Sinn: Schliessung einer kleinen Geschichtslücke

Eigentlich müsste ja auch ohne Wikipedia-Eintrag für die meisten klar gewesen sein, wo der Produktschwerpunkt der Frankfurter Uhrenmarke Sinn zu Beginn gelegen hat: „Nach der Gründung 1961 konzentrierte sich das Unternehmen auf die Herstellung von Navigationsborduhren und Fliegerchronographen und verkaufte diese im Direktvertrieb unter Ausschaltung des Zwischenhandels.“ – Kein Wunder, denn hinter dem Firmennamen stand bis zum Verkauf im Jahr 1994 ja nicht nur ein „ein Pilot, Instrumenten- und Kunstfluglehrer, Luftfahrtsachverständiger und Unternehmer“, sondern u.a. auch ein „Rallyefahrer“. Ergo Flieger- und Borduhren.

Die Taucheruhrensparte von Sinn sollte erst nach der Übernahme durch Lothar Schmidt und der damit einhergehenden kompromisslosen Ausrichtung des Unternehmens auf selbst entwickelte und gefertigte „Einsatzzeitmesser“ so richtig in Fahrt kommen:

Mit der 203 und vor allem mit den im Jahr 2005 lancierten Modellen U1 und U2 konnte sich Sinn rasch auch ausserhalb Deutschlands als Anbieter von Uhren für den Unterwassereinsatz etablieren, es waren aber notabene nicht die ersten mechanischen, bis 1000-Meter (resp. 2000 im Fall der U2) wasserdichten Uhren der Marke (siehe Ref. 801 A aus den 80er-Jahren), und auch längst nicht die ersten mit Taucherlünette: Sinn startete nämlich vor 56 Jahren in Frankfurt in Tat und Wahrheit nicht nur als „Uhrenspezialist für Fliegerchronographen, Industrie-, Rennsportuhren“, sondern auch als Spezialist „für Taucheruhren“.

Wirft man einen Blick auf die damaligen Anzeigen…

Definitiv kein Vergleich zu den Uhren der Gegenwart, aber damit hätten wir’s schwarz auf weiss: Sinn war schon immer (auch) ein Taucheruhrenanbieter, schaltete bereits 1961 in den richtigen Fachmagazinen zielgruppengerecht Werbung für zweckgebundene Uhren und ist zudem im Jahr 2011 auch nicht der Versuchung erlegen, das 50jährige Jubiläum der Produktsparte mit einer Retro-Neuauflage zu feiern :-)

Übrigens: Noch weniger bekannt sein dürfte, dass Sinn zu Beginn auch Taucheruhren der Marke Zodiac im Sortiment hatte (was allenfalls auch den Prospekt in der zweiten Anzeige erklären könnte). Zum Vergleich: preislich gab’s die Sea Wolf Modelle im Jahr 1961 ab DM 240.00.

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