Die deutsche Marke erweitert 2019 ihr Sortiment um eine Modellfamilie, die ans Design der ersten Taucheruhr aus dem Jahr 1969 (Spezimatic Typ RP TS 200) angelehnt ist:

Das Original aus dem Jahr 1969

Die neue Kollektion besteht aus einem auf 69 Stück limitierten Sondermodell „SeaQ 1969“ mit grünlicher Leuchtmasse auf den Zeigern, sowie einem regulären Automatik-Modell mit leicht anderem Zifferblatt-Aufdruck und einfarbiger Leuchtmasse auf Zeigern und Zifferblatt. Der Gehäuseboden der 200 Meter wasserdichten Uhr ist dank einem zusätzlichen Ring (ähnlich Blancpain) perfekt ausgerichtet. Im Innern der 39 mm grossen und bis 200 Meter wasserdichten Uhr tickt das hauseigene Kaliber 39-11. Am Kautschukband kostet die unlimitierte SeaQ EUR 8’500.00 (Ref. 1-39-11-01-80-06), mit Stahlband (Ref. 1-39-11-06-80-70) EUR 9,700.00. Die auf 69 Stück limitierte SeaQ 1969 (Ref. 1-39-11-01-80-33) kostet EUR 8’800.00.

Damit zur nächsten Neuheit: Die 43,5 mm grosse SeaQ Panoramadatum wird vom Kal. 36-13 angetrieben, das dank (gewölbtem) Sichtglasboden aus Saphier zu sehen ist. Zwei Zifferblattfarben stehen zur Wahl, schwarz und blau, bei den Bändern gibt’s Kautschuk, Stahl und Textil. Die Ref. 1-36-13-01-80-08 bspw. mit schwarzem Blatt, grauem Band und Dornschliesse kostet EUR 11’000.00, für die Faltschliesse werden weitere 300 Euro fällig, mit Stahlband steigt der Preis jeweils auf 12’200.00. Die Lünetteneinlage ist in allen Fällen aus Keramik.

Erster Eindruck: ein sportlicheres Modell hat der Marke definitiv gefehlt, und vor allem die grössere Version mit Panorama-Datum überzeugt sofort am Handgelenk. Die beiden gewölbten Gläser wie auch die Verarbeitung insgesamt sind überdurchschnittlich, zumindest der historische Bezug zur Vorgängerin ist gegeben, zwischen 1969 und 2019 liegen aber preislich und qualitativ Welten.
Unter dem Strich wird vermutlich vor allem der markante Minutenzeiger darüber entscheiden, ob und wie schnell sich die Uhrenfamilie am Markt etablieren kann, und vielleicht wäre hier ein generell etwas freierer Umgang mit der Historie angebracht gewesen (Minutenzeiger ohne Dreieck, dafür länger). Die Original-Zeigerform mit Pfeilspitze hätte so exklusiv für die 69 Stück der SeaQ 69 verwendet werden können.

Blancpain dürfte ein starkes Jahr vor sich haben: Mit der Rückkehr der limitierten Barakuda (Ref. 5008B-1130-B52A) im 40 mm Gehäuse und Cal. 1151, einer blauen Variante der Fifty Fathoms mit satiniertem Rotgoldgehäuse (45 mm), blauem Keramikzifferblatt und Cal. 1315 (Ref. 5015-3603C-63B) und einem neuen Military-Dial für die auf 300 Stück limitierte „Nageurs de Combat“ (Ref. 5015E-1130-B52A mit Cal. 1315) ist die ohnehin schon unwiderstehliche Linie im 2019 nochmals attraktiver geworden:

Die reguläre Fifty Fathoms gibt’s zudem nun seit Kurzem auch mit Titangehäuse und Sichtglasboden. Das eigentliche Highlight der Marke für 2019 ist aber selbstverständlich der neue Air Command Chronograph, der sinngemäss nicht fürs Wasser gedacht ist:

Mit Abschluss des „Time to Move“ Events der Swatch Group (14. bis 16. Mai 2019), sind ab heute 8.00 Uhr die Neuheiten der höherpreisigen Marken (Omega, Jaquet Droz, Blancpain, Breguet, Harry Winston und Glashütte Original) endlich zur Veröffentlichung frei gegeben.

Bei Omega ist ein Jahr nach der Automatik konsequenterweise nun auch der Seamaster 300 Chronograph im neuen Design erhältlich, die Preise bewegen sich dabei von CHF 7’100.00 bis CHF 25’800.00, grundsätzlich sind in etwa die selben Farben wie bei der 2018-Kollektion erhältlich (von derzeit sechs Versionen hier abgebildet ist Stahl mit grauem oder blauem Blatt, Stahl Bi-Color und die teuerste Version mit Sedna-Goldgehäuse und Keramik-Lünette). Die Keramik-Drücker sind farblich der Drehringeinlage angepasst, der Durchmesser der bis 300 Meter wasserdichten Uhr beträgt 44 mm, im Innern tickt das Omega Cal. 9900 (bei der Version in Sedna-Gold ist es das Cal. 9901). Während die Ausführung der beiden Totalisatoren noch etwas gewöhnungsbedürftig ist, überzeugt die klassische blaue Variante relativ schnell; zudem sind CHF 7’100.00 erneut eine Ansage. Auslieferung dürfte im August 2019 erfolgen. Bilder:

Innerhalb der Planet Ocean Kollektion gibt’s zwei neue Farben, ein weisses Keramik-Blatt (Automatik, Kal. 8900) und ein graues Titan-Blatt (Chronograph, Kal. 9900), wahlweise mit Stahlband (CHF 300.00 Aufpreis) oder Natoband. Der Chrono (ab CHF 8’000.00) hat unverändert 45,5 mm Durchmesser, die Automatik 43,5 mm (ab CHF 6’150.00) beiden bieten 600 Meter Wasserdichtheit und ein manuelles Heliumventil. Auslieferung dürfte im Oktober sein. Bilder:

Bei den Dreizeiger-Modellen der Seamaster 300 gibt’s neu unter anderem auch ein weisses Zifferblatt und ein Modell mit Goldgehäuse und blauer Lünette, Auslieferung dürfte im November 2019 erfolgen. Und für die etwas grössere Keramik-Version (bereits im Januar lanciert) gibt’s nun auch eine Option mit Nato-Band. Bilder:

Erstes Fazit: Vor allem die drei oben gezeigten Zugänge bei der regulären Seamaster 300 Diver sind enorm vielversprechend, der Chrono braucht definitiv noch etwas Angewöhnung, die Planet Ocean Neuheiten sind eine nette Erweiterung für den Sommer, aber keine eigentliche Sensation. Spannend ist vor allem der verstärkte Einsatz der orangen Elemente als Signet der Taucheruhren von Omega – da dürfte in nächster Zeit noch einiges kommen.

2017 hatte Oris mit dem auf 2’000 Stück limitierten Chronographen Carl Brashear (Ref. 01 771 7744 3185-Set LS) einen der schönsten Taucherchronographen seit Blancpains Bathyscaph vorgestellt. Dass davon irgendwann einmal ein unlimitiertes Modell in Edelstahl kommen könnte, lag schon fast auf der Hand, vor allem nach der Blue Edition für Bucherer im April. Das Resultat ist gelungen: Dank schwarzem Zifferblatt und farblich angepasstem Logo (bei der Bronze-Version stach das weisse Logo etwas stark hervor), Bi-Color Lünette (Bronze) und optionalem Stahlband macht die Uhr eine mehr als gute Figur am Handgelenk. Der Durchmesser bleibt bei 43 mm, im Innern tickt das Oris 771 (Basis SW 510), Wasserdichtheit liegt bei 100 Meter, die Krone ist verschraubt. Preis liegt bei CHF 3’950.00 (am Lederband). Bilder:

Die englische Marke Christopher Ward hat ihren Bestseller Trident Pro 600 zum zehnjährigen Geburtstag erneuert: Vor allem der neue Zeigersatz fällt dabei sofort auf, es wurde aber auch das Gehäuse, Drehring, das Band, der Gehäuseboden, das Zifferblatt und die Krone der Taucheruhr überarbeitet. Fangen wir beim Gehäuse an: die abgebildete Mark III mit schwarzem Zifferblatt (Ref. C60-42ADA3-S0KK0-B0) ist mit einer etwas schlankeren und dadurch eleganteren Ausführung eines Gehäuses mit 42 mm (statt 43 mm) ausgestattet, die Schliesse kommt mit einer Feinverstellung und verfügt erstmals über ein Schnellwechselsystem (statt regulärer Federstege). Darüber hinaus wurde für den Drehring und das Zifferblatt mehr Leuchtmasse eingesetzt, die aufgesetzten Indexe verfügen wie die Zeiger nun über abwechselnd polierte und satinierte Flächen. Beim Gehäuseboden kommt ein neuer Ansatz fürs Werkzeug zum Einsatz, statt der kreisrunden Vertiefungen sind jetzt längere Schlitze zu sehen. Besonders erfreulich: das SW200 -1 ist mit einer passenden schwarzen Datumsscheibe ausgerüstet. Bilder:

Insgesamt lassen sich die Veränderungen so zusammenfassen, dass sich die Trident Pro 600 Mark III jetzt nochmals etwas moderner und vor allem hochwertiger in der Hand anfühlt, was angesichts des Preises von in diesem Fall USD 910.00 schon bei der Vorgängerin überdurchschnittlich gut gelungen war. Zudem wird dadurch die Abgrenzung zur noch etwas klassischeren C65 grösser. Die neuen Zeiger sind zweifellos massentauglicher geworden, dürften aber dem einen oder anderen Interessenten etwas vom ursprünglichen Charakter der Uhr genommen haben, die Platzierung des Logos bei 9 Uhr ist Geschmackssache.

Christopher Ward wird die Trident Pro in 38 und 42 mm anbieten und wird erstmals „also debut a new 40mm size in its black dial, black bezel configuration“. Die Trident gibt’s als GMT- (ETA 2893-2) und Dreizeigeruhr in unterschiedlichen Farben, Preise starten bei $795.00. Dazu gesellt sich ein neues Spitzenmodell, womit Christopher Ward einen ähnlichen Split wie Tudor mit der Black Bay und der Pelagos verfolgt: „Launching with a 300-piece limited edition of blue with orange, the C60 Trident Elite 1000’s case design has been crafted from type 2 titanium and features a helium release valve“. Die als Chronometer zertifizierte Uhr ist bis 1’000 Meter wasserdicht und ab $1’425.00 im Direktvertrieb erhältlich.

Am Kreuzplatz in Zürich betreibt Sandro Bösch mit seinem Team ein doppelt bemerkenswertes Atelier für Uhren: Einerseits ist die Lage abseits der klassischen Einkaufsregionen Zürichs ungewohnt, andrerseits ist die Aufteilung in klassische Verkaufsräume (mit Marken wie Hermès, Luminox Seven Friday oder Bell & Ross) und ein mehr als stattliches Atelier für Reparatur und Revision von Uhren (inkl. Atmos von Jaeger-LeCoultre) erfrischend für alle diejenigen, die für den Unterhalt ihrer Sammlung nach einer unabhängigen und zuverlässigen Alternative suchen. Nicht minder erfreulich: Die Zeit Zone Zürich bildet mittlerweile sogar eine Uhrmacherin in Zürich aus. Auch beim Thema Trends ist Bösch offensichtlich einen Schritt weiter: Während die elastischen Bänder im Stile der „Marine Nationale“ an der Baselworld 2019 erstmals im grösseren Stil bei den Marken gesehen wurden, bietet Zeit Zone die Bänder von Erika op den Kelder längst regulär an. Dankbares Trainingsobjekt: der gut gealterte Bronze-Chronograph „Carl Brashear“ von Oris (Ref. 01 771 7744 3185-Set LS), dem Uhrmachermeister Bösch ein Erika Strap spendiert hat:

Als hoch dekorierter Master Diver der U.S. Navy wäre Carl Maxie Brashear (19. Januar 1931 – 25. Juli 2006) vermutlich kaum an ein Band der französischen Streitkräfte gekommen, aber das Bündnis sieht wirklich umwerfend aus. Und zeigt wieder einmal, welchen Impact ein simpler Bandwechsel auf den Look einer Uhr haben kann. Mehr über den limitierten Chronographen von Oris gibt’s bei Interesse hier. Mehr über die Zeit Zone hier.

Die US-Marke Benrus ist unter neuer Führung offensichtlich wieder am Start, das derzeit einzige mechanische Modell SeaChief hat’s dabei eher zufällig am Rande der letzten Baselworld vor die Kamera verschlagen:

Die 44 mm grosse Uhr ist bis 300 Meter wasserdicht und kostet USD 695.00, etwas wortkarg ist die Website beim Thema Werk („Automatic Movement“). Die Uhr ist auf 100 Stück limitiert.

Die finnische Marke S.U.F. Helsinki (kurz für Sarpaneva Uhren Fabrik) brachte vor zwei Jahren erstmals eine Taucheruhr nach Basel. Die „Vetehinen“, benannt nach „Finland’s mythological water spirit and a legendary WWII submarine“, ist zwischenzeitlich in mehreren Ausführungen umgesetzt worden, meist in einer Kleinstauflage von 26 resp. 52 Stück. Preise starten bei € 4’650.00 für die Edelstahl-Version (inkl. 24% MwSt. in Finland), dafür gibt’s u.a. ein Eterna 3901A mit rund 65 Stunden Gangreserve in einem 42 mm grossen Gehäuse mit 300 Meter Wasserdichtheit mit einem 2.05 mm dicken Saphirglas drauf. Vor allem bei Zifferblatt und Zeigern setzt sich die Uhr von den Mittbewerbern ab, was ihr vor zwei Jahren auch umgehend einen Platz in den Topten der Baselworld bescherte. Und es gibt ganz viel Finnland obendrauf: „the Vetehinen watch is a tiny submarine for your wrist, crafted with high-grade Supra 316L/4435 stainless steel from Finland’s world-renowned steel giant, Outokumpu – forged in Helsinki“.

Dieses Jahr brachte Stepan Sarpaneva ein im Februar angekündigtes Modell mit schwarzer DLC nach Basel, das auf 26 Stück limitiert ist und laut Website einen Listenpreis von € 5’395.00 hat. Die Lünette ist aus Bronze und graviert:

Fazit: An der Faszination für die Uhr hat sich in den letzten beiden Jahren nichts geändert, die Vetehinen ist und bleibt eigenständig, und man vergisst beim Blick aufs Zifferblatt gerne die Zeit. Die Varianten mit nüchternen Lünetten überzeugen weiterhin etwas mehr, andrerseits steigt bei der Lasergravur auf Bronze natürlich nochmals die Individualität. Der Preis war und ist vergleichsweise hoch, andrerseits unterstützt man damit einen unabhängigen, ebenso talentierten wie unnachahmlichen Uhrmacher, der – berücksichtigt man Auflage und Qualität der Komponenten – ganz anders kalkulieren muss. Und wo sonst kriegt man eine Taucheruhr aus Finnland?

Erstmals bringt Oris ein Chronographen-Modell in Edelstahl innerhalb der Sixty-Five-Kollektion: Die für die Blue Editions exklusiv für Bucherer aufgelegte Taucheruhr (Ref. 771.7744.4095-5.21.11) kommt mit blauem Zifferblatt und blauem Drehring-Inlay, im 43 mm grossen und bis 100 Meter wasserdichten Gehäuse ist das Oris 771 (Basis SW510) zu finden. Die Uhr ist für rund CHF 3’950.00 ab heute bei Bucherer erhältlich (und damit CHF 750.00 günstiger als das limitierte Schwestermodell in Bronze). Bilder:

Nach Blancpain und Omega findet man nun auch bei der Konzernschwester Longines eine Taucheruhr mit Keramikgehäuse (und neu etwas grösserem Kronenschutz im Vergleich zum Basismodell). Interessant: Selbst das Zifferblatt der 43 mm grossen Uhr ist aus Keramik. Im Innern der Hydroconquest (Ref. L3.784.4.56.9) tickt das Kaliber L888.3 (ETA A31.L01) mit 25’200 Halbschwingungen pro Stunde und 64 Stunden Gangreserve, das laut Pressemitteilung „exklusiv für Longines entwickelt worden ist“.

Zum Preis (vermutlich CHF 3’500.00), zur Verfügbarkeit oder Konstruktion des Gehäusebodens ist in der Pressemitteilung leider nicht viel vermerkt: „…vom matten Zifferblatt und polierten Gehäuse, von der kreisförmig satinierten Lünette und einem Boden, der kreisförmige Satinierung und matte Bereiche kombiniert.“ Die Uhr ist ab September zu einem Preis von €3’220.00 erhältlich. Copyright Bilder: Longines

Die Abwesenheit der Swatch Group in Basel macht sich unter anderem auch dadurch bemerkbar, dass es derzeit unmöglich ist, von den eher im Einstiegssegment positionierten Marken wie Rado, Mido, Tissot oder Hamilton offizielle Infos zu neuen Produkten zu kriegen. Nach der Ocean Star Tribute von Mido, den neuen Bandoptionen für die Certina DS PH 200 und den neuen Varianten der Captain Cook von Rado gehört nun auch die jüngste Variante der Seastar von Tissot auf diese Liste, die je nach Länderwebsite bereits offiziell bestellbar ist. Die Uhr kommt mit schwarzem Zifferblatt, Kautschukband und PVD-beschichtetem Gehäuse (Ref. T120.407.37.051.00), die technischen Daten (43 mm Durchmesser, wasserdicht bis 300 Meter, ETA C07.111/Powermatic 80) bleiben unverändert, preislich ist mit umgerechnet €730.00 auch kein grosser Aufschlag zu erwarten. Ebenfalls wird’s die reguläre Stahlversion später auch noch mit Textilband (Ref. T120.407.17.051.00) geben. Bilder (PVD-Version):

2018 stellte die zu Seiko Epson gehörende Uhrenmarke Orient ein bis 200 Meter wasserdichtes Taucheruhrenmodell unter der Bezeichnung „Triton“ vor, das sich optisch näher an dem 45.7 mm grossen Spitzenmodell „Professional Saturation Diver“ der Marke anlehnt, preislich aber spürbar unter der 1’000-Dollar-Grenze bleibt.

Derzeit sind drei Versionen der Uhr in der Kollektion zu finden: einmal mit Zifferblatt schwarz (Ref. RA-EL0001B), blau (Ref. RA-EL0002L) und schwarz mit Bi-Color-Lünette (Ref. RA-EL0003B). Der Gehäusedurchmesser beträgt 43.4 mm, Wasserdichtheit ist 200 Meter, Gangreserve liegt bei 40 Stunden (angezeigt bei 1 Uhr). Das Saphirglas ist entspiegelt, Krone und Gehäuseboden sind verschraubt, im Innern tickt das Cal. 40N5A mit 21’600 Halbschwingungen/h. Der offizielle Listenpreis beträgt USD 685.00, resp. $730.00 für die Bi-Color-Version.

Spannend ist die Uhr vor allem für Mechanik-Liebhaber, die für vergleichsweise wenig Geld eine Gangreserve-Anzeige in der Sammlung haben möchten, aber vor der signifikant teureren und 2.3 mm grösseren Saturation Diver zurückschrecken. Die Uhr ist vergleichsweise schwer, die Verarbeitung dem Preis angemessen, die Lünette lässt sich butterweich bedienen, das Band wirk massiv. Interessant ist die Epson-Gravur auf dem Gehäuseboden.

Nachdem die U1000 nicht länger im Sortiment des Frankfurter Unternehmens zu finden ist, brachte Sinn zur Baselworld 2019 den bis 300 Meter wasserdichten 206 Arktis II (Ref. 206.012) und den 206 St Ar (Ref. 206.010) Taucherchronographen aufgefrischt zurück. Der Gehäusedurchmesser beträgt neu 43 mm (bei 17 mm Bauhöhe), als Antrieb kommt ein Valjoux 7750 zum Einsatz, das durch den Sichtglasboden zu sehen ist. Nebst unterschiedlichen Bändern setzt Sinn auch Trockenkapsel, spezielle Dichtungen und Schutzgasfüllung ein.

Die Sinn 206 Arktis feiert im 2019 ihr 20jähriges Jubiläum, Preise starten bei €3’490.00 mit Lederarmband.

Während die Entscheidung der Swatch Group, die Baselworld zu verlassen, aus wirtschaftlicher Sicht nachvollziehbar ist, gestaltet sich dadurch die Kommunikation mit den kleineren Marken momentan als eher schwierig. An Produktlancierungen von Omega und Co. kommt man zum Glück weiterhin kaum vorbei, aber die Neuheiten von Marken wie Certina (neue Certina DS PH200M mit Mesh-Band), Hamilton, Tissot (schwarze Seastar 1000), Mido oder auch Rado (neue 42 mm Captain Cook) waren in der Regel sehr bequem in einem Durchgang durch die Hallen „mitkonsumierbar“ und Bildmaterial sehr einfach erstellt. Jetzt scheint es fast, dass Publikationen mehr oder weniger darauf warten müssen, dass die Uhren im Handel auftauchen, was irgendwie nicht im Sinne des Erfinders ist. Aktuelles Beispiel: Mido lanciert dieses Jahr offenbar eine klassischere Version der Ocean Star, das Video dazu ist längst online, aber auf der Website von Mido gibt’s darüber nichts zu erfahren, Pressemitteilung bislang ebenfalls Fehlanzeige. Die technischen Daten präsentieren sich momentan folgendermassen: Zwei Versionen, Powermatic 80, 40,5 mm Durchemsser, 200 Meter Wasserdichtheit, Preis unter 1’000 Euro, Stahlband oder Textil.

Produktlancierungsvideo zur Ocean Star Tribute von Mido, vermutlich eine Neuheit von 2019

Copright Bild-/Videomaterial: Mido

Zeno hat in Basel vier Prototypen eines bis 500 Meter wasserdichten Modells auf ETA-Basis gezeigt, das sich bei der Farbwahl und Gehäusegestaltung an der Caribbean 2000 orientiert (aber nicht in Einschalenbauweise umgesetzt worden ist). Prototyp heisst in dem Fall, dass bspw. auf der Krone noch blauer Schutzlack zu sehen ist und je nach Modell das Glas stärker oder weniger stark absteht. Bei der Lünetteneinlage hat sich die Marke für eine Tachymeter-Skala mit innerer Tauchskala und Leuchtmarkierung bei 12 Uhr entschieden, der Drehring ist einseitig drehbar. Preis liegt bei CHF 798.00, vier Zifferblattfarben wurden gezeigt (schwarz, blau, orange und gelb). Bilder:

Wer meint, dass in Basel lediglich neue Uhren zu sehen wären, irrt: dank ungebrochenem Trend zu Neuauflagen haben die anwesenden Marken oft auch Schätze aus vergangenen Zeiten mit dabei, im Falle von Bulova gleich in Form einer ganzen Vintage-Ausstellung am Stand, inkl. zweier Snorkel. Highlight der diesjährigen Messe dürfte aber der Prototyp von Tudor gewesen sein, der Modell für die neue Black Bay P01 gestanden hat (die beiden Military-Submariners waren aber selbstverständlich auch nicht zu verachten). Bei Seiko gab’s dank SLA033J1 (2019) und SLA025J1 (2018) zwei eher seltene Taucheruhren aus den 60er-Jahren zu sehen, und Breitling hatte passenderweise ein paar Superoceans mit im Gepäck. Bilder:

Die Frage ist nun, welche dieser Uhren mit Abstand von mindestens 50 Jahren schon mal in Basel ausgestellt worden war.

Während die für die Uhrenindustrie enorm wichtige Messe weiterhin unter grossem Druck steht, haben zumindest die verbleibenden anwesenden Aussteller einiges unternommen, dass ein paar der Neuheiten 2019 selbigem bestens trotzen können. Die fünf attraktivsten (offiziell*) an der Baselworld gezeigten Neuheiten in alphabetischer Reihenfolge:

  • Angelus U51 Diver Tourbillon: Ein Tourbillon braucht unter Wasser definitiv kein Mensch, keine Frage, aber für etwas über CHF 30’000.00 wirkt das Gesamtpaket plötzlich vergleichsweise attraktiv. Zudem kann es nicht schaden, in der Kategorie auch einmal werksmässig etwas zu haben, das nicht mit ETA oder Sellita anfängt. Zum Beitrag >>
  • Bell & Ross BR 03-92 Diver: Der Markt an quadratischen Taucheruhren ist mehr als überschaubar, und die schwarze Taucheruhr der Marke könnte nicht besser zusammenfassen, für was Bell & Ross steht. Zum Beitrag >>
  • Bulova Oceanographer Snorkel: Bereits 2018 war die Snorkel ein Favorit, und die neuen Farben helfen auch 2019 darüber hinweg, dass das Innenleben etwas mehr Raffinesse hätte vertragen können. Abgesehen davon ein weiterhin mehr als erfreulicher Anblick. Zum Beitrag >>
  • Seiko Prospex Diver „Sumo“: Selbstverständlich ist die Seiko 1970 Diver’s Re-Creation Limited Edition (SLA033) ein Traum. Aber es dauert vermutlich nochmals 12 Monate, bis man sich auch wirklich an den Preis der Re-Edition gewöhnt hat. Insofern laufen die leicht überarbeitete Sumo (SPB103J1 und SPB101J1) und die Turtle „Save the Ocean“ (SRPD21K1) vor allem preislich dem Spitzenmodell etwas den Rang ab. Zum Beitrag >>
  • Tudor Black Bay P01: eine ebenso ungewöhnliche wie gewagte Re-Edition von Tudor, und ein guter Grund, für einmal nicht die klassische Black Bay (heuer in Form der neuen Bronze-Version) auf die Topten-Liste zu nehmen. Zum Beitrag >>

Mehr als lobende Erwähnungen (Neudeutsch „Shortlist“) für Sinn (die U1 B wurde bereits 2018 lanciert), Mühle Glashütte (Sea-Timer BlackMotion) und vor allem für die junge Marke Laventure mit der erstmals in Basel gezeigten Sous-Marine (halt ebenfalls aus 2018, aber definitiv ganz weit oben). Von Oris gab’s ebenfalls eine Menge an hoch-attraktiven News in der Aquis- und Sixty-Five-Kollektion zu sehen, und Breitling hat mit der Superocean auch nicht ganz daneben gehauen. Last but not least: Die 60 Atmos in Carbon von Squale ist preislich und optisch enorm attraktiv.

Elastisches Armband an einer Vintage Tudor Snowflake

Markenübergreifender Hype derzeit: Retro ist auch 2019 das grosse Thema. Und die elastischen Marine Nationale Bänder (oft auch als Erika’s Originals bezeichnet), die von Tudor thematisch recht früh aufgegriffen wurden, haben in diesem Jahr bei mehreren Marken den Nato-Bändern den Rang abgelaufen. Stichwort „Marken“: Unter dem Strich war die Abwesenheit von Omega, Longines, Tissot Certina und Co. in mehrfacher Hinsicht spürbar, aber insgesamt gab’s doch ein paar positive Überraschungen fürs Handgelenk.

* Die Baselworld zieht logischerweise immer einige Marken an, die in umliegenden Hotels und Ladengeschäften ihre Neuheiten präsentieren. Diese Liste beinhaltet der Fairness halber lediglich Marken, die 2019 offiziell an der Baselworld ausgestellt haben.

Squale hat sich auch im 2019 wieder als sicherer Wert erwiesen, wenn’s ums Thema Taucheruhr geht: Die demnächst 60jährige italienische Marke bringt ihr Erfolgsmodell 1521 heuer erstmals mit einem Gehäuse aus Verbundwerkstoff, drei Farben stehen am Start zu einem Preis von CHF 1’190.00. Im Innern des bis 600 Meter wasserdichten (und leicht höherbauenden) 42 mm Gehäuses der T183 müsste ein 2824 oder SW200 an der Arbeit sein.

Ebenfalls kriegt das Bronze-Modell ein weiteres Update, mit zwei je auf 100 Stück limitierten Versionen (inkl. Einzelnummerierung auf dem Zifferblatt). Bilder:

Anmerkung: Bei der abgebildeten blauen Bronze-Uhr fehlt die Einzelnummerierung auf dem Zifferblatt, es handelt sich um ein Vorserienmodell.

Die erste Sportuhr von De Bethune mit Drehring wartet mit einer Besonderheit auf: durch den Knopf bei 6 Uhr lassen sich mehrere Leuchtpunkte unter der Lünette aktivieren. Die dazu notwendige Energie wird mechanisch generiert (ähnlich einem Dynamo): To illuminate the watch and the movement from the inside, the slightly bluish white light source is produced by a fully mechanical means that works on the dynamo principle. The result is as simple as the lighting of a bicycle, fully mechanical with no electronics and no battery. A pusher at 6 o’clock activates a small gear train driven by the twin barrel. This gear train, by means of a miniature dynamo, provides the necessary energy for lighting the watch. A few seconds of light is more than enough to read the time, even in the middle of the night.“ Die DB28GS Grand Bleu wird von einem Handaufzugswerk angetrieben und bleibt bis 105 Meter wasserdicht. Bilder:

Die italienische Marke hat ihr Taucheruhrenmodell Nautilo optisch in die Vergangenheit reisen lassen: mit schlankerer Lünette, Sichtglasboden und neuen Zifferblattfarben ist das Modell dadurch gleich um ein ganzes Stück attraktiver geworden, und insbesondere die grau-braune Version sticht dabei nochmals etwas mehr hervor. Im Innern des bis 200 Meter wasserdichten, 42 mm grossen Edelstahl-Gehäuses tickt ein Sellita SW200-1, das zu einem Preis von CHF 2’290.00. Alternativ ist die Uhr auch mit Stahlband erhältlich. Bilder:

Delma hat ihr Spitzentauchermodell überarbeitet: Die Kronenpartie der neu „Blue Shark III“ bezeichneten Uhr ist mit einem neuen Schutz gestaltet worden, und die Wasserdichtheit von 3’000 auf 4’000 Meter erhöht worden (inkl. massig Reserve). Drei Zifferblatt-Optionen und zwei Lünetten wurden gezeigt, die 47 mm grosse Uhr wird mit Stahl- und Kautschukband ausgeliefert.

Aufgefallen: Das Gehäuse schliesst weiterhin gerade zum Band ab, was die Integration von Bändern optisch lückenlos macht (und geradezu nach einem Mesh-Bracelet schreit). Die Verarbeitungsqualität ist zudem mehr als erfreulich (alleine schon die verwendeten Schrauben sind erwähnenswert, die Faltschliesse kommt ebenfalls mit Perlage etc.), aber mit 47 mm und annähernd 300 Gramm Kampfgewicht logischerweise nicht unbedingt für jedes Handgelenk geeignet. Preislich geht’s bei vergleichsweise tiefen CHF 1’990.00 los.

Die Marke ergänzt das Portfolio viereckiger Taucheruhren im Jahr 2019 um mindestens zwei neue Modelle: Die „BR 03-92 Diver Green Bronze“ (Ref. BR0392-D-G-BR/SCA) und „BR 03-92 Diver Black Matte“ (Ref. BR0392-D-BL-CE/SRB) verfügen beide über ein 42 mm grosses und bis 300 Meter wasserdichtes Gehäuse, die Bronze-Uhr ist auf 999 Stück limitiert. Listenpreis liegt bei USD 3’990.00, als Werk kommt ein Cal. 302 (Basis Sellita SW300-1) zum Einsatz. Bilder:

Während die Basler Uhren- und Schmuckmesse (21. bis 26. März 2019) in diesem Jahr mit massiv weniger Ausstellern, darunter die gesamte Swatch Group, zu kämpfen hatte, hielten immerhin die noch anwesenden Uhrenmarken dem Thema Taucheruhr die Stange. Folgende Neuheiten (der offiziell ausstellenden Marken) wurden im Verlauf der Messe vorgestellt (von A bis Z):

Angelus hat zur Baselworld das im Vorjahr gezeigte U50 Tourbillon überarbeitet: Unter dem Namen „U51 Diver Tourbillon“ kommt die unverändert 45 mm grosse Uhr mit innenliegender Lünette neu optisch leicht überarbeitet daher. Das Handaufzugswerk trägt zudem neu die Bezeichnung A-310 und hat eine Gangreserve von 5 Tagen. Preis für die blau-orange Version liegt bei CHF 31’800.00, Limitierung liegt bei 25 Stück, die Wasserdichtheit müsste bei 300 Meter liegen. Bilder:

Zeitgleich ist die U50 (vor allem erkennbar an der Lünette) alternativ auch noch mit schwarz beschichtetem Gehäuse erhältlich. Bilder:

Fazit: Die Kombination „Tourbillon“ und „Taucheruhr“ ist aus Sicht des Puristen natürlich eher überflüssig (und wird fast schon zur Karikatur, wenn man noch das Heliumventil dazu nimmt), und die Bedienung der Lünette über die Krone ist eher schwierig. Nichtsdestotrotz macht die Uhr am Arm eine mehr als gute Falle.

Die noch recht junge Marke Reservoir nutzt die diesjährige Baselworld zur Lancierung einer Taucheruhr mit retrograder Minute (1 bis 60, die Stunde wird im runden Fenster angezeigt, darunter liegt die Gangreserveanzeige). Die Gestaltung orientiert sich dabei an einem Tiefenmesser; unklar ist, ob auch bei diesem Modell die Stundenanzeige ohne Leuchtmasse ausgeführt worden ist. Drei Zifferblattfarben der Hydrosphere sind erhältlich (Blackfin Ref. RSV03.HY/130-12, Blue Hole Ref. RSV03.HY/130-32 und Air Gauge Ref.RSV03.HY/130-21), das 45 mm grosse und bis 250 Meter wasserdichte Gehäuse ist mit einem Heliumventil bestückt, die Konstruktion des Minutenzeigers wird dank eigenem Modul und ETA 2824-2 möglich. Preis: USD 4’300.00 (mit Stahlband). Bilder: