Warschau: Muzeum Nurkowania

Zu einem Besuch von Polens Hauptstadt Warschau gehört einiges, was es sich zu sehen lohnt. – Das kleine Tauchmuseum „Muzeum Nurkowania“ etwas ausserhalb des Zentrums (5 bis 10 Minuten Taxifahrt) gehört vermutlich nicht auf den ersten Blick dazu. Noch dazu, weil es in der Regel nur an Dienstagen geöffnet ist.

Glücklicherweise ist dessen reizende Betreiberin Karina aber grundsätzlich bereit, auf Anfrage auch an anderen Tagen zu öffnen, was sich im Nachhinein als wahrer Glücksfall entpuppte. Nicht nur, weil ich dadurch in den Genuss einer Einzelführung mit einer unglaublichen Zahl an Anekdoten und liebevoll erklärten Details zu den Exponaten und ihrem Weg ins Museum gekommen bin, sondern auch, weil sich in den zugegebenermassen eher kleinen Räumlichkeiten zudem ein paar Schätze aus der Tauchhistorie finden lassen, die man andernorts nicht, und vor allem nicht so nahe (und gut erklärt) zu sehen kriegt.

Die Sammlung selbst fokussiert auf die Zeit bis ca. 1980, und verfügt aufgrund Polens damaliger politischer Lage über manch kuriose (und oftmals auch erfolglose) Eigenkreation von Tauchern, nachdem verständlicherweise nicht jedes Produkt aus dem Westen ohne Probleme seinen Weg in den lokalen Taucheinsatz fand…

Daneben gibt’s vor allem rund um die Helmtaucherei ein paar wirkliche Raritäten (und dazu gehören, so ungewohnt das auch klingen mag, auch originale Unterkleider von Siebe Gorman & Co. siehe oben).

Nebst überaus seltenen Helmen von Dräger, Siebe Gorman & Co. und Emil Carlsson & Son kriegt man bspw. auch einen seltenen Pirelli-Anzug, wie er u.a. auch von den Steuermännern der italienischen Maiali des 2. Weltkriegs getragen wurde, präsentiert.

Eine angenehme Überraschung gibt’s in der Vitrine mit Tauchcomputern, Kompassen, Tiefenmessern u.dgl. und somit auch der Taucheruhren: eine Blancpain Fifty Fathoms (siehe Abbildung) hätte ich hier zwischen den vier russischen Uhren jetzt nicht unbedingt einfach so erwartet.

Fazit: das Museum ist – wie man unschwer erkennen kann – notgedrungen weder das schönste seiner Art, noch das grösste. Aber ein grosses Stück (polnischer) Tauchgeschichte wird hier nicht nur spürbar, sondern dank deren Betreiberin zu einem ebenso unvergesslichen wie einmaligen Erlebnis.

Wer also mal in der Stadt ist, diese ein bis zwei Stunden lohnen sich garantiert für jeden Taucher, der auch gerne mal in die Vergangenheit abtaucht…

Ein paar Impressionen (Grossansicht jeweils auf Klick):

Das „Muzeum Nurkowania“ liegt etwas ausserhalb des touristischen Zentrums etwas versteckt in einem Hinterhof (und dient auch als Clublokal von Warschaus Tauchern). Geöffnet ist es in der Regel nur dienstags, auf Anfrage aber auch an anderen Tagen. Die Vitrine mit den Geräten fürs Handgelenk, darunter auch insgesamt fünf Taucheruhren mehrheitlich russischer Abstammung. Und natürlich der schon o.e. Fifty Fathoms von Blancpain. Die kleine aber feine Sammlung gliedert sich thematisch in unterschiedliche Bereiche, bspw. Helmtaucherei, Messer, Masken, Unterwasserfotografie, Flossen, Harpunen und natürlich Scuba.
Ein eher erfolgloser Nachbau, der Anzug zudem aus bleischwerem Reifenmaterial gefertigt… …rechts davon: ein italienischer Anzug von Pirelli.

Mehr Informationen auf der Website des Museums: Link

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