Anfangs Jahr überraschte Angelus mit einer Taucheruhr mit innenliegender Lünette und fliegendem Tourbillon. Die Kombination „Diver und Tourbillon“ in einem bis 300 Meter wasserdichten und 45 mm grossen Titangehäuse (mit Heliumventil bei 9 Uhr) ist grundsätzlich natürlich nicht die naheliegendste, nichtsdestotrotz wirkt die U50 Diver Tourbillon überraschend gut am Handgelenk. Darüber hinaus handelt es sich bei der Uhr um die erste Taucheruhr der 2015 reanimierten Traditionsmarke (die heute zur Citizen Gruppe gehört). Bilder:

Die rastende, innenliegende Lünette wird mit der Krone bei 2 Uhr bedient. Im Innern arbeitet das skelettierte A-300 Inhouse-Kaliber von Angelus, der Preis der auf 25 Stück limitierten Uhr liegt bei CHF 29’700.00

Hands-On: Luminox Deep Dive

Nachdem die 2017 überarbeite „Deep Dive“ hier schon näher vorgestellt wurde, gibt’s jetzt noch ein paar Bonus-Bilder zur Ref. 1523 „Scott Cassell“ mit blauem Blatt und passendem Band: Die 44 mm grosse Taucheruhr ist bis 500 Meter wasserdicht und mit einem integrierten Heliumventil bei 9 Uhr ausgestattet. Wie schon bei der Vorgängerin wird der einseitig rastende Drehring mit dem patentierten „Bezel Lock“ Bügel arretiert, der zeitgleich auch als Kronenschutz agiert. Das Band ist 24 mm breit und neu mit regulären Anstössen ausgestattet, die Uhr kostet USD 1’900.00 und wird vermutlich von einem ETA 2836-2 angetrieben. Bilder (Grossansicht nach Klick):

Live-Bilder der Ref. 1523 und 1521 aus Basel / Review der 1513 (Vorgängermodell aus dem Jahr 2015)

Rolex: Submariner hebt ab

Rolex ist derzeit am Flughafen Zürich (und damit vermutlich auch an anderen Flughäfen) mit einer Sonderausstellung zur Submariner präsent. Das Design des Standes orientiert sich dabei am berühmten Oyster-Band der Genfer Marke:

Inhaltlich könnte es durchaus etwas mehr Uhren zu sehen geben, aber das Ganze ist definitiv ein sehr willkommener Anblick vor dem Boarding.

Wenn man schon mal Gelegenheit hat, eine Blancpain Bathyscaphe kurz vor die Fotokamera zu kriegen (hier die 5000-1110-B52A mit Edelstahlgehäuse), kann man auch gleich einen kurzen Rückblick über die letzten 5 Jahre des Modells machen: Link

TAG Heuer lanciert eine optisch attraktive, wenn auch leicht missverständlich bezeichnete „Carbon Edition“ der Aquaracer. – Missverständlich, weil das schwarze Titangehäuse mit PVD beschichtet ist und lediglich die Lünetteneinlage aus Karbon gefertigt ist. Das Resultat sieht dennoch stark aus, drei Versionen der 41 mm grossen Uhr gibt’s vorerst, eine mit blauen Akzenten (Ref. WBD218C.FC6447), eine mit gelben (Ref. WBD218B.FC6446) und eine mit rotgoldenen Akzenten (Ref. WBD218A.FC6445).

Die Preise liegen bei CHF 4’000.00 für die beiden erstgenannten, und bei CHF 4’050.00 für die letztgenannte. Im Innern tickt ein Calibre 5 zuverlässig bis 300 Meter Tiefe (Basis Sellita SW200 oder ETA 2824-2). Copyright Bilder: TAG Heuer

GPHG 2018: 2 aus 72

Der Grand Prix d’Horlogerie de Genève hat heute die Liste der Finalisten 2018 mit 72 Uhren veröffentlicht. Eine Runde weiter sind die SLA025J1 „Seiko Prospex 1968 Diver’s Re-creation“ sowie die neue Diver von Ulysse Nardin, beide in der Kategorie Sports. – Keine schlechte Leistung für eine Uhr, die weiterhin nicht offiziell lanciert worden ist.

Die Preisverleihung findet am 31. Oktober in Genf statt.

Nachdem der Auslieferungszeitpunkt für die neue Omega Seamaster 300 Kollektion langsam näher rückt, kann man ja durchaus mal noch etwas „Quality Time“ mit einer Vertreterin der durchwegs gelungenen Reihe verbringen: Die hier abgebildete Ref. 210.32.42.20.06.001 hat einen Listenpreis von $4’750.00 (für $100.00 mehr gibt’s bereits die Version mit Stahlband), ein blaues Kautschukband (mit 20 mm Bandanstoss) mit Dornschliesse und ein Zifferblatt „aus chromfarbener Keramik mit PVD-Beschichtung und Sonnenschliff“ mit lasergravierten Wellen und Datumsfenster neu bei 6 Uhr.

Angetrieben wird die 42 mm grosse Uhr vom Master Chronometer-Kaliber 8880 mit 55 Stunden Gangreserve (und Datumsschnellverstellung), die Lünetteneinlage ist aus Keramik mit einer Tauchskala aus weissem Email (120 Klicks).

Bilder (Grossansicht nach Klick):

Erstes Fazit: Die Seamaster 300 ist und bleibt eine der überzeugendsten Taucher-Neuheiten aus Basel. Man muss schon sehr, sehr lange suchen, bis man an der Uhr etwas kritisieren kann – der Preis ist es definitiv nicht, wenn man Konkurrenz und Kollektionsgestaltung von Omega berücksichtigt. Und wem das Datum nun tatsächlich zu wenig sichtbar ist, kann immer noch auf eine andere Farbkombination umsteigen.

Die Marke Ocean Crawler aus Rochester, New York, hat mit der Ocean Navigator eine Uhr mit drei Kronen im Angebot: „The Ocean Navigator features a patent-pending dual bezel and triple crown case design. The outer bezel is a timing bezel while the inner bezel is a solar compass. The crown at 10 o’clock controls the inner bezel while the crown at 8 o’clock is a helium release valve.“ 

Ungewöhnlich: der Gehäuseboden (mitsamt individueller Nummer) ist als Relief ausgeführt; überraschend: es kommen hier so viele Stilelemente wie Kronen zum Einsatz, dennoch wirkt das Gesamtbild noch recht stimmig. Dürfte auch eine der wenigen Uhren sein, die ein mit Leuchtmasse umrandetes Datumsfenster hat.

Die wichtigsten Details: Die Ocean Navigator ist limitiert auf 100 Stück, verfügt über ein 43.1 mm grosses Titangehäuse (14.8 mm hoch) mit 600 Meter Wasserdichtheit, Saphirglas (Drehring und Zifferblatt), 20 mm Bandanstossbreite, die Lünette rastet mit 120 Klicks, die Uhr selbst wird von einem STP1-11 mit 44 Stunden Gangreserve angetrieben. Der Preis liegt bei $1’249.00

Bilder (Grossansicht nach Klick):

Zodiac Super Sea Wolf 53 Compression

Grad vor die Kamera gesprungen: Zodiacs Super Sea Wolf 53 Compression (Ref. ZO9250) ist die etwas sportlichere Variante der Sea Wolf, die 2015 hier vorgestellt wurdeDie 40 mm grosse und 14 mm hohe Uhr bleibt bis 200 Meter wasserdicht, Boden und Krone sind verschraubt, das Zifferblatt ist grau-schwarz und mit einem Sonnenschliff versehen worden. Während die Schaufel-Zeiger gebürstet ausgeführt worden sind, wurden die aufgesetzten Indexe poliert, die Leuchtmasse ist grün gefärbt. Der Drehring rastet mit 120 Klicks und ist in diesem Fall mit einem Mineralglas bestückt worden, die Uhr selbst hat aber ein entspiegeltes Saphirglas.

Im Innern arbeitet das mit dem 2824-2 vergleichbare STP 1-11 von Fossils Werkzulieferer Swiss Technology Production. Witzig: das Modell kommt mit einer doppelten Faltschliesse mit zwei leicht gefederten Elementen, aber ohne Tauchverlängerung. Der Preis des abgebildeten Modells liegt bei $1,295.00.

Bilder (Grossansicht nach Klick):

Mehr über Zodiacs Sea Wolf gibt’s hier.

 

Es dürfte schon eine Weile her sein, da man von der Schweizer Marke Ebel (seit 2003 bei Movado) eine mechanische Uhr mit Drehring kaufen konnte.

Die Discovery-Kollektion schafft nun Abhilfe mit einer 41 mm grossen Uhrenneuheit mit Drehlünette und einer Wasserdichtheit von bis zu 200 Meter:

Die Uhr gibt’s in zwei Zifferblattversionen mit Kautschuk- und Stahlband, der Preis liegt bei €1’850.00. Das Design ist typisch Ebel, an die beiden arabischen Zahlen bei 3 und 9 Uhr wird man sicher aber vermutlich gewöhnen müssen. Der Gehäuseboden dürfte mit den fünf Schrauben von der Zifferblattseite her fixiert sein (oder es handelt sich einzig um Zierschrauben), das Drehring-Inlay müsste aus Edelstahl sein.

Copyright Bilder: Ebel

Für Menschen mit etwas kräftigeren Handgelenken hat der Erfurter Hersteller von Kleinstserien wieder einmal eine ziemlich ausgewachsene Uhr mit 48 mm Gehäuse im Angebot, die zudem als „geprüfter Chronometer“ noch mit einem Zertifikat aus Glashütte ausgestattet wurde.

Im Innern der bis 1’000 Meter wasserdichten P1000 tickt ein ETA 2824-4, das vor Magnetfeldern bis 80’000 A/m geschützt ist. Das sandgestrahlte Gehäuse kommt mit einer gehärteten Oberfläche („hard fabric coating with 650-750 HV“), eine schwarze Version ist mit DLC im Angebot, ebenfalls eine polierte Version mit Edelstahlgehäuse und eine in Bronze (diese ist dann aber mit einem NOS Adolph Schild 1700 Werk und Plexiglas ausgestattet, und damit logischerweise auch ohne Chronometer-Zertifikat). Die Auflage beträgt je 20 Stück, die Preise starten bei €3’490.00.

Erfreulich: Die oftmals etwas martialisch anmutenden Uhren von Vintage VDB werden mit jeder Ausgabe nochmals etwas raffinierter: Die fortgeführten Strick-Indexe am seitlichen Rand der Lünette beispielsweise, die beiden Farbringe an der Krone, das Heliumventil bei 10 Uhr, die Passgenauigkeit der Lünettenperle, aufgesetzte Indexe etc. sind nicht nur spannende Details, sondern auch ein gutes Zeichen dafür, dass sich das Team in Erfurt mit jeder Uhr weiterentwickelt.

Bilder:

Copyright: Vintage VDB

Die im Jahr 2012 lancierte Heritage Black Bay von Tudor entwickelte sich nicht nur zu einem der erfolgreichsten Modelle in Tudors jüngerer Vergangenheit, sondern auch zu einem der variantenreichsten: Angefangen bei den drei 41 mm grossen Farbvarianten der ursprünglichen No-Date ETA-Version (rot, blau und schwarz), hin zu den ab 2016 erhältlichen Basis-Varianten der etwas dickeren Inhouse-Version (schwarz, blau und rot plus der Option mit PVD-Gehäuse), den 2017 lancierten beiden Versionen mit Datum und Stahl-Lünetteneinlage sowie Bi-Color, bis zur 2018 lancierten Fifty-Eight mit 39 mm Gehäuse und der zweiten Bi-Color-Version stehen hier schon mal mehrere Werk-, Farb- und Materialoptionen zur Verfügung (ganz zu schweigen von den verfügbaren Bandoptionen). Dazu gesellt sich aber auch noch die 43 mm grosse Bronze-Uhr mit braunem Zifferblatt aus dem Jahr 2016. – Also insgesamt drei Gehäusegrössen, fünf unterschiedliche Werke, sechs Drehringeinlagen, vier Zifferblattfarben und vier unterschiedliche Gehäusekonfigurationen (Stahl, Stahl/PVD, Bronze, Bi-Color). Und die gleichnamigen Non-Diver-Modelle (Chrono, Automatik) zählen wir erst gar nicht mit:

 

Sämtliche bislang in Serie gebauten Versionen der Heritage Black Bay Taucheruhr von Tudor (zwischen 2012 und 2018)

Wem das nun alles viel zu mondän ist: Dazu gesellen sich auch zwei Sondereditionen, die’s nicht bei sämtlichen Händlern zu kaufen gibt, einerseits die blaue Black Bronze für Bucherer (Ref. M79250BB) aus 2017 und die im selben Jahr lancierte Black Bay für Harrods in London (Ref. M79230G), standesgemäss mit grünem Drehring und fortlaufender Nummerierung. Zwei gute Gründe also für einen Trip nach Luzern oder London.

Und wem das immer noch zu wenig exklusiv ist und generell nicht an Listenpreisen interessiert ist: die beiden Einzelstücke für die Only Watch Auktion, die Black Bay Bronze One aus 2017 (Ref. 7925/001) und die Black Bay One aus 2015 (Ref. 7923/001, noch mit ETA 2824-2) gibt’s genau einmal und kosteten die derzeitigen Besitzer CHF 350’000.00 und CHF 375’000.00. Also rund 100 mal mehr als der Listenpreis. Bei wem die beiden Uhren gelandet sind, ist indes nicht bekannt.

Hier wären somit immerhin schon mal die vier ersten Black Bays von Tudor (Grossansicht nach Klick):

Weiter geht’s: Im Vergleich etwas weniger exklusiv ausgefallen sind die 50 Exemplare der Black Bay Blue für die Londoner „Metropolitan Police’s Royalty and Specialist Protection Unit“ (RaSP), erkennbar u.a. am Wappen auf dem Zifferblatt. Man musste indes Mitglied der Truppe sein, um eine zu kriegen. Ebenfalls 50 Stück gab’s von der Black Bay Black „L’Italiano“ mit italienischem Zifferblattaufdruck für das italienische Forum “Orologi e Passioni”, 100 (vermutete) Exemplare einer Black Bay Blue für das französische „Commandement des Opérations Spéciales“ (mit Zifferblatt-Aufdruck als Tricolore) und die in ebenfalls unbekannter Zahl produzierten „State of Qatar“ der Black Bay Black und Black Bay Red inkl. arabischem Text.

Mehr über die Black Bay gibt’s hier, mehr über die Bronze-Version hier.

Zodiac feiert ein halbes Jahrhundert Super-Seewolf und lanciert eine auf 182 Stück limitierte Sonder-Edition der bis 1’000 Meter wasserdichten Taucheruhr. Angetrieben wird die 44 mm grosse Super Sea Wolf 68 von einem COSC-zertifizierten STP 3-13 (Swiss Technology Production produziert für die Konzernmutter Fossil Basiswerke). Im Lieferumfang enthalten sind drei Bänder, der Preis liegt bei USD1’995.00. Bilder:

Mehr über die Sea Wolf von Zodiac. Copyright Bilder: Zodiac Watches

Seiko hatte im Jahr 1967 mit der 6159 eine ernst zunehmende, bis 300 Meter wasserdichte Taucheruhr für den professionellen Einsatz entwickelt, die wie die Jenny Caribbean von 1964 ein massives Einschalen-Gehäuse verwendete. Ein Jahr später folgte ein baugleiches Modell mit Hi-Beat-Werk, welches zum vergleichsweise stolzen Preis von JPY38’000.00 (entspricht derzeit rund USD340.00) darauf wartete, Berufstaucher noch zuverlässiger bei ihren Einsätzen zu unterstützen (zum Vergleich: eine Rolex Taucheruhr mit mehrteiligem Gehäuse kostete in der selben Zeit etwas über USD200.00*, eine Blancpain knapp USD100.00).

In der Schweiz hatte man sich dem Thema Taucheruhr bekanntlich schon bedeutend früher angenommen, allen voran mit den beiden erwähnten Pionieren Blancpain und Rolex, und hatte dank Verträgen und Partnerschaften mit Militär und Forschung auch bereits regen Austausch mit Praxisanwendern. Rolex und auch Omega erkannten dabei früh, dass „Berufstaucher“ ein etwa gleich schwammiger Begriff wie „Profi-Athlet“ war und suchten den Kontakt zu möglichst vielen unterschiedlichen Gattungen von Tauchern, was unter anderem auch zur Partnerschaft mit der 1961 gegründeten und auf Tiefsee-Exploration spezialisierten Compagnie Maritime d’Expertise (COMEX) in Marseille führte (die später exklusiv mit Rolex weitergeführt wurde). Sowohl Omega als auch Rolex mussten dadurch schnell einsehen, dass die bisherigen Taucheruhren nur bedingt für die Anforderungen des seit 1965 kommerziell verfolgten Sättigungstauchens (bei dem Taucher über längere Zeit in Druckkammern oder Taucherglocken sind und nach Abschluss der Arbeiten nur langsam dem Oberflächendruck ausgesetzt werden) geeignet waren: Den simulierten Aufstieg in der Überdruckkammer überstanden nicht alle Uhren unbeschadet. Was war passiert? – Der langsam abnehmende Umgebungsdruck in der Kammer und die im Innern des wasserdichten, aber mit Helium gesättigter Luft gefüllten Gehäuses der Uhr führten in einzelnen Fällen dazu, dass die Fassung des Glases nachgab und sich selbiges löste.

Zwei speziell für die COMEX entwickelte Uhren von Omega, die Seamaster 1000 (hinten) und 600 (vorne)

Rund 10’000 km entfernt machte Seiko die selbe unangenehme Entdeckung: Ein Berufstaucher aus Kure, einer Hafenstadt in der Präfektur Hiroshima, hatte sich 1968 mit einem Brief an das Unternehmen gewandt und darauf hingewiesen, dass Einsätze in 350 Metern Tiefe nach robusteren Uhren verlangte, als Seiko zu diesem Zeitpunkt im Angebot hatte. – Und hier zeigt sich der Unterschied zwischen einer Uhr für Taucher und einer Uhr für Sättigungstaucher besonders eindrücklich: der British Sub-Aqua Club (BSAC) hatte im selben Jahr der Marke noch attestiert, als einzige (von 17 getesteten Herstellern) „zu 100% sicheren Schutz vor Wassereinbruch zu bieten“ und mit einer 80% Zufriedenheit Seiko den zweithöchsten Wert innerhalb des Praxistests von herkömmlichen Taucheruhren attestiert! Aber zurück nach Tokyo: Für die japanischen Entwickler war die Nachricht aus Kure ein Schock, der dazu führte, dass das Unternehmen während der folgenden 7 Jahre keine neue Taucheruhr lancieren sollte. Man hatte sich zum Ziel gesetzt, eine für extreme Taucheinsätze ausreichend robuste Uhr zu bauen und darauf ein eigenes Team gebildet.

Ikuo Tokunaga entwickelte mit seinem Team zwischen 1968 und 1975 die heute liebevoll als „Tuna“ bezeichnete Uhr von Seiko; ein Modell. das er selbst auch heute noch trägt (Aufnahme aus 2016)

Ähnliches geschah bei Omega im Jahr 1966, und während die Marke zwar weiterhin Taucheruhren verkaufte, wurde 1970, nach vierjähriger Entwicklungszeit, eine radikal gestaltete Uhr in den Handel gebracht, die das Thema „Taucheruhr“ von Grund auf neu anging: Die Seamaster 600 „Ploprof“ (franz. Plongeur Professionel) wurde damit zur ersten Extremtaucheruhr, mit einem Monobloc-Gehäuse, das so stabil war, dass selbst Sättigungstauchgänge damit möglich wurden. Omegas damaliges Fazit:

We also put the 600 through our helium test. Helium, having much smaller molecules, can penetrate where water can’t. So if a watch is proof against helium, it’s proof against just about everything else.“ 

Seiko folgte vier Jahre später mit der offiziell ebenfalls bis 600 Meter wasserdichten, heute umgangsprachlich als „Tuna“ bekannten Uhr der Prospex-Reihe (engl. Professional Specifications), welche auch die 6159-Referenz-Nummer weiterführen sollte), einer technologisch noch revolutionäreren Uhr (mit Einschalen-Gehäuse und zusätzlichem Gehäusemantel), die wie die Ploprof weit über das von Sättigungstauchern verlangte Mass hinausging (die Ploprof wurde bis 1’200 Meter Tiefe getestet, die Seiko im Jahr 2014 bis über 3’000 Meter). Beide Uhren setzten dafür Funktion über Form und verfügen deshalb über ein Design, das bis heute als ungewöhnlich bezeichnet werden kann:

Rolex ging indes einen völlig anderen Weg: Zwar arbeitete man ebenfalls an robusteren Gehäusen, aber grundsätzlich verfolgte man einen viel pragmatischeren Weg – nicht unähnlich der charakteristischen Lupe über dem Datum (während mancher Hersteller seiner Kundschaft ein grösseres Datum anbieten wollte und am Werk zu arbeiten begann, klebte Rolex kurzerhand eine Lupe aufs Glas und erklärte das Problem für gelöst) – bei der Taucheruhr wurde es ein seitlich integriertes Einwegventil, das die Wasser­dicht­heit der Armbanduhr nicht beeinträchtigte. Die 1967 patentierte Konstruktion mündete in der Sea-Dweller (und bei Doxa der Conquistador), einer vergleichsweise normal gestalteten Uhr, die nun aber auch für extreme Anforderungen bestens gerüstet war.

Ergo: es gibt kein Richtig oder Falsch beim Einbau eines Heliumventils; es gibt Marken, die historisch betrachtet keines verbauen sollten, und dann gibt’s Marken, die als Gütesiegel unbedingt eins anbieten wollen. Solange deren Kunden aber nicht am Fusse einer Bohrinsel zu arbeiten gedenken, könnten sie im Prinzip drauf verzichten.

Mehr Informationen über die Ploprof, über die Tuna und über die Sea-Dweller.

 

* Anmerkung: ein direkter Vergleich der beiden Preise empfiehlt sich ohne entsprechendem Listenpreis in JPY nicht.

So kann’s manchmal gehen: Blancpain präsentierte an der Baselworld 2017 nebst der Mil-Spec auch eine reguläre Fifty Fathoms mit 45 mm grossem Titangehäuse und blauem Zifferblatt. Dabei handelte es sich selbstverständlich nicht um die erste blaue Version der Uhr – zum Vergleich hier neben der bisherigen Variante mit Edelstahlgehäuse (Ref. 5015D-1140-52B):

Aber das in diesem Fall eben nicht-guillochierte Blatt und das matte Gehäuse entwickelt eine ganz besondere, reduzierte Wirkung, die der Uhr ausnehmend gut zu Gesicht steht.

Die wichtigsten Daten: Das bis 300 Meter wasserdichte Gehäuse der Uhr misst wie gewohnt 45 mm (15,4 mm Bauhöhe und 23 mm Bandanstoss), im Innern tickt das Inhouse-Kaliber 1315. Das Modell gibt’s mit blauem Segeltuchband (Ref. 5015-12B40-O52A), oder mit blauem Nato-Band (Ref. 5015-12B40-NAOA) zu einem Listenpreis von EUR 14’550.00.