Seiko: Generationenwechsel bei der Marinemaster

Eigentlich nicht ganz überraschend, dass die im Zusammenhang mit der Vereinheitlichung der Prospex-Linie eingeführten Veränderungen irgendwann mal auch die Marinemaster 300 betreffen würden: Die SBDX001 wird nach 15 Jahren eingestellt und (keine Panik!) durch die SBDX017 ersetzt – ein im Prinzip baugleiches Modell, das aber (leider) mit dem Prospex-Logo mindestens auf der Krone ergänzt wurde.

Seiko_Prospex_Marinemaster_SBDX017_Front_NY_Boutique_2016

Gleichsam wurde das 8L35-Werk offenbar leicht modifiziert, wird aber unter der selben Kaliber-Bezeichnung weitergeführt. Beim Glas kommt laut Quelle oben weiterhin Hardlex zum Einsatz, der Preis wurde auf 270’000 Yen angehoben und das Edelstahl-Gehäuse ist neu mit einem „Diashield“ beschichtet. Andere Quellen führen langlebigere Leuchtmasse und ein neues Kautschukband mit Edelstahl-Bügel auf; das erwähnte Saphirglas ist indes weiterhin eher unrealistisch.

Seiyajapan.com bildet momentan ein erwerbbares Exemplar ab, bei dem die Lasergravur auf der Krone zudem nicht ganz zentriert zu sein scheint: Link

5 Kommentare zu “Seiko: Generationenwechsel bei der Marinemaster

  1. Zitat seyajapan.com:
    „NOTE:
    The chapter ring and index & bezel index and face index not being aligned perfectly.
    In general, Seiko’s screw down crowns are not smooth as Swiss manufactures‘.“

    Und warum nochmal sind die Marinemaster nun so viel besser als die miesen Schweizer Uhren?

    • Hallo Marcus,

      danke für den Kommentar. Seiyajapan.com hat sich als Händler darauf spezialisiert, Uhren aus asiatischer Produktion mehrheitlich an Kunden ausserhalb Japans zu verkaufen. In dieser Rolle geniesst er einen hervorragenden Ruf und bietet darüber hinaus entsprechend attraktive Preise. Woran er (vermutlich) wenig Interesse hat: von Seiko als für den Verkauf freigegebene Uhren wieder per internationalem Kurier zurückzunehmen, weil die (vielleicht zu) hohen Erwartungen der Erstkäufer einer teureren Seiko nicht erfüllt wurden. Unter diesem Aspekt wäre der zitierte Text wohl etwas besser im Rahmen des „Expectation Managements“ zu verstehen.

      Seiko selbst geht übrigens einen ähnlichen Weg wenn es um die Angabe der Gang-Toleranzen geht – auch hier will man vermutlich einfach auf Nummer sicher gehen.

      Zur Uhr: die Marinemaster hat in der Tat einen etwas hakeligen Tubus/Kronenverschluss, was indes nichts mit der Zuverlässigkeit desselben zu tun hat. Und in der Regel sind die Drehringe so gut ausgerichtet wie bei vergleichbaren Produkten aus der Schweiz. Wie schon gesagt: Seiya hat vermutlich wenig Interesse daran, eine Transaktion rückgängig machen zu müssen, weil die Lünette nicht ganz trifft.

      Und damit zur Frage, warum nochmal die Marinemaster besser sei als die miesen Schweizer Uhren – eine Haltung, die ich übrigens so überhaupt nicht teilen kann. Was ich jedoch zu bedenken geben möchte als jemand, der die Qualitäten und Leistungen von Seiko und vor allem der Marinemaster schätzt: Ein Modell mit 50jähriger Geschichte, fast unvergleichbar hoher Quote bei der Fertigungstiefe, einem Inhouse-Kaliber mit entsprechendem Leistungsausweis, Monobloc-Gehäuse, hochstehendem Finish, gebürsteten Zeigern, 120er Rastung, verstellbarer Schliesse, Stahlband und Kautschukband usw. für unter 2’000 Franken? – Spätestens jetzt fällt mir auch bei sehr langer Suche nichts Vergleichbares aus Schweizer Produktion ein, resp. erst bei Faktor 3, 4 und mehr. Leider hat dies mittlerweile auch Seiko verstanden und entsprechend gestiegen sind die Preise in den letzten Jahren.

      Weitere Infos zur Marinemaster gibt’s sonst auch hier in Form einer Review, die dieses Thema versucht abzuhandeln, ohne ein dabei anderes Produkt herabsetzen zu wollen. Wem die Uhr oder die Marke resp. deren Nationalität nicht zusagt, wird indes auch weiterhin die Nase rümpfen.

      Ich hoffe, das beantwortet die Frage etwas, auch wenn eigentlich Seiyajapan besser geeignet gewesen wäre, die eigenen Policies zu rechtfertigen.

  2. Hallo zusammen,

    vielen Dank für den kurzen Artikel!
    Ich bin selbst seit ca. 2 Jahren stolzer Besitzer einer MM.
    Bzgl. des neuen Logos auf der Krone schließe ich mich dem „leider“ an – darauf kann ich (man) gut verzichten. Interessant wäre, ob die Modifikation des 8L35 zu einer gesteigerten Ganggenauigkeit beiträgt.
    Die Genauigkeit über eine Woche hinweg (oder länger) ist der einzige Grund, weshalb ich meinem Kollegen (Deepsea) manchmal etwas „neidisch“ auf das Handgelenk blicke…

    @ Marcus: nicht besser als – und auch nicht mies:
    Einfach eine Alternative für Leute die:
    – nicht noch ein ETA-Werk haben wollen
    – keine 5000-10000€ ausgeben können/wollen
    – evtl. mit Absicht keine Rolex vorzeigen wollen
    und dennoch einen hochwertigen DIVER ihr eigen nenne wollen.

  3. Servus und einen schönen Samstag Morgen liebe SEIKO Gemeinde.
    Ich darf mich seit vielen Jahren auch stolzer Besitzer einer SEIKO Marinemaster 300 nennen. Phantastische Uhr!! Angefixt wurde ich durch den Verfasser und Betreiber dieser schönen Site. Danke Roger! Ist aber nix wofür Du Dich jetzt schämen müsstest ;-)

    Damals hast Du die MM als ein ordentliches Stück Stahl beschrieben, dass auch das entsprechende Handgelenk erfordert (oder so ähnlich). Ich habe deswegen mal mit einer SEIKO SUMO angefangen, denn die ist ja im Durchmesser noch grösser. War aber deutlich billiger als die MM. Als die ankam, war ich auch begeistert. So viel Uhr für einen fairen Preis gab es selten. Und da sie mir extrem gut passte (unglaublich wie harmonisch das Gehäuse auf dem Handgelenk liegt),obwohl ich jetzt keine Schwarzenegger Handgelenke habe, hab ich mich an die MM gewagt.

    Wie gesagt, eine hervorragende Uhr!! Liegt grad vor mir und ich liebe sie einfach. Wenn man da Kritik äussern will, dann finde ich hat diese das Stahlband „verdient“. Ich finde die Glieder ziemlich dünn und die Schliesse trägt sehr dick auf. Aber das ist jetzt jammern auf hohem Niveau. Ansonsten haben mich vor allem die Nähe zum historischen Original, Ihre schlichte Eleganz und das Mono Block Gehäuse begeistert.
    Habe dann auch neulich mit der goldenen SBDX012 nachgelegt. Ich konnte nicht widerstehen. Am liebsten hätte ich natürlich die Variante aus der Historical Collection gehabt. Aber das wird eher ein Traum bleiben befürchte ich. Die goldenen Akzente sind der Hammer.

    Wenn man jetzt noch mal in der Kritikkiste buddeln möchte, dann ist es, das bei meiner SBDX012 ein minimaler Versatz der Rehaut gegenüber dem 12 Uhr Index vorhanden ist. Die Lünette ist aber auf Punkt 12.
    Das mit dem Rehaut-Versatz hat meine SBDX001 (Standard MM 300) zum Glück nicht.

    Diese Phänomen taucht aber leider bei der SUMO ziemlich häufig auf. Zumindest wenn man durch die einschlägigen Foren streift. Ich selber habe bereits 7 SUMO`s in der Hand gehabt (alle fabrikneu) und bei nur 3 von 7 waren Rehaut und die Stunden-Indizes wirklich gut auf einander abgestimmt.
    Was ich leider auch bei 2 SUMOS festgestellt habe war, das die Leuchtmasse auf den Stunden-Indizes nicht zentrisch auf dem runden Index lag, sondern teils richtig exzentrisch, so dass es mit blossem Auge sichtbar war. Eine hatte sogar ein Staubkorn auf dem Zifferblatt.
    Bei 599 Euro, welche in z.B. Deutschland für diese Uhr aufgerufen werden, finde ich das eigentlich nicht akzeptabel. Die Qualitätsstreuung ist wahrscheinlich erheblich. Habe jetzt keinen Anspruch, dass meine kleine Statistik wasserdicht ist, aber es zeigt zumindest das es sich um einen Zufallstreffer handelt, wenn man eine perfekte Uhr hat.
    Im bekannten W…. Forum habe ich vor Monaten mal einen Post gelesen, wo jemand ein Telefonat wiedergegeben hat, dass er mit einer japanischen SEIKO Service Dame geführt hat. Dort wurde aus dem Nähkästchen geplaudert, welche SEIKO`s angeblich in China, mit teilautomatisierten Fertigungsmethoden gefertigt werden. Sehr eindrücklich. Zumindest wenn es wahr ist, was sich ja nicht ohne weiteres überprüfen lässt. Zumindest wäre es eine Erklärung, warum die Rehaut oft nicht zentriert/ abgestimmt ist. Und vor allem, warum z.B. ein japanische Händler (Ch…W..) schreibt, dass SEIKO trotz seiner Hinweise leider nicht`s dran setzt das Problem aus der Welt zu schaffen.

    Am Ende möchte ich noch sagen, dass ich eher pingelig bin (nur für den Fall das es noch keiner gemerkt hat :-)). Ich liebe Die SUMO (trotz der beschriebenen Probleme und der etwas bescheidenen Gangwerte) und die MM aber trotzdem.
    Ich will nur einfach immer nur das perfekte Exemplar :-)

    Schönes Wochenende!!
    M.K.

  4. Sorry, hab noch was vergessen.
    Die Preispolitik wurde ja auch schon angesprochen. Leider legt SEIKO da ja mit jedem Facelift einer Uhrengeneration zu. Und der Modellwechsel, bzw. die Facelift Frequenzen suchen wirklich ihresgleichen. So schnell kann man gar nicht sparen:-)
    So empfinde ich es wenigstens.
    Na ja, da wo ich herkomme sagt man immer „wat nix kost, dat is nix“. Und nach dem Motto kaufen ja viele Leute eine Uhr. Und da SEIKO bei einigen Menschen in Europa immer noch dieses „Billigmarken“ Image zu haben scheint, ist die Preispolitik irgendwie nachvollziehbar. Was aber natürlich uns, die gewohnt waren/ sind direkt in Japan zu kaufen, vor allem was man bis dato hier nicht bekommen hat, irgendwie dann doch immer etwas weh tut. Zumal ja oft kaum eine technische Änderung vorhanden ist, die eine Preiserhöhung rechtfertigt. Allerdings lässt ich das auch bei hiesigen Herstellern beobachten. Wenn ich mir die Preisentwicklung bei SINN, OMEGA und anderen Herstellern angucke wird es mir schwindlig. Ob da mal der Break Even erreicht wird, wo die Leute anfangen weniger zu kaufen???

    Ach ja, ich freue mich übrigens jetzt schon auf den Tag an dem SEIKO das neue X Prospex Logo wieder für Geschichte erklären wird. Möchte jemand wetten? Ich denke wir werden das noch erleben. Jedenfalls hab ich auf einmal keine Kauflust mehr (nur für einigen der auslaufenden Altmodelle vielleicht :-).
    Und nur ganz wenige der neuen SEIKO`S sind sooooo schön, dass ich über das gelaserte X auf der Krone und den Print auf dem Zifferblatt hinwegsehen kann. Gut fürs Geldsäckl. Mach ich mal ne Weile Pause :-) Kann nicht schaden. Ausserdem muss es SEIKO ja auch irgendwie merken, dass die meisten „Jünger“ es wohl eher nicht haben wollen.

    Schönes WE allen „200m PLUS“ Uhrenfreunden
    M.K.

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