Das Thema Bronze bleibt uns noch etwas erhalten, nachdem ein grosser Teil der Zeitmeister-Kollektion von Wempe noch vor die Linse gekommen ist. Die Modelle an sich wurden in der Vergangenheit schon ausführlich vorgestellt (siehe hier), aber a) kann man ja nie genug Uhren sehen, und b) ist’s noch spannend, die Patina des hier gezeigten Chronographen im Bronze-Gehäuse mit der vom letzten Oktober gezeigten Uhr zu vergleichen.

Bilder:

 

Kurz vor der Baselworld 2018 hatte Oris die nächste Bronzezeit angekündigt: der Carl Brashear Chronograph (Ref. 01 771 7744 3185-Set LS) im 43 mm Gehäuse (100 Meter wasserdicht), blauem Zifferblatt, herrlich gewölbtem Zifferblatt und braunem Lederband ist limitiert auf 2’000 Exemplare, hinter dem Edelstahlboden tickt ein SW 510 mit personalisiertem Rotor. Der Verkaufspreis liegt bei 4’400 Euro. Bilder:

Der Preis dürfte für manchen Interessenten auf den ersten Blick sicherlich hoch scheinen, gleichzeitig muss aber berücksichtigt werden, dass die Produktion ein paar Sonderheiten aufweist: Das Gehäuse ist innerhalb der regulären Kollektion nicht zu finden, das Glas ebenfalls ein paar Stufen über dem regulären Lieferumfang, und das Vorgänger-Modell hat sich bereits als überaus wertstabil erwiesen.

Tissot hatte ja erst zur Baselworld im vergangenen März ein neues Modell der Seastar gezeigt, jetzt sind die Uhren bereits erhältlich: Die Kollektion besteht derzeit aus der Ref. T120.407.17.041.00 mit blau-schwarz changierendem Zifferblatt (abgebildet), der Ref. T120.407.11.041.00 mit blauem Zifferblatt (nicht abgebildet) und der Ref. T120.407.11.051.00 mit dunkelgrauem Zifferblatt (abgebildet) – was aus der in Basel gezeigten silberfarbenen Zifferblattversion geworden ist, ist momentan nicht bekannt. Es stehen wahlweise Kautschuk- (USD 695.00) und Stahlbänder (USD 725.00) mit 21 mm Breite zur Verfügung (angesichts des kleinen Aufpreises lohnt sich die Wahl des Stahlbandes auf alle Fälle), im Innern der 12,7 mm hohen und 43 mm grossen Uhr tickt das von ETA bereitgestellte Powermatic 80 Kaliber mit 80 Stunden Gangreserve, das Gehäuse bleibt bis 300 Meter garantiert dicht. Bilder:

Fazit: Mir persönlich sind die Zahlen im Drehring-Inlay eine Spur zu gross, ansonsten aber überzeugt die Uhr sowohl optisch als auch preislich sehr.

Wir bleiben noch kurz bei der Marke aus Le Sentier: Die anfangs 2018 neu lancierte Polaris-Kollektion umfasst selbstverständlich auch das namengebende Modell mit Alarm (REF. 9038670), das heuer 50jähriges Jubiläum feiert. Die auf 1000 Exemplare limitierte Jaeger-LeCoultre Polaris Memovox wird vom Inhouse-Kal. 956 angetrieben, das Gehäuse misst 42 mm Durchmesser und bleibt bis 200 m dicht. Bilder:

Das Modell ist seit ein paar Wochen zu einem Preis von CHF 13’500.- verfügbar.

Basierend auf dem Ursprungsdesign von 1959 hatte Jaeger-LeCoultre zum SIHH im Jahr 2011 zwei limitierte Versionen der ersten eigenen Taucheruhr mit Wecker vorgestellt, und eine davon verbrachte kürzlich etwas Zeit vor der Linse:

Die hier abgebildete „Memovox Tribute to Deep Sea“ kommt mit dem amerikanischen LeCoultre-Zifferblatt (limitiert auf 359 Exemplare), während die europäische Version mit klassischem Jaeger-LeCoultre-Logo fix bei 12 Uhr (limitiert auf 959 Exemplare) ausgestattet wurde. Beide Modelle verfügen über ein von 39,8 mm auf 40,5 mm grosses Gehäuse mit fixer Lünette und 100 Meter Wasserdichtheit, der Preis im Lancierungsjahr lag bei USD 11’950.00 resp. EUR 9’500.00 für das europäische Schwestermodell. Fazit: Im Prinzip ist das Zifferblatt der europäischen Version klarer, dafür ist die US-Version nicht ganz so leer. Und bedeutend seltener. Aber dass sich das innere Blatt (mitsamt Schrift) beim Setzen des Alarms dreht, dürfte vermutlich nicht jedermans Sache sein.

Monta Oceanking

Die Oceanking von Monta dürfte als Option für all jene in Frage kommen, die mit dem Snowflake Zeiger der Black Bay nicht warm werden und/oder nicht zwingend den selben Preis für eine ähnliche Uhr bezahlen wollen: Die 40,7 mm grosse und bis 300 Meter wasserdichte (resp. 304 Meter gemäss Zifferblattaufdruck, um exakt auf die 1’000 Fuss zu kommen) Taucheruhr ist ab USD 1’530.00 direkt vom Anbieter verfügbar, es stehen vier Zifferblattfarben (grün, blau, schwarz und das hier abgebildete matte „gilt dial“) zur Wahl, bei den Drehringeinlagen gibt’s Keramik mit nachleuchtenden Elementen (blau und schwarz) oder Edelstahl. Beim Band gibt’s zwei Kautschukvarianten (blau und schwarz) sowie das hier gezeigte Stahlband mit Faltschliesse (und integrierter Feinverstellung/Verlänerung), welches den Preis um 200 Dollar auf USD 1’730.00 erhöht. Die Lünette rastet in 60 Schritten, die verschraubte Krone ist gut geschützt, die Gehäuseverarbeitung für den Preis aufwändig, man ist aber definitiv kein gestalterisches Risiko eingegangen. Überraschend: der gebürstete Boden und die tendenziell üppige Ausstattung in der Box. Weniger überraschend: Beim Werk hat Monta das SW 300 von Sellita mit rund 42 Stunden Gangreserve gewählt.

Wer noch nichts von Monta gehört hat: die junge Marke (2015) ist im Umfeld der im amerikanischen St. Louis beheimateten Everest Horology Products entstanden – einem (Aftermarket) Zubehör-Anbieter, der u.a. Kautschukbänder für Rolex-Uhren im Sortiment hat.

Grad vor der Kamera gehabt: der Aquis Chronograph mit blauem Zifferblatt von Oris (Ref. 01 774 7743 4155-07 4 24 64EB). Die 45,5 mm grosse Uhr mit Kautschukband ist bis 500 Meter wasserdicht und wird von einem SW 500 angetrieben, die Lünetteneinlage ist aus Keramik. Besonders positiv aufgefallen (an einer Uhr die grundsätzlich schon wenig Kritik zulässt): die grossen, konkaven Chronographen-Drücker, die griffige Krone und die beiden Sicherheitselemente am Kautschukband, die verhindern sollen, dass das Band versehentlich aus der Schliesse rutscht. Demgegenüber steht eine ziemliche Präsenz am Handgelenk (was Gewicht, Durchmesser und Höhe betrifft), starke Handgelenke sind somit kein Nachteil. Preislich liegt die Uhr bei $3’600.00.

Bilder:

Die Baselworld 2018 wird definitiv nicht als die best besuchte resp. ausgebuchte Ausgabe der weltgrössten Uhrenmesse in die Geschichte eingehen, die anwesenden Hersteller haben es indes vortrefflich verstanden, Uhrenneuheiten zu präsentieren, die kommerziell vielversprechend sind, resp. oftmals direkt aus Kundenfeedbacks entstanden sind und erstaunlich oft mit einem vernünftigen Preis kommen.

Im Taucheruhrenbereich fiel insbesondere auf, dass eine noch stärkere Rückbesinnung auf Designs der 60er- und 70er-Jahre stattgefunden hat, was aus Sicht des nostalgischen Uhrenträgers zwar schön, mit Blick auf die Entwicklung der Kategorie aber auch etwas bedrückend ist. Insofern präsentiert sich die Liste der Highlights gleichermassen auch als Tauchgang zurück zu den „Golden Years“ der Taucheruhr.

Die Topten 2018:

  • Blancpain Fifty Fathoms Bathyscaphe Day Date 70s – am Handgelenk die Uhr mit dem grössten Habenwollen-Potenzial, aufgrund der Limitierung auf 500 Stück aber allenfalls nicht ganz einfach zu kriegen.
  • Seiko Prospex Diver 300m Hi-Beat SLA025 – die definitive Rückkehr von Seikos erster 300m-Taucheruhr, aufgrund Schnellschwinger-Werk aber auch preislich ein rechter Brocken. Generell ist auch 2018 ein starker Jahrgang für Prospex-Fans.
  • Bulova Snorkel Diver Re-Issue – unwiderstehlicher Preis, teuflisch nahe am Original. Bulova hat hier alles richtig gemacht.
  • Oris Carl Brashear Chronograph – für Oris preislich fast schon etwas ungewohnt, aber angesichts des Erfolgs des Automatik-Modells nicht überraschend, dass das Unternehmen aus Hölstein hier mit etwas anderen Zahlen operiert.
  • Omega Seamaster 300 Diver – zum 25. Geburtstag präsentiert sich die 300er sanft erneuert und dürfte dadurch wieder häufiger an Handgelenken zu sehen sein; der hauseigenen Konkurrenz an Planet Oceans und Master Chronometern mag sie zwar auch nach dem Facelift kaum das Wasser reichen, der Einstieg fällt mit CHF 4’400 dafür umso überzeugender aus.
  • Longines Legend Diver PVD – der klassischen Taucheruhr mit innenliegender Lünette steht das kleine Schwarze gut, das neue Werk ebenfalls.
  • Doxa Sub 300T Divingstar „Poseidon“ – eine weitere gelungene Re-Edition mit Co-Branding (nicht abgebildet).
  • Tissot Seastar 1000 – der Font auf dem Drehring ist etwas arg gross geraten, insgesamt aber eine erneut interessante Neuinterpretation von Tissots Taucheruhr – und zeitgleich eine der wenigen Kandidatinnen für die Topten mit moderne(re)m Design.
  • Certina DS PH200M Re-Issue – die Marke hat endlich begriffen, dass man mit der eigenen Vergangenheit bislang nicht wirklich adäquat umgegangen ist; die PH200M ist ein vielversprechender Schritt in die richtige Richtung, die Lünetteneinlage aus Aluminium mutet noch etwas lieblos an.
  • Favre-Leuba bringt mit der Bathy Memodepth den obligatorischen Tiefenmesser zurück, beim Werk gibt’s Handaufzug im 48 mm Titan-Gehäuse.

Ein weiterer Trend: es gab wieder mehr Taucheruhren mit Komplikationen zu sehen, die nicht zwingend unter Wasser notwendig sind: Jahreskalender, Mondphase und mindestens zwei Tourbillons wurden vorgestellt.

Zum 25. Geburtstag der Seamaster 300 Diver wurde die Linie einer gründlichen Erfrischungskur unterzogen: grösseres Gehäuse (42 mm), Keramik-Lünette mit Email-Einlage (ausgenommen die Version mit Tantalum), Keramik-Zifferblatt , ein Upgrade zum Kal. 8800 Master Chronometer, Sichtglasboden und mehrere Material-/Farbvarianten zum Start. Bspw.:

Preise starten bei überraschend moderaten CHF 4’400.

Franck Dubarry, der 1997 mit Technomarine bereits ein Gespür für Lifestyle-Taucheruhren gezeigt hat, präsentierte an der Baselworld mit seiner aktuellen Marke auch ein neues Modell mit Drehring; interessant daran: der Einsatz von Materialien wie Karbon für die Lünette, Damaszener Stahl fürs Gehäuse und selbstverständlich auch (beschichtete) Bronze. Preislich liegen die Uhren im oberen vierstelligen Bereich, grundsätzlich müssten die Uhren um die 43 mm liegen und mit zugekauftem Werk bestückt sein, die Infos dazu sind aber noch recht spärlich. Deshalb hier schon mal ein paar Bilder: