Die Genfer Marke Franck Muller lanciert mit der „Skafander“ (polnisch für Tauchanzug) eine Tonneau-förmige Taucheruhr mit innenliegender Lünette, unterschiedliche Material- und Farbvarianten dürften erhältlich sein.

Bedient wird die Lünette schrittweise über die beiden Drücker bei 8 und 10 Uhr, der Mechanismus kann auf Wunsch mit dem Schieber auch blockiert werden. Die 46 x 57 mm grosse Uhr ist lediglich bis 100 Meter wasserdicht, was angesichts der angepeilten Klassifizierung auch mit dem Formgehäuse nicht wirklich überzeugt. Preise starten bei rund 13’000 Franken für das Edelstahlmodell, Auslieferung dürfte im Sommer 2018 erfolgen. Copyright Bilder: Franck Muller

Jaeger-LeCoultre präsentiert in Genf zum 50. Geburtstag des Modells eine ganze Kollektion unter dem Namen Polaris, darunter auch Chronographen in Edelstahl oder Rotgold (ohne innenliegende Taucher-Lünette), einen Worldtimer-Chronographen und insbesondere die 42 mm grosse Memovox Polaris mit Datum und 200 m Wasserdichtheit (Kal. 956, Euro 12’900.00), die 41 mm grosse Polaris Automatik ohne Datum (Kal. 898E/1) mit Stahl- oder Lederband (Euro 7’600.00 und 6’750.00) und Zifferblatt in schwarz oder blau (wasserdicht bis 100 m). Eine 42 mm Polaris Date (Kal. 899A/1) mit 200 m Wasserdichtheit, wahlweise mit Kautschuk- oder Stahlband  rundet das Angebot ab. Bilder:

Ulysse Nardin schiebt nach der Re-Edition vom letzten Jahr nun eine auf 300 Stück limitierte, zeitgemässere Taucheruhr mit Titangehäuse, 1000 Meter Wasserdichtheit und markantem Kronenbügel nach. Bei 9 Uhr befindet sich ein Heliumventil. Weitere Details:

„…new technical standouts on this limited edition (300 pieces) masterwork include a removable titanium guard on the crown at 2 o’clock and a helium release valve at 9 o’clock […] The rubber strap is a first: it has an expandable element that adjusts to changes in wrist size during dives…“

Als Werk kommt das UN-320 zum Einsatz. Bilder:

Das Band der „Deep Dive Hammerhead Shark“ ist beidseitig mit gefederten Elementen bestückt (siehe Abbildung), was theoretischgut gelöst ist (vergleichbar mit der Pelagos von Tudor). Weniger gut ist, dass die Faltschliesse etwas zu elegant für den Rest der Uhr ausgefallen ist und mit keiner Verlängerung oder zusätzlicher Sicherung ausgestattet wurde. Insofern muss das eher weiche Kautschukband für den Alltag passend zugeschnitten werden und kann dann, falls über dem Kautschukanzug getragen, immerhin auf beiden Seiten um 3 bis 4 mm wachsen, mit entsprechendem Druck auf die beiden Verbindungsteile zwischen Metall-Stück und Kautschukband.

Fazit: Grundsätzlich ist die 46 mm grosse Uhr noch spannend, gibt aber doch sehr viele UN-typische Elemente auf und wirkt dadurch überraschenderweise etwas beliebig. Zudem kämpft sie etwas damit, dem Anspruch als Extremtaucheruhr auch wirklich gerecht zu werden. Preislich liegt die Uhr bei CHF 12’000.-

Bei Rüschenbeck setzt man derzeit verstärkt auf das Konzept Eigenmarke: unter dem Titel „The Watch“ bietet der Dortmunder Juwelier seit Herbst mit nicht minder bewundernswertem Selbstbewusstsein gleich „absolute Must-Haves für jeden Uhrenliebhaber“ (Zitat Website) an, darunter auch ein Taucheruhrenmodell, das es als Chronograph (R5Chrono) und Dreizeiger-Uhr (R4Diver) in mehreren Ausführungen gibt. Die 42 mm grosse R4Diver wird von einem Sellita SW 200 angetrieben, der R5Chrono von einem Sellita SW 500 (Elaboré), die Wasserdichtheit liegt in beiden Fällen bei 500 Meter. Entspiegeltes Saphirglas, Keramikeinlage, verschraubter Boden, Krone und Drücker, integriertes Heliumventil, Stahlband (mit Faltschliesse und integrierter Verlängerung) sowie 5 Jahre Garantie gibt’s ebenfalls dazu.

Beide Modelle sind mit 207 respektive 246 Gramm auch auf dem Papier definitiv keine Leichtgewichte, preislich geht’s bei 2’250 Euro für den R4Diver los, der Chrono startet bei 2’950 Euro, die vier auf je 100 Stück limitierten Varianten mit DLC kosten 500 extra. Damit liegt man preislich zwischen den im selben Unternehmen geführten Marken wie Oris, TAG Heuer, Tutima, Tudor, Breitling, Rolex, Panerai oder IWC. Hier noch ein paar Bilder des Chronos:

Nachdem der letzte Besuch an der „Perle der Donau“ nun auch schon wieder ein paar Jahre zurückliegt, war’s Zeit, mal wieder etwas genauer in die Auslagen vor Ort zu schauen, zumal gerade beim Thema Doxa und Orient bedeutend mehr Auswahl herrscht als hierzulande:

Doxa: Ein grosser Teil der 2010 eingeführten „Shark Ceramica“ Kollektion war vorhanden, dazu gehören die 46 mm „L“ und 48mm Shark Ceramica „XL“ mit Wellenmuster auf Zifferblatt und Datumslupe bei 6 Uhr, aber auch die 44 mm grosse Version mit Datumslupe bei 3 Uhr und vertikalen Rillen auf dem Zifferblatt. Fast noch spannender waren aber die vintage „Space Gem“ mit Sub-ähnlichem Gehäuse und die Conquistador mit eckigem Gehäuse:

Orient: gleich mehrere Konzessionäre mit praktisch allen tiefpreisigen mechanischen Modellen mit Drehring sind in der Stadt zu finden, beispielsweise:

Seiko: mit Eröffnung der Seiko-Boutique in 2015 gibt’s bereits auch die Neuheiten der Marke zu sehen, bspw. die Samuarai-Modelle oder die blaue SPB053:

Zenith: Interessanterweise liegt die selbe Defy Extreme 1000m noch immer in der Auslage, die schon 2012 dort war (die Linie selbst wurde von 2006 bis 2009 geführt):

Ausgelassen wurden heuer die Hublot-, Omega- u.ä. Flagship-Stores, die meist an der Andrássy-Strasse zu finden sind.

Louis Erard hatte in der jüngeren Vergangenheit schon ein Taucher-inspiriertes Modell (Chrono und Automatik) mit Drehlünette im Angebot, die aber aufgrund der gebotenen Wasserdichtheit von nur 100 m eher nicht allzu tief unter die Oberfläche hätten gehen sollen. Seit ein paar Wochen nun bietet die Marke ein neues Modell innerhalb der Sportive-Kollektion an, das nicht nur optisch, sondern mit äusserem Drehring und 200 m Wasserdichtheit auch auf dem Papier deutlich mehr Praxistauglichkeit verspricht. Bei der Gestaltung kommen eher bekannte Elemente zum Zug, insbesondere die von Sector inspirierte Lünette lässt etwas Eigenständigkeit vermissen, im Innern tickt ein Sellita SW200-1. Die gemäss Datenblatt 14.3 mm hohe Uhr wirkt am Arm bedeutend flacher, was allenfalls am stark gewölbten Saphirglas als Messpunkt dienen könnte.

Von dem neuen Modell gibt’s gleich mehrere Varianten: einerseits die abgebildete Uhr mit 44 mm Stahlgehäuse und gelbem Zifferblatt (Ref. 69107AA08) und farblich passendem Band, aber auch ein Modell mit schwarzem Zifferblatt (Ref. 69107AA02), eins mit blauem Zifferblatt (Ref. 69107AA05), ein weiteres mit schwarzem Blatt und geschwärztem PVD-Gehäuse (Ref. 69107NN12) sowie eine orange Zifferblattversion. ebenfalls mit geschwärztem Gehäuse (Ref. 69107NN17) und passendem Kalbslederband. Alternativ ist auch ein Stahlband erhältlich.

Listenpreise starten bei 1’495 Franken.

Hands-On: Seiko Prospex Diver SPB051

Seit wenigen Wochen ist Seikos etwas modernere Re-Interpretation der ersten Taucheruhr der Marke im Handel erhältlich, womit automatisch die Chancen für eine Begegnung in Real-Life gestiegen sind. Im Vergleich zur eingangs erwähnten, limitierten SLA017J1 mit dem Inhouse-Kaliber 8L35 sind die beiden* unlimitierten und fast viermal günstigeren Schwestermodelle SBP051J1 (schwarzes Zifferblatt) und SPB053J1 (blaues Zifferblatt) mit dem einfacheren Kaliber 6R15 bestückt, und mit 42,6 mm Durchmesser auch ein ganzes Stück grösser. Zudem handelt es sich bei der bis 200 m wasserdichten Taucheruhr um ein weiteres Modell innerhalb der Prospex-Reihe, das nicht mit Hardlex, sondern mit Saphirglas ausgeliefert wird.

Die überraschend griffige Lünette rastet einseitig mit 120 Klicks, die Krone ist verschraubt und ohne Lasergravur, dafür ist das Prospex-Logo erneut auf dem Zifferblatt zu finden. Besonders positiv: das schon von der Trans Ocean bekannte Band (made in China) ist qualitativ fast auf Augenhöhe mit der Uhr – ein Thema, das bislang eher als Schwachpunkt bei Seikos dieser Preisklasse galt. Weiterhin nicht unbedingt als Highlight zu bezeichnen ist dafür die Faltschliesse, die zwar funktional keinen Grund zur Kritik bietet, aber von der Haptik her immer noch etwas Potential hätte. Schade ist, dass Seiko bei einer Prospex-Uhr lediglich eine 15 mm lange ausklappbare Tauch-Verlängerung reingepackt hat, und bei der hier abgebildeten Ref. SBP051J1 einmal mehr das Datum nicht mittig im Fenster ausgerichtet ist; last but not least: der seitliche Strichschliff wurde bei dem abgebildeten Exemplar etwas arg unsauber aufgetragen. Ansonsten alle Daumen hoch, das Warten seit der Baselworld hat sich definitiv gelohnt.

Weitere Details: Offizieller Listenpreis: USD 1’000.00 mit Stahlband (USD 800.00 mit Armband), 200 Meter Wasserdichtheit, 13,8 mm Bauhöhe, 20 mm Bandanstossbreite, verschraubte Krone und Boden, aufgesetzte Indexe, Kaliber 6R15 mit Sekundenstopp und Handaufzug, rund 190g Gewicht mit Stahlband.

*Es gibt momentan mindestens noch eine dritte Version, die PADI SPB071J1 mit blauem Blatt und roten Akzenten.

Kommenden November findet zum siebten Mal die alle zwei Jahre durchgeführte Only Watch Auktion statt. Der Erlös der versteigerten uhrmacherischen Einzelstücke geht traditionell zu Gunsten der Erforschung von Muskeldystrophie, für die teilnehmenden Marken bietet die Plattform eine willkommene PR-Bühne – und manchmal auch ein Testlabor für bevorstehende Launches. Mit Drehring sind heuer zwei Kandidaten vertreten:

  • Die Tudor Black Bay Bronze One (Ref. 7925/001) kommt als eine von insgesamt drei Bronze-Uhren (Montblanc, Girard-Perregaux und Tudor) mit 43 mm Bronze-Gehäuse, Khaki-farbenem Zifferblatt und Band – und vor allem erstmals als Linkshänderversion „LHD“ mit der Krone bei 9 Uhr. Als Antrieb kommt das Inhouse-Kaliber MT5601-LHD mit COSC zum Einsatz, WaDi liegt bei 200m, der Schätzpreis zwischen CHF 4’500.00 und 5’500.00. Mehr über die Black Bay gibt’s hier: Link.
  • Optisch ebenfalls stark militärisch gibt sich die Blancpain Tribute to Fifty Fathoms MIL-SPEC „Only Watch unique piece“ (Ref. 5008A-1130-NABA), die auf dem 2017 vorgestellten Modell mit 40,3 mm Gehäuse und Feuchtigkeits-Indikator auf dem Zifferblatt basiert. Im Vergleich zum Serienmodell wurde diese Version farblich stärker ans Gelb der Only Watch Auktion angepasst; im Innern des bis 300 wasserdichten Gehäuses tickt das Inhouse-Kaliber 1151 mit einer speziellen Rotor-Gravur. Schätzpreis liegt bei CHF 10,000.00 bis 17,000.00. Mehr über die Fifty Fathoms gibt’s hier, mehr über die 2017er MIL-SPEC hier.

Ein paar Ansichten:

Versteigert werden die insgesamt 50 Uhren am 11. November in Genf, Highlight dürfte die Ref. 5208T-010 von Patek Philippe mit Titangehäuse sein. Schätzpreis liegt hier zwischen CHF 900,000.00 und 1’100’000.00.

Während die Uhrenwelt derzeit fast ausschliesslich auf die erstmals zum Kauf stehende „Paul Newman“ Daytona von Rolex schielt, hat’s bei Phillips aber auch unter den „regulären“ Auktionaten ein paar spannende Brocken, die einen zweiten Blick wert sind. Zum Beispiel:

Winning Icons – Legendary Watches of the 20th Century (26. Oktober 2017, New York)
Lot 2, IWC Aquatimer Ref. 812 von 1977, CHF 7’800.00 bis 15’600.00
Lot 4, Rolex Submariner Ref. 1680 von 1969, CHF 19’500.00 bis 39’000.00
Lot 29, Jaeger-LeCoultre Deep Sea Alarm Ref. E857 von 1960, CHF 48’700 bis 97’400.00
Lot 33, Rolex Submariner „Big Crown“ Ref. 6200 von 1954, CHF 244’000.00 bis 487’000.00

Geneva Watch Auction 6 (11. bis 12. November 2017, Genf)
Lot 125, Blancpain Fifty Fathoms 1970, CHF 10’000.00 bis 15’000.00
Lot 209, Panerai Luminor Ref. 6152/1 von 1955, CHF 80’000.00 bis 160’000.00

Den Zeitmeister von Wempe gibt’s seit Kurzem auch in einer auf 100 Stück limitierten Ausführung in Bronze (Ref. WM690007). Der Gehäusedurchmesser liegt bei 45 mm, der Boden ist aus Titan gefertigt und trägt die Gravur der Glashütter Sternwarte. Im Innern kommt das Valjoux 7750 zum Einsatz, der Preis liegt bei USD 6’900.00 resp. EUR 5’975.00. Bilder: