September 20, 2021

Die Blacklist: Taucheruhren mit schwarzem Gehäuse

Taucheruhren mit schwarzem Gehäuse bleiben auch 2019 ein grosses Thema bei praktisch allen Marken. Ähnlich vielfältig sind daher auch die Möglichkeiten, ein solches Exemplar ans Handgelenk zu kriegen: IWC beispielsweise verwendet für die Aquatimer „Galapagos Islands“ (Ref. IW379502) ein Edelstahlgehäuse mit vulkanisierter Kautschukbeschichtung, für die knapp fünffach teurere Aquatimer Perpetual Calendar (Ref. IW379403) sogenanntes Ceratanium, ein neuer Werkstoff auf der Basis einer Titanlegierung. Vergleichsweise einfach ist da die glänzende PVD-Beschichtung (Physical vapor deposition) des Metallgehäuses bspw. bei der Tissot Seastar 1000 (Ref. T120.407.37.051.00), die preislich aber auch 60 x tiefer liegt als die IWC. Gemeinhin als etwas hochwertiger gilt DLC (diamond-like carbon coating), obschon die Beschaffenheit des Gehäusematerials meist entscheidender für die Beständigkeit ist, als die Wahl des Beschichtungsverfahrens. Seiko setzt bei der neuen SNR031J1 innerhalb der Prospex LX line auf Titan mit „super hard coating“, worunter inoffiziell ebenfalls DLC beschrieben ist. Einiges günstiger kam dabei vor Jahrzehnten die Glasstar von Aquastar mit schwarzem Plastikgehäuse auf den Markt, bei der der Gehäuseboden kurzerhand geklebt wurde. Ähnlich leicht, aber bedeutend haltbarer (und entsprechend teurer) ist Carbotech von Panerai (bspw. PAM00979) aus Kohlenstofffasern. Innerhalb der Swatch Group setzt sich seit 2014 im oberen Segment zunehmend Keramik durch, bspw. bei der neuen (und preislich sehr attraktiven) Hydroconquest (Ref. L3.784.4.56.9) oder der neuen Seamaster 300 (Ref. 210.92.44.20.01.001). Ähnliches dürfte man vermutlich demnächst von Tudor sehen, wo mit der Black Bay Ceramic One (Ref. M7921/001CN) jüngst ein Einzelstück für die Only Watch Auktion vorgestellt worden ist.

Stellvertretend sechs Uhren, die das „kleine Schwarze“ diesen Sommer perfekt ans Handgelenk bringen:

  • Blancpain Bathyscaphe Chronographe Flyback mit schwarzem Keramikgehäuse (Ref. 5200 0130 NABA), USD $17’200.00
  • Omega Seamaster Planet Ocean GMT „Deep Black“ mit schwarzem Keramikgehäuse (Ref. 215.92.46.22.01.001), CHF 11’200.00
  • Seiko Prospex SNR031J1 „Black Edition“ mit Titangehäuse und DLC, EUR 6’100.00
  • Oris ProDiver Dive Control mit Titangehäuse und DLC (Ref. 01 774 7727 7784-Set), CHF 4’850.00
  • Sinn U1 SE mit Edelstahlgehäuse und DLC, EUR 2’000.00
  • Squale 1521 mit Karbonfaser-Gehäuse, CHF 1’190.00

3 Kommentare

  1. Danke für diesen interessanten Überblick in die Welt der scharzen Magie:-). Ich habe nun eine 10jährige Erfahrung mit einer B&R br02 mit DLC Beschichtung. DLC ist wohl bei Preis Leistung kaum zu schlagen, die Uhr hat nach der Zeit keine sichtbaren Kratzer im gehäuse. Ich trage sie immer noch gerne, man mag sie oder nicht, die Qualität ist aber wirklich gut.

    1. Meine Erfahrung zeigt, dass es Unterschiede bei den Herstellern gibt, wie sorgfältig PVD/DLC aufgetragen wird und dass meist auch das darunter liegende Material und Design noch Einfluss auf die Beständigkeit der Beschichtung hat. Die BR02 ist da offenbar ein im doppelten Sinne „Best Case Scenario“ (und eine Uhr, die zudem viel zu wenig Beachtung gefunden hat). LG

  2. DLC ist gut, aber natürlich nicht unerstörbar. Bei der berüchtigten „stumpfen Gewalteinwirkung“ kann es passieren, dass das Stahlgehäuse eine Delle bekommt, die natürlich auch die Beschichtung mit einschließt. Dennoch habe ich bei einer DLC-Breitling, dort euphemistisch „black steel“ genannt, auch nach Jahren intensiver Nutzung der massiven Chronomat nur sehr wenige Schäden zu verzeichnen.

    Auf Basis von Titangehäusen wird oft nicht DLC, sondern Titankarbid aufgedampft. Das ist tiefschwarz (DLC in der Regel eher anthrazit) und ähnlich hart (bis 4.000 HV). Wobei DLC eigentlich eine ganze Gruppe von Beschichtung bezeichnet, und Titancarbid da wohl auch reinfällt.

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