Askania: Taifun, Tempelhof und Kudamm

Während die Bundeshauptstadt nur schon dank Grössen wie Wempe, Bucherer, KaDeWe und zahlreicher Flagship-Stores ein lohnendes Ziel für Uhren-Interessierte ist (und derzeit auch einen Prospex Pop-Up Store zu bieten hat), gibt’s mit Askania auch eine Anbieterin, die den Standort und Heimmarkt Berlin ganz bewusst ins Zentrum stellt. Wenn man also schon mal da ist (und dankenswerterweise auch spontan Fotos machen kann): Ein kurzer Blick auf die vergleichsweise junge Uhrenmarke – und auf ein paar der aktuellen Modelle mit Drehring. Zuerst aber zurück zum Anfang:

Eine bewegte Geschichte seit 1871

Die Askania Werke AG war während des Ersten und Zweiten Weltkriegs eines der bedeutendsten deutschen Unternehmen für Luftfahrt- und Navigationsinstrumente.

Askania und die Geschichte der deutschen Luftfahrt sind eng miteinander verknüpft, im Deutschen Museum für Technologie ist Askania logischerweise ebenfalls zu finden.

Der auf feinmechanische und optische Geräte spezialisierte Hersteller wurde 1871 in Berlin unter dem Namen Bambergwerke gegründet, ab den 20er-Jahren stellte das zwischenzeitlich auf Askania umbenannte Unternehmen dann auch Filmprojektoren und Kameras her, darunter die erste tragbare Schulterkamera der Welt. Im Zuge des Ersten Weltkriegs wurde Askania ein strategisch wichtiger Lieferant für die Kaiserliche Marine, in Zeiten des Nationalsozialismus wurde, auch durch Einsatz von Zwangsarbeit, die Kriegsmarine und Luftwaffe der Wehrmacht mit Instrumenten versorgt. Nach dem Krieg wurden die Askania Werke aufgesplittet und je nach Standort enteignet oder sukzessive umbenannt – bis in den 60er-Jahren war ein Grossteil der Produktionsstandorte in anderen Unternehmen aufgegangen (unter anderem Siemens). Die Uhrenfabrik in München beispielsweise wurde 1955 als Apparatebau Gauting (seit 2014 Teil von Diehl) zu einem Zulieferer der Luftfahrtindustrie. Ein paar Impressionen aus dem Museum der Marke am Ku’damm (Grossansicht nach Klick):

2004: Zeit für einen Neustart

Die Rechte für die Verwendung der Marke Askania für Uhren wurden 2004 an die neu gegründete Askania AG in Berlin übertragen, der Name und das selbe Logo mit der Krone wird derzeit aber auch noch von Askania Mikroskop Technik Rathenow GmbH verwendet.

Askania unterhält in Berlin zwei Standorte, am Kurfürstendamm 170 befindet sich das Atelier, ein Shop und ein kleines Museum.

Die Uhrenmarke ist in Berlin derzeit an zwei Standorten vertreten: der Flagship-Store befindet in den Hackeschen Höfen, das Atelier im Palais Holler am Kurfürstendamm 170. Dort gibt’s nebst der aktuellen Kollektion wie schon erwähnt auch ein kleines Museum im hinteren Teil des Gebäudes zu sehen.

Während bei den höherpreisigen Uhren wie der Quadriga (Ref. QUA-1147) für €7’950.00 der Anteil eigener Designs unverkennbar ist, findet man logischerweise bei Uhren wie der unten vorgestellten Taifun vermehrt auch Bestandteile von Zulieferern, die in ähnlicher Form anderswo zum Einsatz kommen.

Die von den Bordinstrumenten inspirierte Quadriga kommt mit einem Gehäusecontainer mit Bajonettverschluss, dank dem die Uhr auch als Tisch- oder Cockpituhr verwendet werden kann. Die 49 mm grosse Quadriga ist ab €7’950.00 erhältlich und wird von einem ETA 6498 Unitas Handaufzugskaliber angetrieben.

Taucher mit Berliner Schnauze

Konsequenterweise ist ein Grossteil der aktuellen Kollektion für den Einsatz in der Luft und am Boden ausgelegt worden, es gibt aber auch ein paar Modelle mit Taucherlünette: Die 48 mm grosse und bis 500 Meter wasserdichte Taifun (Ref. TAI-5005) beispielsweise kostet je nach Konfiguration zwischen €2’695.00 und €2’895.00. Als Werk kommt ein als Kal. 2064 geführtes ETA 2824 mit personalisiertem Rotor zum Einsatz, bei 9 Uhr gibt’s ein integriertes Heliumventil. Das optisch etwas reduziertere Modell Tempelhof (Ref. TEM-6005) kostet zwischen €2’695.00 und €2’895.00. Und die etwas kleinere Kudamm (hier abgebildet mit grünem und schwarzem Zifferblatt, ab €2’250.00) gibt’s alternativ mit PVD-beschichtetem Gehäuse, ist aber nur in Berlin erhältlich.

Insgesamt sind die Uhren – wie unschwer erkennbar – üppig dimensioniert und am Handgelenk alles andere als zurückhaltend, selbiges trifft auch auf die eher jehöriche Preisgestaltung von meist über 2’000 Euro pro Uhr zu. Dafür gibt’s aber ein Berliner Original fürs Handgelenk. Ein paar Impressionen (Grossansicht nach Klick):

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