Am Kreuzplatz in Zürich betreibt Sandro Bösch mit seinem Team ein doppelt bemerkenswertes Atelier für Uhren: Einerseits ist die Lage abseits der klassischen Einkaufsregionen Zürichs ungewohnt, andrerseits ist die Aufteilung in klassische Verkaufsräume (mit Marken wie Hermès, Luminox Seven Friday oder Bell & Ross) und ein mehr als stattliches Atelier für Reparatur und Revision von Uhren (inkl. Atmos von Jaeger-LeCoultre) erfrischend für alle diejenigen, die für den Unterhalt ihrer Sammlung nach einer unabhängigen und zuverlässigen Alternative suchen. Nicht minder erfreulich: Die Zeit Zone Zürich bildet mittlerweile sogar eine Uhrmacherin in Zürich aus. Auch beim Thema Trends ist Bösch offensichtlich einen Schritt weiter: Während die elastischen Bänder im Stile der „Marine Nationale“ an der Baselworld 2019 erstmals im grösseren Stil bei den Marken gesehen wurden, bietet Zeit Zone die Bänder von Erika op den Kelder längst regulär an. Dankbares Trainingsobjekt: der gut gealterte Bronze-Chronograph „Carl Brashear“ von Oris (Ref. 01 771 7744 3185-Set LS), dem Uhrmachermeister Bösch ein Erika Strap spendiert hat:

Als hoch dekorierter Master Diver der U.S. Navy wäre Carl Maxie Brashear (19. Januar 1931 – 25. Juli 2006) vermutlich kaum an ein Band der französischen Streitkräfte gekommen, aber das Bündnis sieht wirklich umwerfend aus. Und zeigt wieder einmal, welchen Impact ein simpler Bandwechsel auf den Look einer Uhr haben kann. Mehr über den limitierten Chronographen von Oris gibt’s bei Interesse hier. Mehr über die Zeit Zone hier.

Die US-Marke Benrus ist unter neuer Führung offensichtlich wieder am Start, das derzeit einzige mechanische Modell SeaChief hat’s dabei eher zufällig am Rande der letzten Baselworld vor die Kamera verschlagen:

Die 44 mm grosse Uhr ist bis 300 Meter wasserdicht und kostet USD 695.00, etwas wortkarg ist die Website beim Thema Werk („Automatic Movement“). Die Uhr ist auf 100 Stück limitiert.

Die finnische Marke S.U.F. Helsinki (kurz für Sarpaneva Uhren Fabrik) brachte vor zwei Jahren erstmals eine Taucheruhr nach Basel. Die „Vetehinen“, benannt nach „Finland’s mythological water spirit and a legendary WWII submarine“, ist zwischenzeitlich in mehreren Ausführungen umgesetzt worden, meist in einer Kleinstauflage von 26 resp. 52 Stück. Preise starten bei € 4’650.00 für die Edelstahl-Version (inkl. 24% MwSt. in Finland), dafür gibt’s u.a. ein Eterna 3901A mit rund 65 Stunden Gangreserve in einem 42 mm grossen Gehäuse mit 300 Meter Wasserdichtheit mit einem 2.05 mm dicken Saphirglas drauf. Vor allem bei Zifferblatt und Zeigern setzt sich die Uhr von den Mittbewerbern ab, was ihr vor zwei Jahren auch umgehend einen Platz in den Topten der Baselworld bescherte. Und es gibt ganz viel Finnland obendrauf: „the Vetehinen watch is a tiny submarine for your wrist, crafted with high-grade Supra 316L/4435 stainless steel from Finland’s world-renowned steel giant, Outokumpu – forged in Helsinki“.

Dieses Jahr brachte Stepan Sarpaneva ein im Februar angekündigtes Modell mit schwarzer DLC nach Basel, das auf 26 Stück limitiert ist und laut Website einen Listenpreis von € 5’395.00 hat. Die Lünette ist aus Bronze und graviert:

Fazit: An der Faszination für die Uhr hat sich in den letzten beiden Jahren nichts geändert, die Vetehinen ist und bleibt eigenständig, und man vergisst beim Blick aufs Zifferblatt gerne die Zeit. Die Varianten mit nüchternen Lünetten überzeugen weiterhin etwas mehr, andrerseits steigt bei der Lasergravur auf Bronze natürlich nochmals die Individualität. Der Preis war und ist vergleichsweise hoch, andrerseits unterstützt man damit einen unabhängigen, ebenso talentierten wie unnachahmlichen Uhrmacher, der – berücksichtigt man Auflage und Qualität der Komponenten – ganz anders kalkulieren muss. Und wo sonst kriegt man eine Taucheruhr aus Finnland?

Erstmals bringt Oris ein Chronographen-Modell in Edelstahl innerhalb der Sixty-Five-Kollektion: Die für die Blue Editions exklusiv für Bucherer aufgelegte Taucheruhr (Ref. 771.7744.4095-5.21.11) kommt mit blauem Zifferblatt und blauem Drehring-Inlay, im 43 mm grossen und bis 100 Meter wasserdichten Gehäuse ist das Oris 771 (Basis SW510) zu finden. Die Uhr ist für rund CHF 3’950.00 ab heute bei Bucherer erhältlich (und damit CHF 750.00 günstiger als das limitierte Schwestermodell in Bronze). Bilder:

Nach Blancpain und Omega findet man nun auch bei der Konzernschwester Longines eine Taucheruhr mit Keramikgehäuse (und neu etwas grösserem Kronenschutz im Vergleich zum Basismodell). Interessant: Selbst das Zifferblatt der 43 mm grossen Uhr ist aus Keramik. Im Innern der Hydroconquest (Ref. L3.784.4.56.9) tickt das Kaliber L888.3 (ETA A31.L01) mit 25’200 Halbschwingungen pro Stunde und 64 Stunden Gangreserve, das laut Pressemitteilung „exklusiv für Longines entwickelt worden ist“.

Zum Preis (vermutlich CHF 3’500.00), zur Verfügbarkeit oder Konstruktion des Gehäusebodens ist in der Pressemitteilung leider nicht viel vermerkt: „…vom matten Zifferblatt und polierten Gehäuse, von der kreisförmig satinierten Lünette und einem Boden, der kreisförmige Satinierung und matte Bereiche kombiniert.“ Die Uhr ist ab September zu einem Preis von €3’220.00 erhältlich. Copyright Bilder: Longines

Die Abwesenheit der Swatch Group in Basel macht sich unter anderem auch dadurch bemerkbar, dass es derzeit unmöglich ist, von den eher im Einstiegssegment positionierten Marken wie Rado, Mido, Tissot oder Hamilton offizielle Infos zu neuen Produkten zu kriegen. Nach der Ocean Star Tribute von Mido, den neuen Bandoptionen für die Certina DS PH 200 und den neuen Varianten der Captain Cook von Rado gehört nun auch die jüngste Variante der Seastar von Tissot auf diese Liste, die je nach Länderwebsite bereits offiziell bestellbar ist. Die Uhr kommt mit schwarzem Zifferblatt, Kautschukband und PVD-beschichtetem Gehäuse (Ref. T120.407.37.051.00), die technischen Daten (43 mm Durchmesser, wasserdicht bis 300 Meter, ETA C07.111/Powermatic 80) bleiben unverändert, preislich ist mit umgerechnet €730.00 auch kein grosser Aufschlag zu erwarten. Ebenfalls wird’s die reguläre Stahlversion später auch noch mit Textilband (Ref. T120.407.17.051.00) geben. Bilder (PVD-Version):

2018 stellte die zu Seiko Epson gehörende Uhrenmarke Orient ein bis 200 Meter wasserdichtes Taucheruhrenmodell unter der Bezeichnung „Triton“ vor, das sich optisch näher an dem 45.7 mm grossen Spitzenmodell „Professional Saturation Diver“ der Marke anlehnt, preislich aber spürbar unter der 1’000-Dollar-Grenze bleibt.

Derzeit sind drei Versionen der Uhr in der Kollektion zu finden: einmal mit Zifferblatt schwarz (Ref. RA-EL0001B), blau (Ref. RA-EL0002L) und schwarz mit Bi-Color-Lünette (Ref. RA-EL0003B). Der Gehäusedurchmesser beträgt 43.4 mm, Wasserdichtheit ist 200 Meter, Gangreserve liegt bei 40 Stunden (angezeigt bei 1 Uhr). Das Saphirglas ist entspiegelt, Krone und Gehäuseboden sind verschraubt, im Innern tickt das Cal. 40N5A mit 21’600 Halbschwingungen/h. Der offizielle Listenpreis beträgt USD 685.00, resp. $730.00 für die Bi-Color-Version.

Spannend ist die Uhr vor allem für Mechanik-Liebhaber, die für vergleichsweise wenig Geld eine Gangreserve-Anzeige in der Sammlung haben möchten, aber vor der signifikant teureren und 2.3 mm grösseren Saturation Diver zurückschrecken. Die Uhr ist vergleichsweise schwer, die Verarbeitung dem Preis angemessen, die Lünette lässt sich butterweich bedienen, das Band wirk massiv. Interessant ist die Epson-Gravur auf dem Gehäuseboden.

Nachdem die U1000 nicht länger im Sortiment des Frankfurter Unternehmens zu finden ist, brachte Sinn zur Baselworld 2019 den bis 300 Meter wasserdichten 206 Arktis II (Ref. 206.012) und den 206 St Ar (Ref. 206.010) Taucherchronographen aufgefrischt zurück. Der Gehäusedurchmesser beträgt neu 43 mm (bei 17 mm Bauhöhe), als Antrieb kommt ein Valjoux 7750 zum Einsatz, das durch den Sichtglasboden zu sehen ist. Nebst unterschiedlichen Bändern setzt Sinn auch Trockenkapsel, spezielle Dichtungen und Schutzgasfüllung ein.

Die Sinn 206 Arktis feiert im 2019 ihr 20jähriges Jubiläum, Preise starten bei €3’490.00 mit Lederarmband.

Während die Entscheidung der Swatch Group, die Baselworld zu verlassen, aus wirtschaftlicher Sicht nachvollziehbar ist, gestaltet sich dadurch die Kommunikation mit den kleineren Marken momentan als eher schwierig. An Produktlancierungen von Omega und Co. kommt man zum Glück weiterhin kaum vorbei, aber die Neuheiten von Marken wie Certina (neue Certina DS PH200M mit Mesh-Band), Hamilton, Tissot (schwarze Seastar 1000), Mido oder auch Rado (neue 42 mm Captain Cook) waren in der Regel sehr bequem in einem Durchgang durch die Hallen „mitkonsumierbar“ und Bildmaterial sehr einfach erstellt. Jetzt scheint es fast, dass Publikationen mehr oder weniger darauf warten müssen, dass die Uhren im Handel auftauchen, was irgendwie nicht im Sinne des Erfinders ist. Aktuelles Beispiel: Mido lanciert dieses Jahr offenbar eine klassischere Version der Ocean Star, das Video dazu ist längst online, aber auf der Website von Mido gibt’s darüber nichts zu erfahren, Pressemitteilung bislang ebenfalls Fehlanzeige. Die technischen Daten präsentieren sich momentan folgendermassen: Zwei Versionen, Powermatic 80, 40,5 mm Durchemsser, 200 Meter Wasserdichtheit, Preis unter 1’000 Euro, Stahlband oder Textil.

Produktlancierungsvideo zur Ocean Star Tribute von Mido, vermutlich eine Neuheit von 2019

Copright Bild-/Videomaterial: Mido

Zeno hat in Basel vier Prototypen eines bis 500 Meter wasserdichten Modells auf ETA-Basis gezeigt, das sich bei der Farbwahl und Gehäusegestaltung an der Caribbean 2000 orientiert (aber nicht in Einschalenbauweise umgesetzt worden ist). Prototyp heisst in dem Fall, dass bspw. auf der Krone noch blauer Schutzlack zu sehen ist und je nach Modell das Glas stärker oder weniger stark absteht. Bei der Lünetteneinlage hat sich die Marke für eine Tachymeter-Skala mit innerer Tauchskala und Leuchtmarkierung bei 12 Uhr entschieden, der Drehring ist einseitig drehbar. Preis liegt bei CHF 798.00, vier Zifferblattfarben wurden gezeigt (schwarz, blau, orange und gelb). Bilder:

Wer meint, dass in Basel lediglich neue Uhren zu sehen wären, irrt: dank ungebrochenem Trend zu Neuauflagen haben die anwesenden Marken oft auch Schätze aus vergangenen Zeiten mit dabei, im Falle von Bulova gleich in Form einer ganzen Vintage-Ausstellung am Stand, inkl. zweier Snorkel. Highlight der diesjährigen Messe dürfte aber der Prototyp von Tudor gewesen sein, der Modell für die neue Black Bay P01 gestanden hat (die beiden Military-Submariners waren aber selbstverständlich auch nicht zu verachten). Bei Seiko gab’s dank SLA033J1 (2019) und SLA025J1 (2018) zwei eher seltene Taucheruhren aus den 60er-Jahren zu sehen, und Breitling hatte passenderweise ein paar Superoceans mit im Gepäck. Bilder:

Die Frage ist nun, welche dieser Uhren mit Abstand von mindestens 50 Jahren schon mal in Basel ausgestellt worden war.

Während die für die Uhrenindustrie enorm wichtige Messe weiterhin unter grossem Druck steht, haben zumindest die verbleibenden anwesenden Aussteller einiges unternommen, dass ein paar der Neuheiten 2019 selbigem bestens trotzen können. Die fünf attraktivsten (offiziell*) an der Baselworld gezeigten Neuheiten in alphabetischer Reihenfolge:

  • Angelus U51 Diver Tourbillon: Ein Tourbillon braucht unter Wasser definitiv kein Mensch, keine Frage, aber für etwas über CHF 30’000.00 wirkt das Gesamtpaket plötzlich vergleichsweise attraktiv. Zudem kann es nicht schaden, in der Kategorie auch einmal werksmässig etwas zu haben, das nicht mit ETA oder Sellita anfängt. Zum Beitrag >>
  • Bell & Ross BR 03-92 Diver: Der Markt an quadratischen Taucheruhren ist mehr als überschaubar, und die schwarze Taucheruhr der Marke könnte nicht besser zusammenfassen, für was Bell & Ross steht. Zum Beitrag >>
  • Bulova Oceanographer Snorkel: Bereits 2018 war die Snorkel ein Favorit, und die neuen Farben helfen auch 2019 darüber hinweg, dass das Innenleben etwas mehr Raffinesse hätte vertragen können. Abgesehen davon ein weiterhin mehr als erfreulicher Anblick. Zum Beitrag >>
  • Seiko Prospex Diver „Sumo“: Selbstverständlich ist die Seiko 1970 Diver’s Re-Creation Limited Edition (SLA033) ein Traum. Aber es dauert vermutlich nochmals 12 Monate, bis man sich auch wirklich an den Preis der Re-Edition gewöhnt hat. Insofern laufen die leicht überarbeitete Sumo (SPB103J1 und SPB101J1) und die Turtle „Save the Ocean“ (SRPD21K1) vor allem preislich dem Spitzenmodell etwas den Rang ab. Zum Beitrag >>
  • Tudor Black Bay P01: eine ebenso ungewöhnliche wie gewagte Re-Edition von Tudor, und ein guter Grund, für einmal nicht die klassische Black Bay (heuer in Form der neuen Bronze-Version) auf die Topten-Liste zu nehmen. Zum Beitrag >>

Mehr als lobende Erwähnungen (Neudeutsch „Shortlist“) für Sinn (die U1 B wurde bereits 2018 lanciert), Mühle Glashütte (Sea-Timer BlackMotion) und vor allem für die junge Marke Laventure mit der erstmals in Basel gezeigten Sous-Marine (halt ebenfalls aus 2018, aber definitiv ganz weit oben). Von Oris gab’s ebenfalls eine Menge an hoch-attraktiven News in der Aquis- und Sixty-Five-Kollektion zu sehen, und Breitling hat mit der Superocean auch nicht ganz daneben gehauen. Last but not least: Die 60 Atmos in Carbon von Squale ist preislich und optisch enorm attraktiv.

Elastisches Armband an einer Vintage Tudor Snowflake

Markenübergreifender Hype derzeit: Retro ist auch 2019 das grosse Thema. Und die elastischen Marine Nationale Bänder (oft auch als Erika’s Originals bezeichnet), die von Tudor thematisch recht früh aufgegriffen wurden, haben in diesem Jahr bei mehreren Marken den Nato-Bändern den Rang abgelaufen. Stichwort „Marken“: Unter dem Strich war die Abwesenheit von Omega, Longines, Tissot Certina und Co. in mehrfacher Hinsicht spürbar, aber insgesamt gab’s doch ein paar positive Überraschungen fürs Handgelenk.

* Die Baselworld zieht logischerweise immer einige Marken an, die in umliegenden Hotels und Ladengeschäften ihre Neuheiten präsentieren. Diese Liste beinhaltet der Fairness halber lediglich Marken, die 2019 offiziell an der Baselworld ausgestellt haben.

Squale hat sich auch im 2019 wieder als sicherer Wert erwiesen, wenn’s ums Thema Taucheruhr geht: Die demnächst 60jährige italienische Marke bringt ihr Erfolgsmodell 1521 heuer erstmals mit einem Gehäuse aus Verbundwerkstoff, drei Farben stehen am Start zu einem Preis von CHF 1’190.00. Im Innern des bis 600 Meter wasserdichten (und leicht höherbauenden) 42 mm Gehäuses der T183 müsste ein 2824 oder SW200 an der Arbeit sein.

Ebenfalls kriegt das Bronze-Modell ein weiteres Update, mit zwei je auf 100 Stück limitierten Versionen (inkl. Einzelnummerierung auf dem Zifferblatt). Bilder:

Anmerkung: Bei der abgebildeten blauen Bronze-Uhr fehlt die Einzelnummerierung auf dem Zifferblatt, es handelt sich um ein Vorserienmodell.

Die erste Sportuhr von De Bethune mit Drehring wartet mit einer Besonderheit auf: durch den Knopf bei 6 Uhr lassen sich mehrere Leuchtpunkte unter der Lünette aktivieren. Die dazu notwendige Energie wird mechanisch generiert (ähnlich einem Dynamo): To illuminate the watch and the movement from the inside, the slightly bluish white light source is produced by a fully mechanical means that works on the dynamo principle. The result is as simple as the lighting of a bicycle, fully mechanical with no electronics and no battery. A pusher at 6 o’clock activates a small gear train driven by the twin barrel. This gear train, by means of a miniature dynamo, provides the necessary energy for lighting the watch. A few seconds of light is more than enough to read the time, even in the middle of the night.“ Die DB28GS Grand Bleu wird von einem Handaufzugswerk angetrieben und bleibt bis 105 Meter wasserdicht. Bilder:

Die italienische Marke hat ihr Taucheruhrenmodell Nautilo optisch in die Vergangenheit reisen lassen: mit schlankerer Lünette, Sichtglasboden und neuen Zifferblattfarben ist das Modell dadurch gleich um ein ganzes Stück attraktiver geworden, und insbesondere die grau-braune Version sticht dabei nochmals etwas mehr hervor. Im Innern des bis 200 Meter wasserdichten, 42 mm grossen Edelstahl-Gehäuses tickt ein Sellita SW200-1, das zu einem Preis von CHF 2’290.00. Alternativ ist die Uhr auch mit Stahlband erhältlich. Bilder:

Delma hat ihr Spitzentauchermodell überarbeitet: Die Kronenpartie der neu „Blue Shark III“ bezeichneten Uhr ist mit einem neuen Schutz gestaltet worden, und die Wasserdichtheit von 3’000 auf 4’000 Meter erhöht worden (inkl. massig Reserve). Drei Zifferblatt-Optionen und zwei Lünetten wurden gezeigt, die 47 mm grosse Uhr wird mit Stahl- und Kautschukband ausgeliefert.

Aufgefallen: Das Gehäuse schliesst weiterhin gerade zum Band ab, was die Integration von Bändern optisch lückenlos macht (und geradezu nach einem Mesh-Bracelet schreit). Die Verarbeitungsqualität ist zudem mehr als erfreulich (alleine schon die verwendeten Schrauben sind erwähnenswert, die Faltschliesse kommt ebenfalls mit Perlage etc.), aber mit 47 mm und annähernd 300 Gramm Kampfgewicht logischerweise nicht unbedingt für jedes Handgelenk geeignet. Preislich geht’s bei vergleichsweise tiefen CHF 1’990.00 los.

Die Marke ergänzt das Portfolio viereckiger Taucheruhren im Jahr 2019 um mindestens zwei neue Modelle: Die „BR 03-92 Diver Green Bronze“ (Ref. BR0392-D-G-BR/SCA) und „BR 03-92 Diver Black Matte“ (Ref. BR0392-D-BL-CE/SRB) verfügen beide über ein 42 mm grosses und bis 300 Meter wasserdichtes Gehäuse, die Bronze-Uhr ist auf 999 Stück limitiert. Listenpreis liegt bei USD 3’990.00, als Werk kommt ein Cal. 302 (Basis Sellita SW300-1) zum Einsatz. Bilder:

Während die Basler Uhren- und Schmuckmesse (21. bis 26. März 2019) in diesem Jahr mit massiv weniger Ausstellern, darunter die gesamte Swatch Group, zu kämpfen hatte, hielten immerhin die noch anwesenden Uhrenmarken dem Thema Taucheruhr die Stange. Folgende Neuheiten (der offiziell ausstellenden Marken) wurden im Verlauf der Messe vorgestellt (von A bis Z):

Angelus hat zur Baselworld das im Vorjahr gezeigte U50 Tourbillon überarbeitet: Unter dem Namen „U51 Diver Tourbillon“ kommt die unverändert 45 mm grosse Uhr mit innenliegender Lünette neu optisch leicht überarbeitet daher. Das Handaufzugswerk trägt zudem neu die Bezeichnung A-310 und hat eine Gangreserve von 5 Tagen. Preis für die blau-orange Version liegt bei CHF 31’800.00, Limitierung liegt bei 25 Stück, die Wasserdichtheit müsste bei 300 Meter liegen. Bilder:

Zeitgleich ist die U50 (vor allem erkennbar an der Lünette) alternativ auch noch mit schwarz beschichtetem Gehäuse erhältlich. Bilder:

Fazit: Die Kombination „Tourbillon“ und „Taucheruhr“ ist aus Sicht des Puristen natürlich eher überflüssig (und wird fast schon zur Karikatur, wenn man noch das Heliumventil dazu nimmt), und die Bedienung der Lünette über die Krone ist eher schwierig. Nichtsdestotrotz macht die Uhr am Arm eine mehr als gute Falle.

Die noch recht junge Marke Reservoir nutzt die diesjährige Baselworld zur Lancierung einer Taucheruhr mit retrograder Minute (1 bis 60, die Stunde wird im runden Fenster angezeigt, darunter liegt die Gangreserveanzeige). Die Gestaltung orientiert sich dabei an einem Tiefenmesser; unklar ist, ob auch bei diesem Modell die Stundenanzeige ohne Leuchtmasse ausgeführt worden ist. Drei Zifferblattfarben der Hydrosphere sind erhältlich (Blackfin Ref. RSV03.HY/130-12, Blue Hole Ref. RSV03.HY/130-32 und Air Gauge Ref.RSV03.HY/130-21), das 45 mm grosse und bis 250 Meter wasserdichte Gehäuse ist mit einem Heliumventil bestückt, die Konstruktion des Minutenzeigers wird dank eigenem Modul und ETA 2824-2 möglich. Preis: USD 4’300.00 (mit Stahlband). Bilder:

Für den tausendfünfhundertsten Beitrag auf diveintowatches.com könnte es wohl kaum eine passendere Neuheit geben: Mühle Glashütte feiert im 2019 ihr 150jähriges Jubiläum und stellt dazu die attraktivste Taucheruhr in der Geshichte der Marke in Basel vor. Die Sea-Timer BlackMotion (Ref. M1-41-83-NB) basiert auf der Yacht-Timer Bronze (Ref. M1-41-72-NB), bringt aber entsprechend viel „Stealth“ ans Handgelenk. Die wichtigsten Eckdaten: SW 200-1, 300 Meter wasserdichtes Edelstahlgehäuse mit Titancarbid-Beschichtung (TiC) und Sichtglasboden, 44 mm Durchmesser, Listenpreis EUR 2’200.00. Bilder:

Nebst einer mehr als überzeugenden Kollektion von mechanischen Dreizeiger-Uhren bringt Bulova im 2019 auch drei neue Farben der im letzten Jahr erfolgreich wiederbelebten Snorkel raus (die technischen Daten bleiben ansonsten unverändert): Türkis/Schwarz, Blau/Gelb und Blau/Orange:

Im Innern des 44 mm grossen Gehäuses ist das Miyota 821D verbaut, preislich liegen die neuen Versionen ebenfalls unter USD 800.00. Mehr über das Modell hier.

Vergleichsweise günstiger ist da das ganz neue Modell von Doxa, die Doxa 200 Sub. Die Uhr wird es zuerst als limitierte Jubiläumsedition (130 Stück) mit farblich abgesetztem Sekundenzeiger und passender Gravur geben. Das Gehäuse misst 42 mm und bleibt bis 200 Meter wasserdicht, im Innern tickt ein ETA 2824-2. Davon wird es später im Jahr noch eine unlimitierte Version mit blauem und schwarzem Zifferblatt geben, um USD 990.00 (die limitierte ist etwas teurer):

Doxa feiert im Jahr 2019 sein 130-jähriges Jubiläum und lanciert unter neuer Führung an der Baselworld die erste Sub in Edelmetall (18K 4N), und vermutlich auch gleich die teuerste Uhr, die’s von der Marke in den letzten 130 Jahren gegeben hat: Die auf 13 Stück limitierte Doxa Sub 200 T-Graph „130th Anniversary Celebration“ (Ref. 805.40.351LE.13) misst 43 mm Durchmesser und ist entweder mit einem Armband aus 18 Karat Gold oder mit einem orangen Kautschukband erhältlich. Am Edelmetall-Band steigt der Preis auf um die 70’000 Dollar. Das Gehäuse des neuen T-Graphs basiert auf den identischen Massen des Originals, im Innern tickt passenderweise ein Valjoux 7734 mit Handaufzug. Dazu die Pressemitteilung: „Die historischen Uhrwerke wurden von der Schweizer Familie Jenny, seit über zwanzig Jahren Eigentümerin der Marke DOXA, 30 Jahre lang sorgsam aufbewahrt.“ Bilder:

Wenig überraschend und sehr erfreulich: Die Marke aus Hölstein zeigt an der Baselworld gleich mehrere neue Varianten innerhalb der beiden Taucheruhren-Kollektionen „Aquis“ und „Sixty-Five“ (die auf 500 Stück limitierte ProDiver Dive Control wurde ja bereits schon vor der Messe gezeigt). Stellvertretend für die präsentierten Neuheiten:

Modelle:

  • Oris 65 Diver mit 40 mm Durchmesser, blauem Blatt, Lederband und Bronze-Lünette (Ref. 01 733 7707 4355-07 5 20 45)
  • Oris 65 Diver mit Metallband (Ref. 01 733 7707 4355-07 8 20 17 – überraschenderweise mit Mittelgliedern aus Bronze)
  • Oris Aquis Date im 39.5 mm Gehäuse mit grau-grünem Zifferblatt (Ref. 01 733 7732 4137-07 5 21 12FC)
  • Oris 65 Diver mit grünem Zifferblatt (hier als Ref. 01 733 7707 4357-07 4 20 18 am Tropic-Band)
  • Oris Aquis Date Relief im 43.5 mm Gehäuse (Ref. 01 733 7730 4153-07 5 24 11EB)
  • Oris Aquis Date mit grünem Zifferblatt und 39.5 mm Durchmesser (Ref. 01 733 7732 4157-07 4 21 64FC)
  • Oris Aquis GMT (43.5 mm) mit blauem Blatt (Ref. 01 798 7754 4135-07 5 24 10EB)
  • Die auf 2’000 Stück limitierte Aquis Date „Ocean Clean“ im 39.5 mm Gehäuse (Ref. 01 733 7732 4185-Set)