September 28, 2021

Hands-On: Citizen Promaster 200m

Rational betrachtet gäbe es an der auf Mai 2021 eingeführten Promaster 200m von Citizen ja einiges zu kritisieren: da wäre einmal die nur mässig ablesbare, etwas leichtgängige Lünette, die 46 mm Gehäuse-Durchmesser, die nicht ganz zu den lediglich 200 Meter Wasserdichtheit passen wollen sowie die etwas exponierte Krone bei 3 Uhr. Zum Glück geht’s beim Thema mechanische Uhr aber nur selten so emotionslos zu und her, und genau deshalb hat die NB6004-08E (hier abgebildet ein Prototyp ohne Werk) nach der Kurzvorstellung nun auch noch einen etwas genaueren Blick verdient:

Die neue Promaster 200m bringt aufgrund des Titangehäuses nur 105 Gramm auf die Waage, und sitzt dank des flachen Bodens gut am Handgelenk. Nichtsdestotrotz schadet bei 46 mm Durchmesser und 15.3 mm Höhe ein kräftiges Handgelenk nicht.

Mit der fürs Sättigungstauchen entwickelten Professional 1300m in Titan legte Citizen schon im Jahr 1982 den Grundstein für ein ebenso eigenwilliges wie eigenständiges Taucheruhren-Design (dazu gehört natürlich auch das bis 800 Meter wasserdichte Schwestermodell von 1984). Eine Re-Interpretation dieser Extremtaucheruhr ist bei Citizen ebenfalls seit 2021 wieder in drei Ausführungen im Sortiment zu finden (Ref. BN0220-16E, BN0227-09L und BN0228-06W), wobei die hier abgebildete NB6004-08E quasi den mechanischen Part des Revivals übernimmt. Und das auch gleich mit einer Premiere beim Innenleben:

„The new Promaster Mechanical Diver 200m for 2021 takes advantage of these innovations with the use of the Cal. 9051, making it the first diving watch offered by Citizen to have the same enhanced magnetic resistance seen in the Series 8 collection, of up to 16,000 A/m.“

Citizen

Das neue Werk misst 4.1 mm in der Höhe und bietet relativ traditionelle 42 Stunden Gangreserve. Citizen reguliert das Kaliber auf -10 bis +20 Sekunden pro Tag ein (was aufgrund nicht eingeschalten Kalibers hier nicht überprüft werden konnte). Die Uhr selbst ist in drei Ausführungen erhältlich, die NB6004-08E ist dabei die kostengünstigste Version, während die grüne Ref. NB6006-02X mit goldfarbenem Drehring auch optisch das Maximum an 80er-Jahre-Feeling bietet. Alle drei Farbvarianten schaffen es, aufgrund ihres doch eher eigenständigen Designs einen mehr als willkommenen Akzent in der Taucheruhren-Kategorie zu setzen. Und bringen dank des neuen Kalibers auch diesbezüglich frischen Wind in die Sammlung.

Das Pyramidenmuster des Drehring-Inlays zieht sich auf dem Zifferblatt mit Farbverlauf fort. Die Texte sind positiv geprägt.

Zudem ist der Drehring bei Tageslicht und unter Wasser besser ablesbar, als es die Fotos vermuten lassen. Und mit dem schwarzen Band mit Sicherung (und zusätzlich mitgelieferter Verlängerung) beweist Citizen einmal mehr, dass man die Bedürfnisse von Tauchern kennt (das leuchtende Logo auf der Schliesse ist indes einfach eine nette Überraschung).

Das Endstück des Bandes ist so gestaltet, dass sich das Band nur mit Kraft aus der Schliesse ziehen lässt. Das Marken-Logo ist mit Leuchtmasse umgesetzt worden.

Ungewöhnlich ist die Kombination des stark gewölbten Glases mit den doch eher brachialen Formen des Gehäuses und Drehrings. Einen ähnlichen Kontrast bietet auch das strukturierte Zifferblatt mit Farbverlauf, den man vielleicht eher bei Uhren im Vintage-Design erwartet hätte. Mit etwas über 100 Gramm Gewicht und 50 mm Länge trägt sich die Uhr recht bequem, mit 15.3 mm Bauhöhe und der exponierten Lünette sollten sich Türrahmen aber angesichts des gehärteten Titan-Gehäuses (bei Citizen als „Super Titanium mit Duratect“ bezeichnet) eher Sorgen machen.

Fazit: Unter dem Strich hat es Citizen mit dem Modell geschafft, eine in gewissen Aspekten inkonsequente Taucheruhr zu lancieren, die aber vermutlich gerade wegen dieser Gegensätze und wegen des brachialen Designs eine mehr als bemerkenswerte Neuheit auf dem Markt darstellt. Dazu gibt’s ein neues Kaliber und die Bestätigung, dass die japanische Marke auch weiterhin mechanische Taucheruhren anbietet. Mit anderen Worten: eine selbstbewusste Uhr, die sich im doppelten Sinne erst gar nicht bemüht, nicht anzuecken. Damit zu den Bildern (Grossansicht nach Klick):

Datenblatt

Hersteller:Citizen
Modell:Promaster Mechanical Diver 200m
Referenz:NB6004-08E
Lancierungsjahr:2021
Gehäuse:Gehärtetes Titan-Gehäuse mit verschraubter Krone, Ø 46 mm, Höhe 15.3 mm, Gewicht 105 g. Gewölbtes Saphirglas (entspiegelt), verschraubter Boden, 200 Meter Wasserdichtheit. Einseitig drehbare, rastende Lünette (60 Klicks).
Werk:Citizen Cal. 9051 mit 42 Stunden Gangreserve und 28’800 v/h; Funktionen: Stunden, Minuten, Sekunden, Datum. Reguliert auf -10 bis +20 Sekunden pro Tag.
Band:schwarzes Polyurethan-Band mit Dornschliesse, 24 mm Bandanstossbreite
Varianten:selbe Uhr mit Titanband (Ref. NB6004-83E), mit blauem Zifferblatt (Ref. NB6005-05L) oder mit grünem Zifferblatt und goldfarbenem Drehring (Ref. NB6006-02X), beide mit geschwärztem Gehäuse.
Preis (2021):¥132’000 (ca. 1’000 Euro)

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