboden ist das Basis-Werk von Bulgari, das Inhouse-Kal. BVL 191 mit 42 Stunden Gangreserve zu sehen.

Für den Chronographen setzt Bulgari auf das von der Konzerntochter Zenith gelieferte El Primero.

Datumsscheibe, aufgesetzte Indexe und Zeiger sind schwarz (und allesamt ohne Leuchtmasse), die Krone ist mit einem schwarzen Keramik-Cabochon bestückt:

Die verschraubte Krone bei 3 Uhr ist mit einem schwarzem Cabochon bestückt.

Fazit: Die Octo L’Originale Solotempo ist Beweis, dass die Uhrenindustrie moderne Uhren bauen kann, und dass Uhrmacher und Designer gleichen Anteil am Erfolg einer Uhr haben. Darüberhinaus macht die eigenständige Uhr fast zu allen Anlässen eine gute Figur am Handgelenk.

Der offizielle Listenpreis ist mit CHF 6’900.00 angesetzt, dafür kriegt man viel optische Eigenständigkeit und ein seit 2012 verwendetes Inhouse-Kaliber. Bei der Ablesbarkeit im Dunkeln muss man Abstriche machen, und die Auswahl an Bändern beschränkt sich auf das Angebot des Herstellers. Weitere Bilder:

Für einen in Sachen Marinemaster eher konservativ denkenden Menschen ist die erste Begegnung mit der unter der Ref. SLA021j1 geführten Nachfolgerin eigentlich überraschend gut verlaufen: Insgesamt wirkt die Uhr auch weiterhin gut am Handgelenk, die Keramik-Lünette, das Saphirglas und die neue Zifferblattgestaltung sind bedeutend unauffälliger, als dies die ersten Pressebilder hatten vermuten lassen. Der goldfarbene Sekundenzeiger ist in Kombination mit der farblich angepassten Tiefenangabe vielleicht sogar eine optische Verbesserung, auch wenn damit der Name „Marinemaster“ verloren gegangen ist. Nichtsdestotrotz ist der Preis von mittlerweile € 3’200.00 ein grosser Schritt im Vergleich zur SBDX001 oder SBDX017, vor allem, weil’s an der Vorgängerin herzlich wenig zu kritisieren gab. Bilder:

Die wichtigsten technischen Details: 44,3 mm grosses Monobloc-Gehäuse aus Edelstahl (mit Diashield-Hartbeschichtung), 15,4 mm Bauhöhe, 300 Meter Wasserdichtheit, verschraubte Krone, Saphirglas, einseitig drehbare Lünette mit Keramik-Inlay, Kal. 8L35 mit rund 50 Stunden Gangreserve. € 3’200.00 Listenpreis (Stand 2019).

Museen über die Tauchgeschichte sind a) relativ dünn gesät und b) meist nicht in der Schweiz zu finden, womit der Besuch eines solchen in der Regel mit etwas Aufwand verbunden ist. Ein Beispiel dafür: das Museum über die „History of Diving“ befindet sich in Islamorada, einer der über 200 Inseln der Florida Keys und rund zwei Stunden von Miami entfernt.

Ein Schwerpunkt der Sammlung liegt auf Taucherhelmen aus aller Herren Länder

Es beherbergt seit 2000 die laut Website „world’s largest collection of diving helmets, hand-operated air pumps, armored suits, lights and other accessory gear, plus memorabilia, prints, photographs, books, film and video“ und wurde von Dr. Joseph Bauer ins Leben gerufen (seit dessen Tod im 2007 wird das Museum von seiner Ehefrau Dr. Sally Bauer geführt). Während nun das thematisch identische „Muzeum Nurkowania“ in Warschau immerhin eine kleine Auswahl an Taucheruhren zu bieten hat (siehe Beitrag aus dem Jahr 2012), gibt’s in Florida derzeit nichts mit Drehring zu sehen. Dafür findet sich tatsächlich ein beachtliche Sammlung rund um die Geschichte des Tauchens, und vor allem das Thema „Helmtauchen“ kommt dabei nicht zu kurz. Ein paar Eindrücke (Grossansicht nach Klick):

Kurz gesagt: wer sich für die Geschichte des Tauchens interessiert, der Besuch lohnt sich absolut.

Damit’s doch noch eine Uhr zu sehen gibt: Doxa Sub 1500T Searambler vor dem Museum of Diving History in Islamorada

Und für die chronologisch eingeordneten uhrmacherischen Meilensteine reicht auch weiterhin ein Klick :-)

Während der zweiten Ausgabe der Watches & Wonders in Miami lag ein kurzer Abstecher in die lokale Seiko-Boutique mehr als nahe. Während praktisch das ganze Sortiment verfügbar war, stachen insbesondere die Padi-Version SBDC071 und die schwarze Turtle SBDY027 heraus:

Auch wenn H. Moser & Cie. sich alle Mühe gibt, der 120 Meter wasserdichten Uhrenneuheit nicht den Namen „Taucheruhr“ aufzudrücken, optisch gehört die Uhr dank der einseitig drehbaren Lünette und der integrierten Verlängerung (ausfahrbar via Druck aufs Logo auf der Schliesse) zumindest in die sehr sportliche Kategorie. Von den Daten her müsste die Uhr identisch zum Schwestermodell sein, also 42,8 mm grosses Gehäuse und ein HMC 200 als Antrieb. Die Lünette ist nicht nachleuchtend. Bilder:

IWC erweitert die aktuelle Aquatimer-Familie um ein auf 1’000 Stück limitiertes Sondermodell „Laureus Sport for Good“ (Ref. IW379507). Der 45 mm grosse Chronograph kommt mit vulkanisiertem Gehäuse, blauem Blatt und passendem Kautschukband. Im Innern des bis 300 Meter wasserdichten Gehäuses arbeitet das Cal. 89365 mit Flyback-Funktion.

Die von einem 15-jährigen Jungen eingereichte Zeichnung schmückt den Gehäuseboden der Laureus-Sonderauflage.

Auf der Rückseite ist „die Zeichnung des 15-jährigen Melan zum Thema ‚Time to learn‘ eingraviert. Damit hat der Junge aus Sri Lanka den Malwettbewerb gewonnen, den IWC jedes Jahr innerhalb der Projekte von Laureus ausschreibt“. Die „Laureus Sport for Good Foundation“ selbst ist eine Wohltätigkeitsorganisation, die 2000 gemeinsam von Daimler und Richemont gegründet wurde.

Der Listenpreis für die Uhr beträgt CHF 11’400.-, die Uhr ist bereits im Handel verfügbar.

Omega bringt, knapp ein Jahr nach der Lancierung der überarbeiteten Seamaster 300 Diver, eine auf 43,5 mm vergrösserte Variante mit schwarzem Keramikgehäuse (sowie Zifferblatt und Lünetteninlay) und Komponenten aus Titan (Lünette, Kronen und Boden). Dazu Omega: „Das Gehäuse dieses 43,5-mm-Modells aus schwarzer Keramik und Titan Grade 5 besticht durch eine schwarze Keramiklünette mit einer Tauchskala aus weißem Email. Das Zifferblatt besteht ebenfalls aus gebürsteter schwarzer Keramik [ZrO2] und verfügt ferner über eine Lasergravur, um ein Wellenrelief zu erzeugen.“

Hinter dem (dank NAIAD-Bajonettverschluss perfekt ausgerichteten) Gehäuseboden mit Sichtglas ist das Kal. 8806 im Einsatz, das mit einem Master Chronometer-Zertifikat und Datumsschnellschaltung kommt. Die als Ref. 210.92.44.20.01.001 geführte Uhr hat einen Listenpreis von CHF 8’100.00 und müsste demnächst im Handel erhältlich sein.

Die 43,5 mm Uhr am Handgelenk

Erster Eindruck: Während eines Besuches Ende Januar bei Omega in Biel konnte die Uhr erstmals beäugt werden. Resultat: Die dunkle Schönheit ist umgehend zum neuen Liebling in der 300er-Kollektion avanciert.

Definitiv wieder einmal eines jener Themen, bei dem Uhren nicht zwingend wasserdicht sein müssen. Und vermutlich auch wieder einmal ein Beitrag, bei dem’s eigentlich eher darum ging, eine Ausrede zu finden, um Bilder zu einem Unterwasser-Thema zu posten, die man vielleicht nicht jeden Tag zu sehen kriegt:

Die USS Nautilus (SSN-571) in Groton, CT

Die USS Nautilus (SSN-571, Stapellauf 21.1.1954) war das erste nuklear angetriebene U-Boot der Welt. Sie erreichte 1958 erstmals den geografischen Nordpol und hatte damit auch die erste erfolgreiche Unterquerung des Nordpolareises geschafft (für Jaeger-LeCoultre u.a auch ein Meilenstein punkto Geophysic). 1979 wurde die Nautilus ausser Dienst gestellt und ist seit 1986 als Museumsschiff in Groton (Connecticut), in unmittelbarer Nähe des „Home of the Submarine Force„, öffentlich zugänglich.

An Bord gibt’s zwar keine Taucheruhren im eigentlichen Sinne zu sehen, dafür aber mehrere Schiffsuhren der Chelsea Clock Co. aus Boston: Das Unternehmen produzierte als „Timekeepers of the Sea“ u.a. zahlreiche Schiffsuhren für die Navy, während des Zweiten Weltkriegs teilweise mit Gehäusen aus Bakelit, um Metall zu sparen. Typische Vertreter der Gattung hatten ein 24-Stunden-Zifferblatt und können heute noch als Quarz-Replikas gekauft werden. Und nachdem die Uhren ja theoretisch laufend unter Wasser waren, genügend Gründe, hier eine Fotostrecke zu posten:

Nicht minder interessant: Das sog. Tiefsee-Abzeichen der US Navy mit der Trieste unterstreicht, welchen Stellen- oder Symbolwert das Boot, respektive dessen Rekordfahrt, in der Truppe hat:

Der 1981 eingeführte Pin der United States Navy Submarine Service für „Deep Submergence“ besteht aus den typischen, seit 1924 im Einsatz befindlichen, zwei Delphinen, und der Trieste dazwischen.

The Deep Submergence Insignia is a uniform breast pin worn by officers […] of the United States Navy’s submarine service who are qualified in submarines and have completed one year of regular assignment to a Manned or Unmanned Deep Submersible. […] The pin shows the broadside of a Trieste in front of a vertical trident, flanked by heraldic dolphins.

Weitere Eindrücke:

Während die Marke aus Frankfurt regelmässig im Blog behandelt wird, wurde das Thema „Review“ in den letzten Jahren zugegebenermassen etwas stiefmütterlich behandelt. Abhilfe gibt’s ab sofort hier: Zur Review

Rado konnte im Jahr 2017 mehr als einen Achtungserfolg bei Anhängern klassischer Taucheruhren-Designs verbuchen, als das Unternehmen zwei Varianten der HyperChrome Captain Cook in Basel zeigte: die 37,3 mm kleine Auflage auf Basis des originalen Designs von 1962 (bspw. Ref. R32500305 mit Lederband, Ref. R32500153 mit Stahlband oder Ref. R32500703 als Damenversion mit weissem Blatt und Milanaise-Band) und das optisch modernere, 45 mm grosse Gegenstück dazu mit Titangehäuse (bspw. Ref. R32501153 mit schwarzem Blatt und Metallband, Ref. R32501203 mit blauem Blatt und Metallband oder Ref. R32501206 mit blauem Blatt und Textilband). Damit bewegen sich beide Uhren eher am oberen und unteren Rand in Sachen Durchmesser; vor allem die 45 mm grosse Uhr, die noch zusätzlich mit einem relativ weit abstehenden Band ausgestattet worden ist, liess manchen Interessenten bei der Anprobe etwas ratlos zurück.

2019 wird Rado voraussichtlich eine dritte, 42 mm grosse Variante der Captain Cook in mindestens drei Zifferblattfarben lancieren (Illustration).

Dieses Jahr wird Rado nun laut Justin M. Frost diese Lücke füllen: eine 42 mm grosse Version auf Basis des klassischen Designs zeichnet sich am Horizont ab. Mindestens drei Farben (blaues Zifferblatt und passender Drehring, grünes Zifferblatt und Drehring, Champagner-farbenes Zifferblatt und schwarzer Drehring) stehen am Start (offizielle Bilder oder Daten sind derzeit aber noch nicht verfügbar). Alle drei kommen demzufolge mit rotem Datum und sind wahlweise mit Lederband oder Reiskorn-Band (sog. „Beads of Rice“) verfügbar, und mit grosser Wahrscheinlichkeit mit einem Stahlgehäuse und Keramik-Inlay ausgestattet. Oder mit anderen Worten: diese neue Grösse dürfte sicherstellen, dass sich die HyperChrome Captain Cook nun auch kommerziell durchsetzen wird.

Nachdem Rado 2019 nicht mehr in Basel (21. bis 26. März 2019) präsent sein wird, bleibt abzuwarten, wann und in welchem Kanal die Marke diese Neuheit dann offiziell lancieren wird.

Frankfurts Einsatzuhrenhersteller Sinn kündigte im Herbst 2018 anlässlich der Munichtime u.a. eine blaue Zifferblattversion des 2005 vorgestellten Erfolgsmodells U1 an: Die Taucheruhr U1 B (Ref. 1010.0102) unterscheidet sich von ihren Schwestermodellen durch ein blau galvanisiertes (und dadurch je nach Lichteinfall leicht metallisches) Zifferblatt sowie weisse und schwarze Zifferblatt-Elemente und Zeiger. Die für die Modellreihe typischen Gehäuseeigenschaften wurden beibehalten, Zitat Sinn:

„Das Gehäuse aus hochfestem deutschen U-Boot-Stahl ist äusserst seewasserbeständig und besitzt höchste amagnetische Güte. Der mit der Tegiment-Technologie oberflächengehärtete Taucherdrehring mit Minutenrastung ist besonders kratzfest und unverlierbar mit dem Gehäuse verbunden. So wird ein Abspringen des Drehrings auch bei harten Stössen zuverlässig vermieden.“


Die wichtigsten Daten: 44 mm Gehäusedurchmesser, 14,7 mm Bauhöhe, wasserdicht bis 1’000 Meter, 22 mm Bandanstossbreite, Sellita SW200-1, beidseitig entspiegeltes Saphirglas, verschraubte Krone bei 4 Uhr. Gewicht 113 g (am Silikonband). Ein paar Bilder:

Die U1 B ist zu einem Preis ab € 1’650.00 mit Lederband und zwei Jahren Garantie erhältlich, das Stahl- und Silikonband (abgebildet) kosten je € 170.00 Aufpreis, die Tegiment-Beschichtung ist für € 250.00 erhältlich. Weitere Informationen.

Zusätzlich gibt’s die U1 B auch bereits als SDR-Ausführung: Im Unterschied zur oben gezeigten Uhr ist hier eine schwarz beschichtete Lünette (PVD) verbaut worden. Der Preis dafür müsste nochmals um € 70.00 steigen.

Die Lünette der U1 B SDR ist im Unterschied zur U1 B schwarz beschichtet (PVD.

Fazit: An der U1 gab und/ gibt es objektiv an sich schon herzlich wenig auszusetzen, und dass nicht jeder mit den (enorm gut ablesbaren) Zeigern klar kommt, ist ebenfalls seit 14 Jahren kein Geheimnis mehr. Mit dem neuen, blauen Zifferblatt wirkt die mit 44 mm Durchmesser mehr als stattliche Uhr etwas eleganter, ohne dabei aber ihren Charakter als Instrumentenuhr zu verlieren (die alternative schwarze Lünetten-Option wirkt dafür fast schon wieder etwas gewöhnungsbedürftiger, resp. lenkt etwas vom Zifferblatt ab). Preislich ist die U1 B im Direktverkauf mit einem Preisschild von bis zu € 2’070.00 sicher kein Leichtgewicht, aber das Leistungsheft kann sich auch entsprechend sehen lassen. Insgesamt also beide Schwimmflossen hoch, ein unverändert starkes Stück Uhr aus Frankfurt.